Zell am Harmersbach - Unterentersbach

Die uralte Tradition lebt weiter

Autor: 
Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 3 Minuten
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06. Dezember 2013

: In Florian Berger haben die Unterentersbacher Klauserer einen würdigen Nachfolger für das Amt des heiligen St. Nikolaus gefunden. ©Inka Kleinke-Bialy

Florian Berger (24) trat am Donnerstag die Nachfolge von Christian Dumin (30) an. Neun Jahre hatte der das Amt des Nikolaus in Unterentersbach bekleidet, mit den »Schwarzen« und dem Biggesel als »Höllentier« im Gefolge.

Zell-Unterentersbach. Der bisherige Nikolaus beim »Klausern« in Unterentersbach, Christian Dumin, ist inzwischen verheiratet, den Regeln des Brauchtums zufolge dürfen jedoch nur Ledige beim Klausern mitmachen. Dass eben dieses in den letzten Jahren wieder aufgeblühte Brauchtum nun nicht sterben darf – darüber waren sich die Klauserer beim Rutenbinden am vergangenen Samstag einig.

Ebenso wichtig war ihnen, »eine Konstante« zu haben. Jemanden also, der den Heiligen Mann für eine erneut längere Zeit verkörpert. Um dies zu ermöglichen, beschloss man Änderungen betreffs der Organisation, die bislang dem jeweils amtierenden Nikolaus oblegen hatte. Heuer jedoch verteilte man die Annahme der Voranmeldungen sowie die Routenplanung auf weitere Schultern.

Und so erklärte sich Florian Berger bereit, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Von ebenfalls großer schlanker Statur, passte nicht nur das Kostüm perfekt – auch freuten sich all jene Erwachsenen, die ihn und sein Gefolge in der Nacht zum Nikolaustag an  ihren Haustüren empfingen, über wieder einen »großen Nikolaus«. Über einen also, wie ihn die Kinder seit Jahren in Unterentersbach kennen.

14 Häuser besucht

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»Es lief richtig gut«, resümierte Berger mit Abschluss der Klauserrunde denn auch. »Wir haben viele nette Menschen getroffen und viele, viele Kinder.« Drei bis vier warteten im Schnitt bei jeder der 14 Anlaufstellen auf ihn, und meist hatten sich mehrere Familien und/oder die Verwandtschaft zusammengetan, um den Abend gemeinsam zu verbringen. »Riesig gefreut haben sich die Kinder, das war richtig schön«, zeigte sich der Wirtschaftsinformatiker über deren Strahlen ebenso glücklich wie darüber, ihnen etwas mitgeben zu können. Denn ebenso Lob wie Tadel hatte er aus seinem Buch vorgelesen, das vor den jeweiligen Haustüren mit heimlich zugesteckten Hinweisen bestückt worden war.

Von jahrelanger Erfahrung konnte Berger bei der erstmaligen Ausübung seines Amtes profitieren, ist er doch seit dem 16. Lebensjahr beim Klausern dabei und hat sich daher vieles von seinem Vorgänger abschauen können. Gut vorbereitet sah er sich daher auf die unterschiedlichen Situationen, die ihn und seine schwarzbemalten Mannen in den einzelnen Häusern erwarteten.

Übrigens mit der jeweils dafür erforderlichen Zeit dies, das war Berger wichtig. Um so mehr bedauerte er, dass die letzte Familie, bei der die Klauserer eintrafen, die Kinder bereits ins Bett geschickt hatte. »Die waren noch sehr klein und die Zeit von 17 bis 21.30 Uhr für sie einfach zu lang.«

Ein Wermutstropfen, doch der einzige. Zumal der Biggesel vom Förderverein »Schönes Entersbach« restauriert worden war und mit 16 »Schwarzen« so viele wie selten den Nikolaus begleiteten.

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