20 Jahre "CantTanten"

Die Singgemeinschaft aus Zell a. H. ist fast schon Kult

Autor: 
Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juli 2018

Bei der Probe: Seit 20 Jahren singen die Zeller »CanTanten« unter der Leitung von Bärbel Neunzig (am Klavier) mit großer Freude und Einigkeit. ©Inka Kleinke-Bialy

»Ich war diejenige, die am meisten gestaunt hat«, erinnert sich Chorleiterin Bärbel Neunzig an den Erfolg, den die »CanTanten« von Anfang an hatten. Vor 20 Jahren als einer der ersten reinen Frauenchöre in der Region entstanden, feiern sie heute, Donnerstag mit einem Konzert.

Bis zu 38 Frauen im Alter von 29 bis 80 Jahren treffen sich jeden Mittwochabend zur Probe. In fester Ordnung nehmen die verschiedenen Sopran- und Altstimmen Platz, Bärbel Neunzig dirigiert vom Flügel aus. »1998 sind wir als eigentlich nur für einen Auftritt gedachtes Projekt entstanden«,  erzählt die Lehrerin mit den Schwerpunktfächern Musik und Sport, die vor ihrer Pensionierung im Bildungszentrum »Ritter von Buß« unterrichtet hat. Das Projekt ging vom Männergesangsverein in Unterharmersbach aus, dessen Vizedirigentin die heute 75-Jährige war und der für sein Jahreskonzert mit Frauenstimmen eine andere Klangfarbe in das akustische Geschehen bringen wollte. Die damals gefundenen 16 Sängerinnen aber wollten weitermachen und schlossen sich unter der Leitung Neunzigs zu einer Singgemeinschaft zusammen.

Koreanische Texte

Ausdrücklich international singen sie. Nicht nur in englischer und französischer, sondern auch in schwedischer und sogar koreanischer Sprache. »Aber wenn uns ein Koreaner hört, tut dem bestimmt der Bauch weh«, schmunzelt Bärbel Neunzig in ihrem trockenen Humor. Einen dicken Leitzordner füllt das Repertoire der Sängerinnen inzwischen. Denn neben dem längst Usus gewordenen alljährlichen Osterkonzert mit den Männern veranstaltet der Frauenchor alle drei Jahre ein Benefizkonzert in stets vollbesetztem Saal.

Wobei der größte Teil der Lieder auswendig gesungen wird, trotz der teils richtig harten Arbeit, die das Auswendiglernen bedeutet. »Denn die Damen kamen auf die Idee, man könnte ja ein bisschen Performance machen, und wenn’s nur mit dem Hintern wackeln ist«, bringt die Chorleiterin mit ihrer liebevoll-spitzbübischen Art alle zum Lachen.

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Das Endergebnis lohnt die Mühen: »Die Zusammenführung der einzelnen Stimmen ist was ganz, ganz Schönes«, formuliert eine Sängerin stellvertretend für alle: »Das ist interessant, wie sich das abspielt und wie es im Laufe der Zeit immer besser wird.« Und eine andere ergänzt: »Zunächst verzweifelt die Bärbel manchmal.« Bei der Probe herrscht allgemeines Kichern, Bärbel Neunzig schmunzelt schelmisch.

Auch sie selbst sei immer wieder gefordert. »Die ganzen modernen Sachen, die wir singen, die hat sie gar nicht gekannt«, erzählen die Frauen, denn ihre Chorleiterin kommt aus der Klassik: »Ich musste richtig hart üben – diese Rhythmen! Und diese Akkorde! Ich hab’ ständig gedacht, ich spiel’ falsch!«

Erlös fürs Jugendhospiz

Das Benefizkonzert der »CanTanten« – diesmal mit ihren Lieblingsliedern – findet heute, Donnerstag, um 20 Uhr im Zeller Kultur- und Vereinszentrum »Obere Fabrik« statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Der Erlös kommt dem Ortenauer Kinder- und Jugendhospizdienst in Offenburg zugute.

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