Die Mundart liegt ihm am Herzen

Der gebürtige Fessenbacher Ludwig Hillenbrand wird 80

Autor: 
Ursula Haß
Lesezeit 3 Minuten
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28. März 2019
Ludwig Hillenbrand wird heute 80 Jahre alt.

Ludwig Hillenbrand wird heute 80 Jahre alt. ©privat

In der alten Fessenbacher Heimat ist er immer noch präsent: Ludwig Hillenbrand, der seit vielen Jahren in Lahr lebt, feiert am Donnerstag seinen 80. Geburtstag. Der langjährige Gymnasiallehrer und Schulleiter widmet sich mit großer Leidenschaft der Mundart.

Auch wenn Ludwig Hillenbrand seit vielen Jahren in Lahr zu Hause ist, bleibt er in seiner alten Heimat, dem Rebland und seinem Heimatort Fessenbach, wo er am 28. März 1939 zur Welt kam, sehr verbunden. Am Donnerstag kann Hillenbrand, »s’ Becke Ludwig«, seinen 80. Geburtstag feiern. 

Groß geworden ist Hillenbrand im Gasthaus »Traube«, dem ältesten Fessenbacher Gasthaus, bekannt auch durch die Geschichten des »Leiter Fideli«, einem humorvollen Gastwirt des 19. Jahrhunderts, dessen Gastlichkeit im ganzen badischen Land bekannt war. Die Eltern von Ludwig Hillenbrand, August und Hermine Hillenbrand, übernahmen den Gasthof nach dem Tod des Großvaters Karl Hillenbrand im Jahr 1941, und so war auch der kleine Ludwig schon früh in das Gastwirtsgewerbe  eingebunden. Sein Vater war zugleich Bäcker – an seinen legendären Käsekuchen wird heute noch gerne erinnert. 

Schon früh gedichtet

Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik in Freiburg und München wurde Hillenbrand 1965 Lehrer am Max-Planck-Gymnasium in Lahr, wo er auch bis zu seiner Pensionierung von 1986 bis 2003 Schulleiter war. Schon in der Jugendzeit verfasste er Gedichte und Glossen in Mundart. So war es nur natürlich, dass er sich nach seiner Pensionierung der Mundart widmete. Er ist Mitglied der Muettersproch-Gsellschaft und des Autorennetzwerks Offenburg-Ortenau.  

Denn in der Zwischenzeit sind nicht nur Mundartgedichte, sondern auch Mundart-Büchle, wie »Ha so ebbs!« oder »Des un sell!« im Lahr-Verlag erschienen. Dafür  erhielt Hillenbrand auch in der Sparte Lyrik den zweiten Preis beim Mundartwettbewerb 2010. Im Jahr 2015 präsentierte er sein drittes Buch »Eine Kindheit in Fessebach«, in dem in vergnüglicher, aber auch nachdenklicher Weise Erinnerungen geschildert werden. Es ist keine zusammenhängende Lebensgeschichte, sondern eher ein lose strukturiertes Kaleidoskop von Erlebnissen, Beobachtungen und Eindrücken, die sich aber zu einem anschaulichen Gesamtbild zusammenfügen und Zeugnis geben von Menschen, Ereignissen sowie von den Mühen, aber auch Freuden des dörflichen Lebens in den ersten Nachkriegsjahren. 

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Vor allem schildert der Autor, wie er als Kind auf dem Dorf die letzten Kriegsjahre und die Besatzung des Dorfes durch französische Soldaten erlebt hat, aber auch, welchen Einfluss Kameraden und Erwachsene auf seine Entwicklung ausübten und welche Lebensumstände das Zusammenleben in einer dörflichen Gemeinschaft geprägt haben. 

Für den ehemaligen Deutschlehrer bedeutet Sprache auch Heimat. »Wer die Sprache überhaupt nicht versteht, die am jeweiligen Ort gesprochen wird, an dem man sich aufhält, wird sich auch dort niemals heimisch fühlen können«, sagt Hillenbrand. So hat er auch bei seinen Schülern immer Dialekte toleriert und ab und zu sogar Unterrichtseinheiten dazu gehalten, wie er  erzählt. »Ich wollte meinen Schülern verdeutlichen, dass Mundart auch regionales Kulturgut ist, das es zu sprechen und zu fördern gilt.«  

Nur noch selten Dialekt

Leider sprechen nach seiner Beobachtung  immer mehr junge Menschen nicht mehr den alemannischen Dialekt, nicht mal mehr die Kinder vom Dorf. Doch dass der Dialekt verschwinden wird, glaubt Hillenbrand nicht, denn Sprache verändere sich, das sei schon immer so gewesen – und der Dialekt passt sich an. 

Auch zu seinem 80. Geburtstag, den Hillenbrand im Kreise seiner Familie mit seiner Frau Gertrud, seinen zwei Kindern und den fünf Enkelkindern begehen wird, werden wohl viele herzliche alemannische Glückwünsche eintreffen.

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