Winzer in Wassernot

Der Durbach ist fast komplett ausgetrocknet

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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11. August 2020

(Bild 1/2) Der Durbach (Foto) ist weitgehend ohne Wasser. Im Ortsteil Ebersweier gibt es nicht einmal mehr Restpfützen. ©Volker Gegg

Trockenheit und Tropenhitze macht nicht nur den Durbacher Winzern derzeit zu schaffen. Seit Tagen rollen wieder die Wassertransporte durchs Dorf, um die komplett ausgetrockneten Rebstöcke zu retten. Durbach selbst führt ab der Gemarkung Ebersweier kein Wasser mehr. 

Im August findet ein Winzer normalerweise die freien Tage, um noch mal auszuspannen und vor der anstehenden Weinlese in Urlaub zu fahren. „Das geht in diesem Jahr nicht, nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der starken Trockenheit, die uns in den letzten Tage plagt“, erklärt Emil Klaus, Vorstandsvorsitzender der Durbacher Genossenschaftswinzer. Wie ihm geht es fast allen der 90 im Ort ansässigen Winzerfamilien.

Rebenlaub auf Herbst

Die Regenmengen von Mai bis Mitte Juli waren eigentlich in Ordnung. „Vor Wochen haben wir noch gehofft, wir kommen ohne Bewässerung durchs Lesejahr“, bemerkt der Winzer. Allerdings reichte die Regenmenge nur für wenige Tage, und das machte sich sehr schnell bei den jüngeren Rebstöcken bemerkbar, die nicht nur ihr Laub auf „Herbst“ einstellen“, sondern bei Wassermangel aufhören, ihre Trauben zu versorgen.

An der Wasserentnahmestelle für Winzer und Obstbauern am ehemaligen Obstbauversuchsgut in Ebersweier war bereits am frühen Dienstagvormittag Hochbetrieb. Vier Winzer mit ihren mit Wassercontainern beladenen Zugwagen warteten auf das Befüllen ihrer Vorratsbehälter mit dem kühlen Nass aus der Durbacher Trinkwasserleitung.

Finanzielle Belastung

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Das tägliche Wasserholen belastet die Winzer auch finanziell. So wird die Entnahmemenge an der Ausgabestelle erfasst und den Winzern von der Gemeinde zu den üblichen Trinkwassergebühren in Rechnung gestellt. „Da kommt dann neben der Arbeitskraft noch der Sprit für die Zugfahrzeuge dazu“, sagt Klaus.

Dass Trockenheit im Durbachtal herrscht, ist auch am Bachbett des Durbachs zu sehen. Ab dem Sportgelände des SC Durbachtal herrscht fast Trockenheit, in Ebersweier ist das Bachbett komplett trocken. Auch für Durbachs Wassermeister Hansjörg Roth ist die Trockenheit eine Herausforderung: „Die Wasserentnahme hat extrem zugenommen, da viele Zisternen, die zum Bewässern von Gärten angelegt wurden, leer sind und auch immer mehr in Durbach einen Pool im Garten haben.“

Darüber hinaus bringen die Quellfassungen im Gebirg nur noch einen Bruchteil der sonst üblichen Schüttung. So wird ein großer Teil der Einwohner aus dem Tiefbrunnen der Trinkwasserversorgung Appenweier bedient. „Derzeit beziehen wir von dort über 480 Kubikmeter Wasser täglich, sonst ist das viel, viel weniger“, sagt der Wassermeister.

Quellen versiegen

Auch die dezentrale Trinkwasserversorgung einiger Höfe ist am Ende. So muss sich ein Hofgutbesitzer aus dem Gebirg trotz eigener Quelle sein Wasser aus der Trinkwasserleitung besorgen. Der teilweise ausgiebige Regen, der bis Juli über Durbach niederging, hat laut Roth nichts zum Ausgleich der vergangenen beiden Trockenjahre gebracht.
„Der Regen  war nur bis 30 Zentimeter unter dem Boden bemerkbar, im Bereich des Grundwassers hatte die Regenmenge kaum einen positiven Effekt.“ 

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