Serie Ortsgespräche (59)
Dossier: 

Wie Musikvereine mit Corona-Auflagen zu kämpfen haben

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08. Juli 2020

Johannes Uhl. ©privat

Wie die Musikvereine mit den aktuellen Corona-Auflagen zu kämpfen haben, erläutert Johannes Uhl, Vorsitzender des Musikvereins Niederschofheim.

In unserer Serie Ortsgespräche unterhalten wir uns mit Menschen aus der Nachbarschaft – über die spannenden Sachen, die sie so tun. Und wie sie mit der Corona-Situation zurecht kommen. Heute: Johannes Uhl.

Herr Uhl, was ist dem Musikverein nach der aktuellen Verordnung erlaubt?

Nach der aktuellen Corona-Verordnung dürfen wir wieder mit dem Probebetrieb und dem Musikunterricht beginnen. Natürlich erfordert dies Abstands- und Hygieneregeln, wie etwa einen Mindestabstand von 2,50 Metern im Einzelunterricht, ein Tuch zum Auffangen von Kondenswasser oder regelmäßigen Händedesinfizieren. Damit diese Regeln umgesetzt werden, haben sich alle Vorstände der Hohberger Musikvereine zusammengesetzt und gemeinsam ein Hygieneschutzkonzept für den Musikunterricht als auch für den Probebetrieb für Veranstaltungen geschrieben. 

Diese Konzepte haben wir gemeinsam Bürgermeister Jehle vorgestellt und uns darüber verständigt, dass er die gemeindeeigenen Hallen für uns Musikvereine sowohl für den Einzelunterricht als auch für den Probebetrieb für konkrete Veranstaltungen erlaubt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar, dass wir uns nach dieser langen Zeit der Abstinenz wieder zum Musizieren treffen können.

Kann Ihr Verein die Auflagen, vor allem die Abstandsregel, erfüllen?

Wir in Niederschopfheim sind in der glücklichen Lage, die Harmoniehalle als Proberaum nutzen zu können. Sowohl die Bodenfläche als auch die Raumhöhe sind ausreichend, sodass wir gut unter Einhaltung der gültigen Abstandsregeln proben können. Wir tasten uns allerdings langsam an die Regelungen heran.

Wer probt alles?

Konkret haben wir am letzten Freitag die erste Vollprobe gemacht, zuvor haben wir eine Probe mit den Holz- und eine mit den Blechbläsern durchgeführt. Unser Dirigent Stefan Kiefer als auch ich waren sehr froh, dass fast alle Musikerinnen und Musiker in die Proben kamen. Das zeigt uns, dass es allen wichtig ist, sich endlich wieder zum gemeinsamen Musizieren zu treffen. Ich kann sagen, dass die ersten Töne richtig gut geklungen haben, man merkte, dass wir durch unsere online Projekte, die wir auf YouTube hochgeladen haben, nicht ganz aus der Übung gekommen sind. 

Der Probeabschluss kann leider nicht wie gewohnt stattfinden, da das Kabüffle, unser wichtiger Kommunikationstreff, verständlicherweise nicht genutzt werden darf. Aber wir sind uns sicher, dass wir auch diese Phase überstehen und andere Formen finden, die Kameradschaft nach der Probe zu pflegen.

Wie sieht der Unterricht jetzt konkret aus?

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Der Einzelunterricht findet auch in der Harmoniehalle statt. Dort ist genügend Platz für Lehrerinnen und Lehrer  und Schülerinnen und Schüler mit Abstand zu proben. Wir erhalten viele positive Rückmeldungen, auch von den Eltern, dass endlich wieder Präsenzunterricht abgehalten werden darf. Leider konnten jedoch durch persönliche Umstände noch nicht alle Lehrerinnen und Lehrer mit dem Präsenzunterricht starten. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz besonders bei allen Schülerinnen, Schülern, unseren Lehrerinnen, Lehrern und den Eltern bedanken, dass sie so gut mitgeholfen habe, die lange Zeit des Onlineunterrichtes mitzutragen und uns viel Verständnis entgegengebracht haben.

Freuen Sie sich über die Lockerungen?

Wir freuen uns sehr über die Möglichkeiten, wieder Blasmusik zu machen, wissen aber auch, dass wir uns alle noch auf sehr dünnem Eis bewegen. Uns ist es deshalb sehr wichtig, die bestehenden Vorgaben umzusetzen und konsequent anzuwenden. 

Was sagen die Mitglieder dazu?

Unseren Mitgliedern haben wir ausführlich erklärt, welche Regelungen gelten, und alle haben Verständnis für die Vorgaben und Einschränkungen und sind froh, wieder in die Probe kommen zu dürfen. Bis jetzt hielten sich alle Musikerinnen und Musiker vorbildlich an die Maßnahmen und auch im Einzelunterricht melden die verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer, dass alle Hygienestandards sowie die Abstände eingehalten werden.

Könnten Sie sich so ausreichend auf ein Konzert vorbereiten – so es denn erlaubt wäre?

Ich glaube, dass wir uns gut auf ein Konzert vorbereiten können. Ob und wie es im Dezember stattfindet, kann ich noch nicht sagen, dazu ist es zu früh. Aber wir wollen uns noch vor den Sommerferien wieder bei unserem Publikum zurückmelden mit einem kleinen Platzkonzert. Wir prüfen derzeit die Voraussetzungen und sind in Gesprächen mit der politischen, als auch mit der Kirchengemeinde. Sobald wie hier Näheres vermelden können, nutzen wir hierzu gerne wieder Ihre Zeitung.

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei unseren Musikerinnen und Musikern, dem Verwaltungsrat und unserem Dirigenten Stefan Kiefer bedanken. Schön, dass wir uns während der letzten Wochen auch in unserem Kabüffle-online getroffen haben. Danke, das so viele an unseren musikalischen Projekten zum 1. Mai, die Bläserklasse und die Jungmusiker bei „We will rock you“ und das Orchester bei „Forever at home“ mitgemacht haben. Stefan hat sich da richtig ins Zeug gelegt und die ganzen Einzelstimmen zu einem Kunstwerk zusammengeschnitten.

Wir haben alle gemerkt, der Zusammenhalt ist da und allen wichtig.

In der nächsten Folge kommt David Lipps, Vorsitzender des Musikvereins Hofweier zu Wort.
 

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