Offenburg

Der Traum vom "Zukunftsmuseum" soll wahr werden

Autor: 
Florian Pflüger
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
28. Juni 2016
Ihr großes Ziel ist ein Technikmuseum für Offenburg (von links): Richard Braun, Hans-Peter Schemitz, Joachim Schröter und Frank Leonhardt.

Ihr großes Ziel ist ein Technikmuseum für Offenburg (von links): Richard Braun, Hans-Peter Schemitz, Joachim Schröter und Frank Leonhardt. ©Christoph Breithaupt

Die Mitglieder des Vereins Technisches Erlebniszentrum Offenburg sind am Dienstag mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit gegangen. Sie suchen nach Unterstützern, einem Gebäude – und sind zuversichtlich, dass auch die Finanzierung gestemmt werden kann.

Noch beschränkt sich die Sammlung vor allem auf historische Dinge: ein Grammofon, alte Radiogeräte und Sendeanlagen. Was im sogenannten Show-Room  von Frank Leonhardt im Industriegebiet Nordwest derzeit zu sehen ist, stammt in erster Linie aus seinem eigenen Fundus. Doch es soll nur einen Vorgeschmack auf das geben, was der einstige Gründer eines Radiosenders und seine Mitstreiter in den kommenden Jahren in Offenburg auf die Beine stellen wollen: Der Traum von einem Technikmuseum soll Wirklichkeit werden.

»Heute ist der Startschuss, um an die Öffentlichkeit zu gehen«, sagte Leonhardt am Dienstagvormittag beim Pressegespräch, als er als Vorsitzender des 25 Mitglieder zählenden Vereins Technisches Erlebnismuseum Offenburg zusammen mit seinem »Vize« Hans-Peter Schemitz und Richard Braun das Ansinnen vorstellte. Nun gehe es darum, weitere Unterstützer für das Projekt zu finden. Wo genau das Technikmuseum unterkommen könnte, sei noch genauso offen wie die Frage der Finanzierung – mit Kosten im siebenstelligen Bereich wird gerechnet.

Neueste Technik zeigen

Wichtig ist dem Verein der Blick nach vorn. »Wir wollen die Zukunft in den Mittelpunkt stellen«, betonte Leonhardt. Deshalb soll es neben historischen Exponaten Roboter oder 3-D-Drucker zu sehen geben. Dabei soll unter anderem die Kooperation mit der Hochschule Offenburg helfen. Warum sollten deren Aushängeschilder wie der Rennwagen »Schluckspecht« oder der Fußballroboter »Sweaty« erst in 50 Jahren im Museum stehen, wenn man sie doch heute schon zeigen könne, wie Richard Braun anmerkte, der betonte: »Die neueste Technik soll ausgestellt werden.« Zudem sollen die Besucher zum Mitmachen angeregt werden. Auch lokale Erfindergrößen wie Xaver Henco oder Friedrich-August-Haselwander könnten hier gewürdigt werden.

- Anzeige -

Auch Unternehmen sollen mit ins Boot geholt werden. Sie könnten sich an der Finanzierung beteiligen und im Gegenzug Ausstellungsflächen für ihre Entwicklungen bekommen – ganz gleich, um welche Geräte es geht. So seien die Spülmaschinenhersteller Meiko und Hobart »geradezu prädestiniert, da einzusteigen«, sagte Hans-Peter Schemitz.

Die Initiatoren halten Offenburg als Standort für ideal. Die Stadt verfüge über eine innovative Wirtschaft, über Wissen und Kultur, Medien und Kommunikation sowie eine sehr gute Verkehrsanbindung, nicht zuletzt über Tourismus, wie Braun aufzählte. Zudem liege Offenburg genau in der Mitte der »Blauen Banane«, wie der französische Geograf Roger Brunet die besonders bevölkerungsreiche und dynamische gekrümmte Achse zwischen irischer See und Mittelmeer genannt hat. »Was liegt näher, als hier so ein Zukunftsmuseum aufzubauen?« 

Was die Größe angeht, zog Schemitz einen Vergleich zum Technikmuseum in Bonn mit 1500 Quadratmetern. »Es muss nicht die kleinste Variante sein«, betonte er. Bei der Frage nach dem Gebäude verwies er auf die nördliche Hauptstraße mit ihren vielen Leerständen, darunter die alte Post.

