Zell am Harmersbach

Der erste Waschsalon der Stadt

Bertram Sandfuchs
Lesezeit 2 Minuten
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31. Dezember 2014

(Bild 1/2) Dieses undatierte Foto des Historischen Vereins Zell zeigt die alte »Wäschkuchi«, wie sie früher aussah. ©Historischer Verein

Mitten in Zell gibt es mit der alten Waschküche ein Kleinod, das durch seine eher versteckte Lage besonders Urlaubern meist verborgen bleibt. Dies soll sich durch Hinweisschilder nun ändern.

Zell a. H. Als seltene, wohl  einzige im Südwesten erhaltene Waschküche, die  zumindest im 19. Jahrhundert schon bestand, darf die »Wäschkuchi« von Zell am Harmersbach gelten. Ravensburg beispielsweise hatte ehemals vier Waschküchen; keine  einzige  ist erhalten. Bei der Zeller Museumsnacht spielt die »Wäschkuchi« eine Rolle, wenn dort wie früher Wäsche gewaschen und getratscht wird. Allerdings aber nur dann, ansonsten fristet das Kleinod sein Dasein eher im Verborgenen.
Hinweispfeile
Da das  Zeller Waschhaus  etwas versteckt liegt, hat der Historische Verein  Zell   in Zusammenarbeit mit dem Hauptamt der Stadt nun Hinweispfeile anfertigen lassen. Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt haben diese Hinweispfeile an geeigneter Stelle angebracht: Dort nämlich, wo sich Tagesbesucher oder Feriengäste überwiegend aufhalten, also an der Hauptstraße von Zell. Damit sollen Besucher auf die Idee gebracht werden, das interessante, noch funktionsfähige  Waschhaus anzusehen.  Gegenüber des Gasthofs »Adler« biegt von der Hauptstraße das Sträßchen »Am Bach« ab. Zwei Rechtspfeile  und ein Linkspfeil zeigen den Weg zur  »Wäschkuchi«.
Die »Wäschkuchi« war früher sozusagen ein öffentliches,  an die – hier sichtbare – Stadtmauer angelehntes Gebäude mit offenen Arkaden. Hier trafen sich einst die Hausfrauen des Städtles zum gemeinsamen Wäschewaschen.  Aus dem Gewerbekanal, der hier vorbeifließt, wurde  das Waschwasser entnommen,  in eingemauerte Kupferkessel gefüllt  und  dann mit Holzfeuer erhitzt. Dann wurde die Wäsche in großen  Holzzubern  auf massiven Holzböcken  mit Hilfe von Bürste, Waschbrett, Wäschezange und Schmierseife in anstrengender Handarbeit gereinigt. Zunächst in städtischer Obhut, würde das Waschhaus dann von einer Pächterin verwaltet.  Noch zu Beginn der 1950er-Jahre wurde das Waschhaus genutzt.
Sicherlich war die »Wäschkuchi«  auch eine Nachrichtenzentrale der Hausfrauen:  für Erfahrungsaustausch  und  für amüsanten Tratsch.

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