Haus Bethanien Gengenbach

„Den Menschen verpflichtet“

Heike Ritter-Schebesta
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22. September 2022
Generaloberin Schwester Michaela Bertsch (von links), Pfarrer Josef Läufer, Weihbischof ­Christian Würtz und Pater Julius Mihm beim Gottesdienst.

Generaloberin Schwester Michaela Bertsch (von links), Pfarrer Josef Läufer, Weihbischof ­Christian Würtz und Pater Julius Mihm beim Gottesdienst. ©Heike Ritter-Schebesta

Abschluss der Umbau- und Erweiterungsarbeiten im Haus Bethanien: 86 Pflegeplätze stehen nun nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit auf dem Gengenbacher Abtsberg zur Verfügung

Hohen Besuch von Weihbischof Christian Würtz hatte das Haus Bethanien vergangenen Freitag auf dem Gengenbacher Abtsberg, um den Abschluss des großen Um-, Aus- und Neubaus zu feiern. Der Gast aus Freiburg, der das Haus noch aus seiner Zeit als Pfarrer in Gengenbach sehr gut kennt, segnete die Einrichtung.

Zu den rund 50 geladenen Gästen zählte auch Bürgermeister Thorsten Erny, der neben den anderen Pflegeheimen in der Region besonders das Haus Bethanien in Gengenbach als wichtige Einrichtung ansieht. „Es zählt hier in der Region zu den größten Arbeitgebern“, so Erny in seinem Grußwort, „und diese Baumaßnahme setzt ein Zeichen des Aufbruchs im Kinzigtal. Auch deshalb haben wir das Projekt sehr gerne im Gemeinderat unterstützt.“

„Bewegender Moment“

Schwester Michaela Bertsch, Generaloberin der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu, Trägerin der Einrichtung, sprach von einem „bewegenden Moment nach einer langen Zeitspanne von Umbaumaßnahmen. Ich bin von Herzen dankbar, dass alles so gut gelaufen ist, dass es keine Unfälle und Verzögerungen gegeben hat.“

Sie dankte allen Beteiligten, unter anderem den Banken, der Patientenfürsprecherin des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl und ehemaligen Pflegedienstleiterin im Offenburger St. Josefs-Krankenhaus, Ingrid Fuchs, sowie Wolfgang Huller von Huller und Schelt Architekten in Freiburg.

Insbesondere auch rückwirkend für die vielen Jahre unermüdlichen Einsatzes der Heimleiterin Ulrike Roth. „Denn sie hat über viele Strecken hinweg, prompt auch noch inmitten von Corona, geradezu Unmögliches geleistet. Heute aber feiern wir die Einweihung und sind glücklich. Vergelt’s Gott“, so die Generaloberin.

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Ursprünglich, bei den ersten Planungen Ende der 1960er-Jahre, war das Vorhaben „Haus Bethanien“ als Altersruhesitz ausschließlich für die Schwestern der Franziskanerinnen gedacht. Doch mit dem Rückgang der Eintritte in die Ordensgemeinschaft in den Folgejahrzehnten wurde deutlich, dass die Belegung des Hauses Bethanien ebenfalls eines Tages rückläufig sein würde und sich das Haus als Wohn- und Pflegeheim auch für die weltlichen Bewohner öffnen könnte.

2003 wurde es als Pflegeeinrichtung zugelassen und seit 2007 als Wohn- und Pflegeheim offiziell genutzt. Begleitet wurde diese Entwicklung immer wieder von kleineren Erweiterungsbauten und Umbauten, stets innerhalb der Grenzen, die die Auflagen der 2009 in Kraft getretenen Landesheimbauverordnung und auch die Erwartungen der Naturschutzvereine auferlegten.

Druck entstand

2015 reichte dann alles nicht mehr: Der Nachfragedruck wurde zu groß, der durch die Öffnung in ein öffentliches Haus entstand – ebenso der Kosten- und Bewältigungsdruck. Ab diesem Moment stand alles auf dem Spiel: größer werden oder abbrechen.
„Wir sind den Menschen verpflichtet, nicht den Umständen“ hieß die Devise. Heute, nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit in vier Bauabschnitten – der letzte erst im September fertiggestellt mit Berg- und Kinzigblick – stehen 83 Einzelzimmer in sechs Wohngruppen sowie eine Palliativgruppe mit vier Einzelzimmern und vier Appartements auf einer Nettogrundrissfläche von 5.100 Quadratmetern zur Verfügung. Barrierefrei, modernisiert, mit stark vergrößerter Küche mit einer Kapazität für bis zu 300 Essen, der in den Neubau verlegten Kapelle mit Fensterglasmalereien des Ettlinger Künstlers Hanspeter Münch sowie den seit Juli gestarteten Ausbauarbeiten der Außenanlage mit einer Schatten- und einer Morgenterrasse sowie Zugang zur Lourdes Grotte.

„Pep Guardiola“, so der für christlich geführte Umgebungen überraschende Vermerk der Heimleiterin Ulrike Roth, "hat mal gesagt, ‚wir brauchen die ganze Truppe, jeden Spieler des Teams, wenn wir erfolgreich sein wollen’”. So gehörte das Architektenteam um Wolfgang Huller fast schon zum Personalstamm; über 40 Handwerks- und Baufirmen haben in den 46 Monaten Bauzeit mitgewirkt.

Und wofür? „Die Menschen in unserem Haus sind der Motor und Antrieb, der uns jeden Tag den Sinn und die Bedeutung klarmacht, die Menschen dort liebevoll und individuell zu betreuen und zu versorgen“. Das wiederum hätte Pep Guardiola so wohl eher nicht gesagt.

Was nach all diesen Baumaßnahmen herausgekommen ist, hat auch über 300 interessierte Besucher auf dem Abtsberg erfreut, die nach dem Ausklang des offiziellen Festaktes ab 15 Uhr bei Musik im Festzelt vom Koch der niegelnagelneuen Küche des Hauses Bethanien bewirtet wurden.

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