Offenburg - Bühl

Diese Männer putzen ehrenamtlich die Bühler Kirche

Autor: 
Martin Röderer
Lesezeit 4 Minuten
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03. März 2021

Das männliche Putz-Trio in Aktion (von links): Egon Schnebelt, Bernhard Harter und Werner Sester bei ihrem ersten Einsatz 2019 in der Bühler Kirche. ©Martin Röderer

Sie sind das einzige männliche Trio, das die Bühler Kirche putzt:  Werner Sester, Bernhard Harter und Egon Schnebelt kamen mehr oder weniger per Zufall zu ihrem ehrenamtlichen Job.

Das Putzen der Kirche hat, zumindest in den kleinen Pfarreien, eine lange Tradition. Immer wieder werden Freiwillige gesucht, welche das Gotteshaus sauber halten – und das natürlich zum „Gotteslohn“. „Ich habe die Aufgabe von meiner Mutter übernommen“, berichtet Franziska Sester, die zusammen mit ihrer Schwester Ursula Firnkes vom Bühler Gemeindeteam dafür sorgt, dass genügend Helfer für diese Tätigkeit vorhanden sind. So gilt es auch, Ersatz für ausscheidende Putzkräfte an Land zu ziehen, damit die Arbeit auf möglichst vielen Schultern verteilt werden kann. 

Blickt man zurück, war das Kirchputzen bis vor zwei Jahren eine reine Frauendomäne, sowohl in Bühl als auch in den umliegenden Gemeinden. Ein zufälliges Zusammentreffen von drei Personen war dann der Auslöser für eine Veränderung bei der Bühler Pfarrgemeinde. Carola Stumm, die Vorsitzende des Bühler Kirchenchors und Egon Schnebelt, ein Urgestein des einheimischen Fußballvereins, waren im Frühjahr 2019 beim Einkaufen in der Bäckerei Maier. 

Im Kirchenchor singen

Die Vorsitzende und Mitsängerin im Chor rührte die Werbetrommel für das Beatles-Konzert im November, war auf der Suche nach Verstärkung für diesen Auftritt. „Du könntest doch auch im Kirchenchor mitsingen“, lautete der Anwerbeversuch von Stumm. „Bevor ich im Kirchenchor singe, putze ich eher die Kirche“, so die launische und wohl nicht so ernst gemeinte Antwort von Schnebelt. Dieser hatte die Rechnung aber offensichtlich ohne Franziska Sester gemacht, die als Verkäuferin hinter der Verkaufstheke  diese Worte sehr wohl wahrnahm. „Wenn der Egon mitputzt, erkläre ich mich auch bereit“, sagte Franziska Sesters Ehemann Werner und stimmte zu, diesen Dienst zu verrichten. Die Einwilligung von Egon Schnebelt war dann wohl Ehrensache. 

Da es ein Trio sein sollte, wurden die Fühler ausgestreckt. Hierzu diente als Plattform ein Jubiläumshock der Bühler KJG im Sommer auf dem Kirchplatz. „Du bist doch jetzt auch Rentner, hast Zeit und könntest helfen, die Kirche zu putzen.“ Der von Schnebelt angesprochene Bernhard Harter, im Ort in der Narrenzunft und beim FSV engagiert, sagte spontan zu. 

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Das erste männliche Kirchenputztrio in Bühl war hiermit gegründet. Die Feuertaufe mit dem ersten Einsatz erfolgte am 18. September 2019. Nach der Einweisung von Franziska Sester ging es ans Werk. Staubsauger mit Teleskop für das Kirchenschiff, Wischmopp, Putzlappen, Putzeimer und Putzmittel standen parat, und nach drei Stunden erstrahlte die Kirche in neuem Glanz. 

Jeder hatte seine Aufgabe, die Premiere war gelungen. Dort, wo die Geschichte begonnen hatte, im Bistro der Bäckerei Maier, endete der erste Einsatztag bei einem Kaffee. „An deinem Platz haben wir besonders gründlich geputzt“, so das Trio zum zufällig anwesenden Bühler Josef Sachs. Die Antwort war eine Einladung zu Kaffee und Kuchen. 

Alles reibungslos

Da sich mittlerweile zwölf Putztrupps gebildet haben, reduziert sich der Einsatz des Männer-Trios auf einen im Jahr. Im September durften die drei Kirchenputzer schließlich wieder ausrücken – alles klappte reibungslos, die Einladung von Josef Sachs war selbstverständlich und wird es auch so bleiben. „Wir werden die Pfarrgemeinde unterstützen, so lange die Gesundheit dies zulässt“, schaut das Trio in die Zukunft. 

Die Bühler Pfarrgemeinde hat dies gerne vernommen und kann sich den Diensten der ersten männlichen Bühler Kirchenputzer sicher sein. Alle drei sind darüber hinaus im Ort überaus engagiert. Werner Sester war es, der die ausgestellten Krippenfiguren in der Adventszeit herstellte. Bernhard Harter und Egon Schnebelt gehören dem „Rentnerteam“ des FSV an, welches dem Verein und der Kommune durch ihren ehrenamtlichen Einsatz schon so manchen Euro erspart hat. Sein langjähriges Engagement bei der Narrenzunft rundet Harters Tätigkeiten im Ort ab.

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