OB Steffens reagiert auf Grünen-Kritik

Deshalb mussten in Offenburg Bäume gefällt werden

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red/flo
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27. März 2019

Der Tulpenbaum im Bürgerpark musste wegen einem Gipfelbruch gefällt werden. ©Ulrich Marx

Nach mehreren Baumfällungen in Offenburg hatten die Grünen-Fraktion im Gemeinderat Kritik geäußert. OB Marco Steffens hat nun auf den Antrag von Stadtrat Stefan Böhm reagiert. Er erläutert das Vorgehen – und zeigt sich in einem Punkt gesprächsbereit.

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Marco Steffens hatte Grünen-Stadtrat Stefan Böhm Ende Februar Informationen zu mehreren Baumfällungen in der Stadt gefordert und eine bessere Informationspolitik angemahnt. OB Steffens hat mit einem Schreiben reagiert, das gestern als Pressemitteilung versandt worden ist.

Die gefällte Roteiche sowie die Linde an der Gewerbeschule liegen laut Steffens im Verantwortungsbereich des Landratsamts. Da die Baumschutzverordnung durch den Beschluss des Gemeinderates seit 26. November 2018 außer Kraft gesetzt sei und somit Fällungen im Regelfall nicht mehr genehmigungspflichtig seien, entziehe sich der Grund der Fällungen seiner Kenntnis.

Der Tulpenbaum im Bürgerpark (wir berichteten) sei »stark geschädigt« gewesen, so Steffens. Der Hauptgrund für die Fällung sei ein länger zurückliegender Gipfelbruch in circa acht Metern Höhe, »an dem sich über mehrere Jahre eine Morschung mit deutlicher Zersetzung des Stammkörpers entwickelte«, gewesen.  

Steffens betont: »Es bestand akute Bruchgefahr.« Schnitt- oder Sicherungsmaßnahmen zur Stabilisierung seien nicht mehr möglich, die Fällung zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit »unumgänglich« gewesen. Die Baumkontrollen hätten die TBO übernommen, eingehende Untersuchungen seien mit Unterstützung von externen Baumsachverständigen vonstatten gegangen .

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Die Weide am Winkelbach sei bewusst als Biotopbaum stehen gelassen worden, »obwohl sie mehrere Schadsymptome aufzeigte«, so der OB. Der Befall mit einem Lackporling am Stamm habe zu einer stark fortgeschrittenen Weißfäule geführt. Stand- und Bruchsicherheit seien nicht mehr zu gewährleisten gewesen. Steffens versichert: »Die Fällung wurde nicht wegen des Brauhauses durchgeführt.« 

»Ausführlich informiert«

Im Umweltausschuss am 14. November 2018 habe die Verwaltung über die Fällungen »ausführlich informiert«. Auch die Presse habe darüber berichtet. Den Vorschlag, bei Baumfällungen vorab in der Presse zu berichten, halte er für sinnvoll, schreibt Steffens. Aufgrund der Vielzahl von Fällungen sei dies aber nur in Ausnahmefällen, »bei einzelnen, stadtbildprägenden Bäumen oder besonderen ›Baumpersönlichkeiten‹« zu gewährleisten.

Der Vorschlag, den Verbleib von stehendem Totholz oder abgängigen Bäumen mit starken Stammdurchmessern zu fördern, sei »aus ökologischen Gründen sinnvoll und wünschenswert«. Wegen der Verkehrssicherheit sei dies im städtischen Bereich aber »nur in Ausnahmefällen zu verantworten«. Liegendes Totholz berge direkt am Wasserlauf die Gefahr von Stauungen. Frei liegendes Totholz sei »ökologisch auch weniger wertvoll«. Dies ändere sich, »wenn auf den angrenzenden Flächen eine Verbuschung beziehungsweise Verwaldung« stattfinde. 

Er schlage vor, diese Hinweise im Umweltausschuss, voraussichtlich am 13. November, zu behandeln.

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