Offenburg

Diskussion hat an Biss verloren

Autor: 
Wolfgang Kollmer
Lesezeit 3 Minuten
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16. November 2003
Kampfhunde? War da was? Gut drei Jahre nach der lauten Einführung der Kampfhundeverordnung ist die Diskussion leiser geworden. Im laufenden Jahr gab es in Offenburg keine größeren Verstöße gegen das Kampfhundegesetz. Und in der Tierherberge sind bislang nur drei Kampfhunde, die ihren Besitzern abgenommen werden mussten.
Offenburg. Nachrichten wie diese erschütterten ganz Deutschland: Zwei Kampfhunde sprangen im Juni 2000 über die Mauer einer Schule in Hamburg, griffen einen sechsjährigen Jungen an und zerfleischten ihn. Direkt nach diesem schrecklichen Ereignis verschärften die Bundesländer ihre Hundeverordnungen. Seit Anfang April 2001 ist auch ein Bundesgesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde in Kraft. Demnach ist die Zucht und die Einfuhr von Pitbull-Terriern, American Staffordshire-Terriern, Staffordshire-Bullterriern, Bullterriern sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden verboten. »Das Problem müsste sich biologisch erledigen« glaubt der Leiter des Polizeireviers Offenburg, Adrian Brädle. Auch die Hundesteuer für Kampfhunde und als gefährlich eingestufte Hunde tut ein übriges. Saftige 600 Euro pro Jahr fallen in Offenburg an, wenn man einen Hund halten will, für den der Maulkorb Pflicht ist. Ein normaler Hund schlägt mit 75 Euro für den Stadtsäckel zu Buche. Schwieriger Kauf Der legale Neuerwerb eines Kampfhundewelpen ist heute nahezu ausgeschlossen«, heißt es aus dem Fachbereich 9 (Ordnungswesen) der Stadt Offenburg. Sollte der Hundebesitzer ohne Papiere angetroffen werden oder der Hund keinen Maulkorb auf der Schnauze haben, dann kann es auch zu empfindlichen Geldstrafen kommen. Bis zu 1000 Euro können in Offenburg für diese Vergehen verhängt werden. An der Kampfhundefront ist es derzeit ruhig. Adrian Brädle kann für 2003 keine größeren Verstöße ausmachen. Zwar gibt es hin und wieder Hundehalter, die ohne Papiere angetroffen werden oder bei denen der Hund keinen Maulkorb trägt, aber größere Verstöße gibt es nicht. Auch Vorkommnisse, bei denen als gefährlich eingestufte Hunde Menschen oder Tiere angreifen, sind Brädle für 2003 nicht bekannt. Negativ aufgefallene Kampfhundehalter müssen auch mit regelmäßigen Kontrollen rechnen. Brädle geht aber davon aus, dass es »immer einen illegalen Bereich« geben wird. Kampfhunde würden (zum Teil) unabsichtlich gezüchtet (dies kam schon in der Tierherberge vor) oder illegal eingeführt. Von Hundekämpfen in der Ortenau ist allerdings nichts bekannt. Uneinsichtige Halter Auch der Stadt liegen keine Hinweise auf die Haltung von nicht registrierten Kampfhunden vor. Nur ist ein einsichtiges Verhalten der Hundehalter selten festzustellen, wie es aus dem Fachbereich 9 heißt. »Mein Hund tut keinem etwas...« heißt es dann entschuldigend, oder sogar »er hat nur einmal gebissen.« Sogenannte Kampfhunde gelten nicht als »Waffe, die nach hinten losgeht«, will heißen, dass sie ihren Besitzer nicht angreifen, sogar sehr lieb sind. Das ist mit als ein Grund, warum Kampfhundehalter die Kritik und Ängste nicht nachvollziehen können. Wenn Kampfhunde aggressiv werden, sind die Folgen bekannt. Im Gegensatz zu anderen Hunden fehlt ihnen die Beißhemmung. Wenn sie zubeißen, dann lassen sie nicht mehr los. Dieser Beißzwang kann tödliche Folgen haben. Bislang sind in der Offenburger Tierherberge drei Kampfhunde, die den Besitzern abgenommen werden mussten. Tipp Wer mehr über Kampfhunde und das mit ihnen verbundenen Sicherheitsproblem wissen will - unter dieser Netz-Adresse sind die als »Kampfhunde« klassifizierten Hunde zu sehen: www.muenchen.de/referat/kvr/ordnung/tiere/ index.html

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