Schutterwälder Pferdenacht

Diese Nacht gehört den Pferden

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 4 Minuten
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21. Juli 2019

Rasant – die Compagnie Impulsion aus Frankreich im gestreckten Galopp auf den Rücken der Pferde. ©Ulrich Marx

Die Schutterwälder Pferdenacht war wieder randvoll mit atemberaubenden Aktionen und Geschichten rund ums Pferd. Die Zuschauer waren begeistert.

Das war ein Spaß: Bei der Schutterwälder Pferdenacht am Samstag wurde der erste »Schutterwälder Ironman« gesucht. Fünf junge Springreiter mussten zu Pferd Hindernisse nehmen, über den Sandplatz radeln, Luftballone aufstechen – Dusche inklusive – und zu einem Eimer laufen. Angefeuert wurden sie dabei von Moderator Hendrik Schulze-Rückamp, der auch dem Publikum den Einsatz gab: Erst musste das Pferd sicher übergeben worden sein. Vor allem letzteres erwies sich als Herausforderung, weil die Muskeln nach der anstrengenden Radelrunde versagten. 

Lokalmatador Jochen Teufel aus Altenheim, der als Letzter gestartet war, kostete dies den Gesamtsieg: Auf die letzten Meter musste er sich beim Laufen geschlagen geben. Niels Carstensen (17) aus Riedheim Ulm gewann nach fünf spannenden Durchläufen mit einer Zeit von 1,43 Minuten inklusive vier Sekunden Strafpunkten und erhielt den von Elektro Birk gestifteten E-Roller im Wert von 3500 Euro.

Präzise wie das Uhrwerk, das in den Melodien und Turmuhrschlägen angedeutet wurde, bewegten sich die Voltigierer aus Kehl-Sundheim auf ihren galoppierenden Pferden. Zeigten zunächst einzelne Mädchen ihre Übungen – etwa auf dem Pferd stehen oder seitlich daranhängen –, entwickelten sich bald Figuren, die das hohe Können der Gruppe zeigten. Bis zu drei Personen befanden sich auf dem Pferderücken, neben-, auf- und übereinander immer in perfekter Balance.

Schnell und halsbrecherisch

Das Ganze, nur noch schneller und halsbrecherischer, zeigte die Compagnie Impulsion aus Frankreich: In rasantem Galopp standen sie auf den Pferden, hingen unter dem Bauch, seitlich im Handstand oder gar waagrecht so hinaus, dass sie sogar noch mit beiden Händen die Deutschlandfahne schwenken konnten. Mit ihren temporeichen Darbietungen waren sie die Stars des Abends: Neben der grandiosen ungarischen Post – im Galopp auf zwei Pferden stehend – zeigten sie den Überfall einer Postkutsche authentisch mit krachenden Schüssen, nachgeschlepptem Mann und jeder Menge Action.

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Apropos Wild West: Ernst-Peter Frey und sein Quater Sugarman zeigten die altkalifornische Reitweise, inspiriert von den spanischen Eroberern: Die Garocha (Stange) in der Rechten, wird das Pferd einhändig geritten. Hierbei setzte der Reiter die drei Meter lange Stange auch ein, um das Pferd darum herum kreisen zu lassen und rückwärts zu treiben.

Ein Wiedersehen mit dem Duo gab es zum Broadway-Hit »König der Löwen«: Sugarman trug eine Löwenmähne, sein Reiter eine Affenmaske, und so tanzten sie über den Platz.

Diese Dressurelemente lernten die Zuschauer in der Folge noch näher kennen. Nach Ansage von  Roland Kern, Chefredakteur des Reiterjournals, präsentierten zwei junge Dressur-Ladies Piaffe, Passage, Zweier- und Einerwechsel und weitere Elemente der Hohen Schule. Danach konnten Madeline Grimminger auf Heros und Leonie Laier auf Seven Heaven ihr Goldenes Reitabzeichen entgegennehmen.

Ein bisschen schade war, dass die Blumendeko der Turnierparcours in die Mitte des Platzes gerückt worden war. Das behinderte von manchen Plätzen die Sicht auf die etwa ruhigeren Beiträge der von Alexandra Kühne zusammengestellten und Resi Dangel choreografierten Show, vor allem auf das Ballet Francaise mit dem Friesen, geritten von Tatjana Früh, und der als Kontrast weiß gekleideten Balletteuse Chiara Marquez. Mit fliegender Mähne und wallendem Behang spiegelte das Pferd gleichsam die Schritte der Tänzerin: Mit zauberhafter Anmut wertete das Duo den Sommerabend auf.

Eröffnet worden war die große Pferdenacht von einer Parade mit Handpferden und Kutschen. Dabei wurden verschiedene Rassen vorgestellt – vom American Miniature Horse bis zum riesigen Shire-Horse. Dabei stellte der Moderator klar, dass Pferde gut in der Arbeit eingesetzt werden können: Etliche der präsentierten Tiere arbeiten auch beim Holzrücken. 

Besonderer Blickfang war die Kutsche mit den Comtois aus dem Elsass nebst Flagge und entsprechendem Trachtenpaar. Auch Ardenner, Noriker und ein Haflinger wurden beim Schaubild »Die Welt der Pferderassen« gezeigt, Paul Schludecker, Züchter und bis vor ein paar Jahren langjähriger Vorsitzende der Badischen Fuhrleute, hatte seine Kontakte spielen lassen: Er hatte nicht nur die Akteure eingeladen, sondern auch dafür gesorgt, dass sie auf ihre Gage verzichten: Diese wird stattdessen dem Förderverein »Santa Isabel« von Marianne Mack überwiesen, um damit Gutes zu tun.

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