Durbach

Der Weinort Durbach soll eine Brauerei bekommen

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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27. Oktober 2016
Das eigene Bier soll in einer kleinen, neuen Produktionsstätte in Durbach fließen.

(Bild 1/2) Das eigene Bier soll in einer kleinen, neuen Produktionsstätte in Durbach fließen. ©Archivfoto: Florian Würth

Gibt es in Durbach bald wieder eine Brauerei? Der Gemeinderat hat sich mit einer Voranfrage zum Neubau eines Betriebsgebäudes beschäftigt. Die Anlage soll als Hausbrauerei für eine Gaststätte im Obertal dienen. Der Rat stimmte der Voranfrage zu – obwohl sich die avisierte Fläche im Außenbereich befindet. 

»Wir wollen damit auch eine alte Tradition in Durbach wiederbeleben, denn hier gab es einmal mehrere Brauereien«, sagte Antragssteller Markus Volk am Mittwochabend im Durbacher Gemeinderat. Volk will zusammen mit seinem Schwiegervater, der im Durbacher Obertal die Gaststätte »Brandeckblick« betreibt, eine Hausbrauerei errichten. Bereits seit Jahren beschäftigten sie sich mit dem Thema, so Volk. 

In zwei Bauabschnitten soll direkt angrenzend an die Gastwirtschaft und den Biergarten in Richtung Durbach ein kleines Betriebsgebäude für eine Hausbrauerei entstehen. »Mit viel Glas, offen für unsere Gäste und Räumlichkeiten für einen Verkostungsraum«, erläuterte Volk. 

35 Meter zur Straße
Allerdings befindet sich das zu bebauende Grundstück rund 35 Meter entfernt von der Durchfahrtsstraße »Obertal« und damit, so die Einschätzung der Verwaltung, in der zweiten Baureihe. »Und dies heißt für uns Außenbereich, wo eigentlich nur privilegierte Gebäude gebaut werden können«, betonte Bürgermeister Andreas König. Eine Hausbrauerei falle nicht unter dieses Privileg. 

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»Aber man könnte es auch als Erweiterung des vorhandenen Gaststättenbetriebs sehen«, warf Bürgermeister-Stellvertreter Hubertus Gernoth in die Diskussion mit ein. Gernoth war nicht das einzige Ratsmitglied, das sich von der Idee einer Brauerei im Weinort begeistern ließ. Auch Sabine Dogor-Franz, Sprecherin der Freien Wähler, hob wie Gernoth die touristische Attraktion für den Ferienort hervor. »Auf jeden Fall wäre dies eine spannende Aufwertung für Durbach.« 
In Sachen »Außenbereich« und dessen Einstufung hat die Baurechtsbehörde des Landratsamts das letzte Wort. »Normalerweise müssten wir die Bauvoranfrage heute Ablehnen«, gab König noch zu Gehör. Allerdings wurde der Rathauschef zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt in einer öffentlichen Sitzung vom Ratsgremium umgestimmt. Mehrheitlich stimmte der Rat der Bauvoranfrage zu – trotz der Gewissheit, dass in diesem Fall die Rechtslage in Sachen »Außenbereich« und »Privilegierung« noch ungeklärt ist. 

Gleich in der Nachbarschaft, zum Beispiel beim Hotel »Rebstock«, befinden sich Baulichkeiten ebenfalls in der zweiten Baureihe, stellten die Räte beim Blick auf eine Luftbildaufnahme fest. König selbst konnte sich schließlich auch für diese Gründeridee begeistern und stellte dem Investor auch eine Änderung des Bebauungsplans in Sicht, nicht ohne zu betonen: »Das letzte Wort hat das Landratsamt.« 

»Das läuft«
Wie Markus Volk berichtete, habe man sich erst im vorhandenen Gebäude umgeschaut, bevor die Wahl auf das nun diskutierte Gelände fiel. »Aber leider haben wir keinen Platz für die geplante Brauanlage gefunden«, versicherte Volk. Der laufende Vertrag mit einer Offenburger Brauerei laufe noch drei Jahre. Danach möchte Volk sein eigenes Bier im Ausschank haben. »Das läuft, ich kenne da viele Beispiele von Gasthäusern, die nicht so an einer touristisch interessanten Straße liegen, wie wir hier.« Volk betonte zudem, dass es sich ausschließlich um eine Hausbrauerei handeln werde. Bier solle nur im Gasthaus selbst oder in Zwei-Liter-Siphons verkauft werden. 

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