Offenburg - Rammersweier

»Die Damen sind mir ans Herz gewachsen«

Christl Mai
Lesezeit 3 Minuten
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05. Februar 2015

Toni Spinner hört nach 38 Jahren als Übungsleiterin beim TuS Rammersweier auf. ©Gisela Fischer

Nach 38 Jahren als Übungsleiterin der Damen-Gymnastikgruppe »50 Plus« beim TuS Rammersweier legt Toni Spinner ihr Amt in jüngere Hände. Nachfolgerin ist Steffi Klein. In der Hauptversammlung des TuS am heutigen Donnerstag (19 Uhr, Turn- und Festhalle) wird die langjährige Übungsleiterin offiziell verabschiedet.

Frau Spinner, fällt Ihnen der Abschied als Übungsleiterin beim TuS Rammersweier nach 38 Jahren schwer?
Toni Spinner: Wenn man so viele Jahre einer Sache mit Herzblut gedient hat, fällt es einem nicht leicht, der Gruppe die Entscheidung zum Aufhören mitzuteilen, das muss ich gestehen. Sicherlich wäre ich noch einige Jahre bereit und in der Lage gewesen als Übungsleiterin weiterzumachen, doch der ärztliche Rat war letztendlich ausschlaggebend, jetzt aufzuhören.

Ihre Gruppe, die Sie 1976 ins Leben gerufen haben, nachdem Sie zuvor als junge Mutter von zwei Töchtern Übungsleiterin im Kinderturnen waren, nannte sich anfänglich Seniorengymnastik. Wurde der Name geändert, weil man sich heute mit 50 oder 60 noch nicht alt fühlt?
Spinner: Es kam die Zeit, in der viele der von Anfang an aktiven Seniorinnen aus Alters- und Krankheitsgründen ausschieden. Zum Glück rückten jüngere interessierte Gymnastikteilnehmerinnen nach. Da lag es auf der Hand, aus den Seniorinnen die »50 Plus«-Gruppe zu kreieren, und schon spielte das Alter keine Rolle mehr.

Erzählen Sie uns von den Anfängen. War es damals leichter, Frauen im reiferen Alter für Gymnastik zu interessieren?
Spinner: Ich denke schon. Frauen aus dem Dorf, aber auch Vorstandsmitglieder des TuS traten mit der Bitte an mich heran, eine Gymnastikgruppe für reifere Jahrgänge ins Leben zu rufen. Anfänglich bestand die Gruppe aus zwölf Mitgliedern. Die Zahl wuchs stetig, und in der Glanzzeit vor 25 Jahren waren es rund 45 gymnastikbegeisterte Damen, die die wöchentlichen Übungsstunden besuchten. Heute sind es noch ein gutes Dutzend.

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Sie haben mit Ihrer Gruppe öfter Tänze einstudiert und traten wiederholt bei Veranstaltungen auf. Wie kamen die Vorführungen der »reiferen Jahrgänge« beim Publikum an?
Spinner: Unsere Tanzvorführungen kamen ebenso gut an wie die Ball- oder Reifengymnastik. Ich denke da besonders an die 750-Jahr-Feier in Rammersweier, an Dorffeste im Rahmen des Bauernmarktes, an Jubiläumsfeiern des TuS Rammersweier, an Alterstreffen des Ortenauer Turngaues oder an die Landesgymnaestrada in Donaueschingen.

Gab oder gibt es neben den Übungsstunden auch gesellige Zusammenkünfte?
Spinner: Die Gruppe unternimmt alljährlich in den Sommermonaten einen Ausflug. Wir haben viele Landesgartenschauen oder andere sehenswerte Ziele in Baden-Württemberg besucht. Bis vor einigen Jahren trafen wir uns während der Sommerferien zu Radtouren oder Wanderungen. Vor den Weihnachtsferien ist alljährlich ein festliches Essen mit kleinem Programm angesagt, das sich keine unserer Damen entgehen lässt.

Fühlen Sie sich der Gruppe »50 Plus« weiterhin verbunden, auch wenn Sie nun nicht mehr als Übungsleiterin tätig sind?
Spinner: Selbstverständlich bleibe ich der Gruppe verbunden und habe mir fest vorgenommen, sofern es die Gesundheit erlaubt, dienstags die Gymnastikstunde zu besuchen, um den Kontakt zu »meinen« Damen, die mir in all den Jahren regelrecht ans Herz gewachsen sind, aufrechtzuerhalten.

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