Offenburg

Der »Kapitän« Manfred Wahl geht mit viel Lob von Bord

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 4 Minuten
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04. Oktober 2016
Ein bewährtes und trautes Duo: Manfred Wahl und Schwester Martina Merkle.

(Bild 1/3) Ein bewährtes und trautes Duo: Manfred Wahl und Schwester Martina Merkle. ©Ulrich Marx

Manfred Wahl (78), Vorsitzender der BI Bahntrasse, ist am Freitag bei der Mitgliederversammlung im Gemeindesaal der Heilig-Geist-Pfarrei aus dem Amt verabschiedet worden – mit großem Dank und Anerkennung für seine ehrenamtliche Leistung. Als Nachfolger wurde Karl Bäuerle gewählt.

»Das ist schon eine denkwürdige Stunde«, merkte Oberbürgermeisterin Edith Schreiner bei der Feierstunde am Freitagabend an. »Die Bürgerinitiative Bahntrasse und Manfred Wahl waren bislang eins«, sagte sie und betonte: »Ihr Name wird für immer für eine gute, existenzielle Lösung der Stadt stehen.« 

Manfred Wahl hat sein Vorstandsamt aus Altersgründen niedergelegt. Er war Mann der ersten Stunde und hat seit 2005 die BI Bahntrasse geführt, die sich für einen verträglichen Ausbau der Rheintalbahn in Offenburg einsetzt. Unter seinem Vorsitz kamen fast 46 000 Einwendungen gegen die ursprünglichen Pläne der Bahn zusammen. »Noch nie habe ich unsere Stadt so einvernehmlich gesehen«, erinnerte Schreiner an diese Aktion. Und: »Es war das erste Mal, dass eine Bahnplanung zurückgegeben wurde«, konstatierte Thomas Marwein, Landtagsabgeordneter der Grünen. Das habe bundesweit Eindruck geschaffen, die BI Bahntrasse habe eine Vorbildfunktion bei Verhandlungen mit der Bahn erreicht. 

Streitbarer Gottesmann
»Motor, Mahner und zuverlässiger Wegbegleiter zum Gipfel«, attestierte Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter, dem unermüdlichen Kämpfer Manfred Wahl. Als ein streitbarer Gottesmann für die Sache der Menschen habe er stets unter dem Credo gehandelt »Suchet der Stadt Bestes«. Auch Schreiner betonte: »Es ging Ihnen nur um die Sache. Sie haben sich selbst als Person zurückgenommen.« Der Glaube an die eigene Kraft und die Kraft der gemeinsamen Bewegung, das Ausstrahlen von Zuversicht, die aus tiefem Glauben komme, und nicht zuletzt das beharrliche, akribische Arbeiten an der Sache, das alles habe zum Erfolg geführt. Inzwischen hat die Deutsche Bahn AG in einem regionalen Projekt-Begleit-Gremium der BI unter Leitung von Edith Schreiner mit Vorplanungen begonnen. 

»Braucht es überhaupt noch eine BI?«, sei eine rhetorische Frage, sagte der neugewählte Vorsitzende Karl Bäuerle. »Die Bürger werden bei Planung und Umsetzung mit am Tisch sitzen«, sicherte er zu. Es sind große Fußstapfen, in die Wahls Nachfolger tritt. Er will sie, wie bereits praktiziert, mithilfe der BI-Gemeinschaft, der Stadt, des Ortenaukreises, der Bürgervereinigungen, der oberrheinischen Bürgerinitiativen und der Bevölkerung ausfüllen. Von allen Vereinigungen waren am Festabend die Vertreter anwesend. 

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Bewegend war der Dank der Vorstandsmitglieder der BI an ihren »Kapitän«. Dass Manfred Wahl vor elf Jahren eigentlich als Übergangskandidat zugesagt hatte, wie rasch sich der »technische Laie« Fachwissen angeeignete hatte, wie ruhig und besonnen er das Schifflein BI durch vielfältige Fährnisse und Stürme steuerte, dafür zollten sie hohe Anerkennung. Wie weitsichtig Wahl die Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretern der Rheinschiene gesucht und gefunden hat, hoben Vertreter der oberrheinischen Bürgerinitiativen (IG Bohr) hervor.  

Für Schwester Martina Merkle, die stellvertretende Vorsitzende, sowie die Vorstände Oliver Strauch und Karl Bäuerle, Anita Rost, Kassenführung, sowie Simone Golling-Imlau, Schriftführerin, sei die Arbeit in der Ära Wahl eine Bereicherung gewesen: »Wir alle sagen dafür Danke.« Manches Lustige kam bei den persönlichen Worten seines Kollegiums zum Vorschein. Da wären die nächtlichen Telefonate zu nennen, die langen Gespräche im Predigtstil, sein kreatives Potenzial für Aktionen, seine Wärme und sein feiner Humor, und, dass Manfred Wahl fast einmal von der Polizei abgeführt worden wäre.  

Der so geehrte Manfred Wahl hatte das Schlusswort. »Danke für das Miteinander, danke für die stete Gewissheit des Getragenseins. Ich danke Gott dafür, dass er mir die Kraft gibt.« Er habe damals bei der Gründung schon einen Namen für die BI ausgesucht: »Biotop« (Bürger-Initiative Offenburg zur Trassenoptimierung), verriet er schmunzelnd. Ehefrau Hannelore bekam seine herzliche Umarmung, Blumen hatte sie bereits von der BI erhalten. Und nicht nur seine Kinder und Enkelkinder, nein, »unsere nächste Generation«, so Wahl, solle die Aufgabe eines bürgerschaftlichen Engagements zum Wohle aller fortsetzen, wünschte er sich. 

Und er versicherte noch einmal, wie wertvoll ihm die Zusammenarbeit mit allen Mitstreitern war. »Ich hätte nichts ohne eine gute Mannschaft schaffen können.« 

HINWEIS: Ein oberrheinischer ökumenischer Dank-Gottesdienst findet am Freitag, 14. Oktober, 18 Uhr, in der Heilig-Kreuz-Kirche Offenburg statt. Das Motto: »Gott sei Dank – Der Mensch geht vor«.

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