HINWEIS: Ein erster Infotreff zum Museumsprojekt findet am Samstag, 9. Juli, um 15 Uhr im Show-Room, In der Jeuch 3, statt. Eingeladen sind alle, die sich eine Unterstützung des Projekts, sei es durch Kontakte oder auch finanziell, vorstellen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • vor 6 Stunden
    Eröffnung am 30. März
    Beim Grillen wird es jetzt richtig heiß: Der Obi Markt in Offenburg eröffnet am Samstag, 30. März, seine neue 500 Quadratmeter große »BBQ & Grillwelt« – und macht sich zur Top-Adresse für Grill-Fans. Kunden erwartet ein konkurrenzlos großes Angebot an Grills und Zubehör von Top-Marken. Zur...
  • 19.03.2019
    Kehl
    Zum 29. Mal können Gäste am Wochenende des 30. und 31. März in der Kehler Innenstadt den Kehler Autopark besuchen. Eingerahmt ist er in ein Frühlingsfest, der Sonntag ist außerdem verkaufsoffen.
  • 28.02.2019
    Kehl-Kork
    Traumhafte Bäder in den verschiedensten Varianten, zugeschnitten auf die individuellen Wünsche des Kunden - dafür stehen die Experten von Badtraum in Kehl-Kork seit 11 Jahren. Das Besondere dabei: Badtraum liefert alle Leistungen aus einer Hand und steht den Kunden von der Planung bis zum Einbau...
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 6 Stunden
Das Jubiläum steht im Fokus
Der Tennisclub Weier konzentriert seine Aktivitäten für 2019 neben dem Sportbetrieb auf das Jubiläum seiner Gründung vor 40 Jahren.
vor 6 Stunden
Handwerkerstammtisch festelte
Als Papst Pius IX. 1870 den heiligen Josef zum Patron der Kirche erklärte, gab es den Handwerkerstammtisch »Alpenkräutler« noch nicht. Kein Grund für die Offenburg Handwerker, den Namenstag ihres Schutzpatrons nicht zu einem ihrer Festtage zu erheben und am Dienstag entsprechend zu feiern.  
vor 7 Stunden
Offenburg
Seit vergangenen Freitag müssen Nutzer des Obi-Parkplatzes in Offenburg eine Parkscheibe im Auto hinterlegen, um zwei Stunden kostenfrei zu parken. Hat sich die Situation mit Dauerparkern vor Ort bereits geändert? Wir haben beim Marktleiter nachgefragt.
vor 7 Stunden
Antrag der Fraktionen
Nach ihrem Vor-Ort-Termin fordern Stadträte in einem Antrag die Überprüfung der Situation auf dem Parkplatz der Nordwest-Schulen – und schlagen fünf Punkte vor.
vor 8 Stunden
Land schüttet Fördergelder aus
Finanzhilfen in Höhe von 5,4 Millionen Euro fließen durch das städtebauliche Förderprogramm 2019 in den Landtagswahlkreis Offenburg. Dies teilten gestern die Landtagsabgeordneten Volker Schebesta (CDU) und Thomas Marwein (Grüne) mit.  
vor 10 Stunden
Ausgebildet in Moskau
Im Chorwerk Ohlsbach stehen die Zeichen nach sehr erfolgreichen Jahren mit dem Ausscheiden von Dirigentin Swetlana Sessler auf Wechsel und Weiterentwicklung. Aus der Reihe der Bewerber entschieden sich die Chormitglieder mit großer Mehrheit für Uliana Nesterova, die angetreten ist, die...
vor 10 Stunden
Erster Termin am 5. April in Bohlsbach
Die Stadt Offenburg hat am Mittwoch den Fahrplan für die Bürgerinfos zur Standortsuche für den Klinik-Neubau vorgestellt. Fünf Termine sind Anfang April geplant.
vor 13 Stunden
"German Doctors"
Kinderärztin Sandra Haghir war für ein Projekt der Organisation »German Doctors« sechs Wochen im afrikanischen Sierra Leone. Neue Krankheitsbilder, eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit sowie das Thema Ernährung,beschäftigten sie vor Ort.
vor 16 Stunden
Jahresversammlung der Ortenberger Wehr
Auch 2019 ist die Tagesbereitschaft der Feuerwehr in Ortenberg gewährleistet. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben Bilanz gezogen. 20 Einsätze gab es im vergangenen Jahr. Die Wehrleute engagierten sich insgesamt 1673 Stunden in Einsätzen und Proben. 
vor 16 Stunden
Diskussion zur Einkaufsstadt
Die FDP-Gemeinderatsfraktion erarbeitete bei einem Infoabend mit Bürgern Vorschläge, um die Attraktivität der Innen- und Oststadt zu erhalten und auszubauen. Zwei Erkenntnisse: Uniformität ist kontraproduktiv, und es braucht mehr Grün.  
vor 16 Stunden
Hunde sollen bei Wildschweinjagd helfen
Die Gemeinde Nordrach kommt den Inhabern eines Jagdscheines steuerlich entgegen: Für bis zu zwei Jagdhunde müssen diese künftig keine Hundesteuer bezahlen. Dies beschloss der Gemeinderat am Montag.
vor 19 Stunden
Krisen-Abteilung Baurecht
In einem mündlichen Sachstandsbericht hat Daniel Brugger, Leiter der Abteilung Baurecht im Technischen Rathaus, über den Fortschritt in Sachen Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren informiert.