Valentina Mér hat Plattenvertrag in der Tasche

Der neueste Star aus Offenburg

Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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13. Januar 2018

Ein begeistertes Publikum jubelte der Offenburger Sängerin Valentina Mér und ihren Musikern nach dem wunderschönen Konzert im Spitalkeller zu. ©Ulrich Marx

Der Auftakt war im Spitalkeller: Die Offenburger Sängerin Valentina Mér startete von dort aus zu ihrer »Reminds me of you«-Tour 2018. Im vergangenen Jahr hatte sie ihre erste CD herausgebracht. Die meisten Songs waren bei einer Auszeit in Australien entstanden.

»Die Oropax liegen bereit«, scherzte Valentina Mér am Mittwochabend im Spitalkeller. Dort startete der neueste Star aus Offenburg seine Tour – und freute sich über das Dabeisein der Großeltern. Auch Papa wurde erwähnt; er war derjenige, der das stets singende Kind am Esstisch ermahnte, doch wenigstens einmal ruhig zu bleiben. Sie war sich schon damals sicher, dass der Tag kommt, an dem der Papa ein Ticket kaufen muss, um sie zu hören.
Nun groovte sie sich mit pendelndem Oberkörper durch die Nacht und stellt sich den Herausforderungen, die das Musikbusiness so mit sich bringt. Etwa einem Soloauftritt mit einem ganz neuen Stück. »Ich ziehe mich zurück«, verriet sie; nicht einmal ihr Freund dürfe hören, was sie so schreibt und komponiert. Und nun stellt sie sich dem Publikum.

Das war bereits bestens gelaunt, fröhliche Zurufe, tosender Applaus und weitere Beifallsbekundungen trugen die Sängerin durch ihr Konzert. Sie selbst kann zwar lachen, aber ihre Lieder sind voller Schmerz und Melancholie: Da wird viel Widerhall auf ihre Stimme gemischt, und es gibt Momente, in denen die nachdrücklichen Wortwiederholungen an das »Error« ihrer bereits berühmteren Cousine Madeline Juno erinnern. 

Musikalität liegt in der Familie – entdeckt zu werden ist Glück: Das erfuhr Valentina Mér bei ihrer Tour durch Australien. »Ich habe mir etwas Zeit gegeben«, sagt sie. Genauer: Sie wollte sich eine Chance geben, um Musikerin zu werden. »Es wäre doch wirklich schlimm, wenn man es nicht versucht hätte«, sagt sie. Und bevor es immer an ihr nagt, dass sie vielleicht etwas verpasst hätte, reiste sie mit ihrem Freund nach Down Under. 

In Australien entdeckt

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Backpack, barfuß mit Gitarre – Mér scheint eine dieser offenen, unkomplizierten Singer-/Songwriterinnen zu sein, die die Welt melancholisch durchleuchten, sich dem Weltschmerz hingeben. Dort spielte sie ihre Songs auf der Gitarre, drehte Videos und lernte tatsächlich die richtigen Leute lernen. Ihre erste CD »You« erschien. Mit »Giant« landete sie einen ersten großen Kino-Hit: Er wurde Titelmelodie des Pferdefilms »Ostwind«. 

Dass sie in ihrer Heimat Offenburg auftreten konnte, freute Mér sehr; sie gab bei ihrem Auftritt auch ein Bekenntnis zur Heimatstadt ab. Vielleicht füllt sie bald größere Säle – oder es könnte sogar einmal ein Doppel-Konzert geben. Zusammen mit Madeline Juno, die ihre Cousine ist, könnte sie sich gut einen Auftritt vorstellen: »Wir singen als auch für unsere Familie, etwa, wenn die gemeinsame Großmutter Geburtstag hat.« 

Zart und zerbrechlich sieht sie aus, die 30-jährige Sängerin. Und sie ist es auch: Obwohl es sie kalt lassen sollte, verletzten sie die Hass-Kommentare aus dem Internet: »Warum haben manche Menschen nichts Besseres zu tun, als sich über meine Kleidung auszulassen?«, fragt sie sich.

Als glücksbringender Talisman dient ihr da ein goldenes Herzchen; den Schmuckanhänger hat sie von ihrer Familie zum Geburtstag bekommen.
Aber den braucht sie für Auftritte mit Philipp Poisel, wo sie schon mal vor 12 000 Zuhörern steht, dringender als im Konzert im Spitalkeller. Dort gelingt es ihr, ihre Authentizität auszuspielen: Sie ist angenehm echt – und unerschrocken cool.

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