Albert Gengenbacher blickt zurück

Der »lange Bert« aus Niederschopfheim ist 90 Jahre alt

Autor: 
Redaktion
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12. Februar 2019

Albert Gengenbacher liebt bis heute die Musik. ©privat

Albert Gengenbacher – allzeit lebensfroh, optimistisch und sangesfreudig. Heute, am 12. Februar, blickt er dankbar auf 90 Lebensjahre zurück. Immer noch ist der gebürtige Niederschopfheimer guter Gesundheit und freut sich, seinen runden Geburtstag zu feiern.

Nicht immer war sein Leben einfach. Daran denkt Albert Gengenbacher auch am heutigen 90. Geburstag. Die Kindheit und die Jugend von Albert Gengenbacher wurden durch den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegsjahre geprägt. Sein Vater starb 1944 bei einem Bombenangriff auf den Bahnhof Offenburg,  Albert war gerade 15 Jahre alt. Er war der älteste Sohn von acht Kindern und sah sich verantwortlich, die elterliche Landwirtschaft weiterzuführen. 

Keine Ausbildung

Gerne hätte er eine Ausbildung begonnen, aber in der damaligen Situation war dies keine Option. 1950 heiratete Albert Gengenbacher seine große Liebe Irmgard Gießler aus Diersburg: Harmonisch teilten Sie über all die Jahrzehnte Freud und Leid. Im Jahr 1951 bekam Albert Gengenbacher den ersehnten Arbeitsplatz in der Umladehalle bei der Bundesbahn. Dankbar arbeitete er dort, wo sein Vater Opfer des Krieges geworden war, bis zu seiner Pension. Er liebte immer seine Arbeit und erzählt heute noch viele Anekdoten über Orte, an die er dank der Eisenbahn kam. Im gleichen Jahrzehnt kamen seine drei Mädels Christa, Rosi und Margit zur Welt. Zu seiner Freude wohnen alle drei mit ihren Familien bis heute in seiner unmittelbaren Umgebung in Niederschopfheim.

Die große Verbundenheit zu Niederschopfheim und Hohberg spiegelt sich auch in seinem Engagement für die Gemeinde, die örtlichen Vereine und die Pfarrgemeinde wieder. Bereits 1945 trat Albert Gengenbacher in die Feuerwehr und in den Kirchenchor ein, zehn Jahre später in den Gesangverein und von 1969 bis 1975 war er im Gemeinderat. 20 Jahre war er Maschinist in der freiwilligen Feuerwehr. Heute blickt er als aktives Chormitglied auf 64 Jahre Gesangverein und 74 Jahre Kirchenchor zurück und der Besuch der Proben und Auftritte haben für ihn weiterhin höchste Priorität und erhalten seine Gesundheit und Lebensfreude.

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Es ist für Albert Gengenbacher weiterhin guter Brauch, dass er seine Glückwünsche zu Geburtstagen musikalisch mit seiner Knopforgel umrahmt. Mit Freude trägt er  seine selbst einstudierten Volkslieder sogar noch  öffentlich vor. 

Zu seinen Hobbys zählte die Korbmacherei. Seine Kunstwerke aus Weiden waren allzeit beliebt und er verschenkte viele seiner selbst gemachten Körbe zu runden Geburtstagen oder zur Tombola an Vereine. Ein weiteres Hobby war für ihn die Gartenarbeit. Er verbrachte einen großen Teil seiner Rentnerjahre in seinem geliebten Garten im Schwob und pflanzte vielerlei Obst und Gemüse an.
Hart getroffen hat den Jubilar, als seine Frau Irmgard aufgrund eines schweren Nierenleidens über viele Jahre auf die Dialyse angewiesen war. Tag und Nacht unterstützte er die häusliche Pflege, bis seine geliebte Frau 2014 nach einem Schlaganfall verstarb. Überwiegend versorgt sich Albert Gengenbacher noch immer selbst, freut sich über die frischen Eier seiner umhegten Hühner, ist dankbar für das Mittagessen auf Rädern und all denen, die immer für ihn da sind, wenn er Unterstützung benötigt. Albert Gengenbacher denkt nicht über den Glauben nach, er ist gläubig, und so ist die Kirche St. Brigitta, nur wenige Schritte von seinem Wohnsitz entfernt, für ihn ein Refugium, ein Rückzugsort, der ihm Kraft auch in schwierigen Zeiten gibt. Sein Gottvertrauen ist das Fundament für seine Gelassenheit,  Zuversicht und Dankbarkeit. 

Vier Urenkel

Dankbar ist Albert Gengenbacher vor allem seiner Familie und seinen Sangesfreunden;  er freut sich, dass seine sieben Enkel und die vier Urenkel einen guten Weg gehen, denkt aber auch an diejenigen, denen es nicht so gut geht. So ist es sein Wunsch, dass Geldspenden anlässlich seines Geburtstages dem Förderverein Afridunga und somit Waisenkindern in Kenia zugute kommen. 
Zum heutigen Festtag lädt der Jubilar die Chorgemeinschaft Hohberg und den Gesangverein Liederkranz Niederschopfheim zum Feiern in die Sonne ein. Alle, die ihn kennen und schätzen, wünschen, dass der lange Bert, wie er in Schopfe genannt wird, bei guter Gesundheit noch weitere Jahre in Freude erleben darf.

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