Voll besetzte Brumatthalle

Doppelkonzert in Ohlsbach ist ein "Erlebnis 2.0"

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 4 Minuten
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27. November 2017

»Hair«-Outfit: Dirigent Andreas Stiglmeier hat während des Doppelkonzerts am Samstag in der Brumathalle in Ohlsbach sein Outfit geändert, um im Stil der 1960er-Jahre die Zeit des Musicals »Hair« aufleben zu lassen. ©Erich Fakler

Vokalklang, Orchesterklang, getrennt und gemeinsam, dazu mit Albert Aggrey ein beeindruckender Gesangssolist. Dieses musikalische Arrangement bot am Samstag in der voll besetzten Brumatthalle Ohlsbach einen herrlichen Kontrast zum Novemberschmuddelwetter draußen.

Chorwerk-Leiterin Swetlana Sessler und Andreas Stiglmeier, Dirigent des Musikvereins Ohlsbach, hatten nach dem viel gelobten Konzert vor fünf Jahren erneut die Kraft gefunden, frische musikalische Ideen gemeinsam anzugehen. Peter Buß, langjähriger Vorsitzender von Chorwerk, und Johannes Bruder, seit diesem Frühjahr Vorsitzender des Musikvereins, sprachen in ihrer gemeinsamen Begrüßung von einem »Erlebnis 2.0«. Und zu einem solchen gestaltete sich bereits die Besetzung der Bühne zu Konzertbeginn am Samstag. 

Mit einer Kerntruppe von zwölf Sängern startet Swetlana Sessler a cappella das Vokalstück »Kom!« von Monica Åslund. Nach und nach gesellen sich singenderweise von allen Seiten die Sängerinnen vom Frauenchor »La Vita« sowie weitere Sängergruppen von rechts und links dazu. Zuletzt sind auch noch alle Musiker vor dem weiter singenden Gesamtchor vereint und schon erleben die Zuhörer, wie es in der Vorstellung von William Kettelbey »Auf einem persischen Markt« zugeht. 

Mehr als 40 Stimmen

Den Auftritt der schönen Prinzessin zelebriert der über 40 Stimmen zählende Gesamtchor auf der raunenden Klangbahn des anschmiegsam stützenden Orchesters. In schmelzender Paarung gestalten danach in »La Mer« das Orchester das in der Sonne flimmernde Meer und der Chor in emotionaler Tiefgründigkeit die Unendlichkeit des Ozeans. 

Ohne Orchester, dafür vom kraftvollen Spiel Adrian Sieferles begleitet, erklingt sodann in ansteckender Lebensfreude »Heute beginnt der Rest deines Lebens« von Udo Jürgens. Beifallsstürme erzeugten die zwei lebensbejahenden Stücke »You raise me up« und »O happy day«. Als Gesangssolist konnte hierzu Albert Aggrey von den »Golden Harps« gewonnen werden. Während der Chor von Sieferle begleitet den emotionalen Background bildet, zittert zum Finale von »You raise…«  eine letzte regenbogenfarbene Tonfahne noch lange nach. 

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In »O happy day« verkörpert Aggrey Rhythmus pur. Alles klatscht und swingt. Treibende Glissandi von Adrian Sieferle. Nach dem Wahnsinnsfinale bebt die Halle. Für »Blood, Sweat . . . at their best« beanspruchten die Musiker Andreas Stiglmeiers alle Aufmerksamkeit für sich. Diagonale Dialoge zwischen den Tuben aus der Orchestertiefe und den Trompeten auf dem rechten Flügel, Schlagwerkflimmern, urplötzliche Ausbrüche zu oszillierenden Klangbändern oder in beschaulich fließende Harmonien einpeitschende Tonfetzen waren herausragende Markierungen in dem fünf Stücke umfassenden Medley unmittelbar vor der Pause. 

Dunkler Melodienknäuel

Nach der Pause galt das Motto »Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen« (Goethe). Die musikalische Bandbreite erstreckte sich vom ergreifenden »Gabriellas Song« bis zum stampfenden »Rock me«. Doch das erste Stück »Hym to Red October« nach der Pause blieb allein Aufgabe der Instrumentalisten. Düster dräuende Tonwolken türmen sich auf.  Marschrhythmen schreiten unaufhaltsam voran. Dennoch schälen sich aus dieser Filmmusik zum Kalten Krieg auch hoffnungsvolle Farben aus dem dunklen Melodienknäuel. 

»Welch ein Geschenk ist ein Lied« war tatsächlich ein Geschenk von Chorwerk an die Konzertbesucher, ein Lied zum Dahinschmelzen. Unter die edel einsetzenden Frauenstimmen strömen in akkurater Artikulation die dunklen Männerstimmen. Ein summendes Finale lässt die gelungene Zelebration von Chorgesang leicht verebben. Im flott und melodisch flüssigen »I sing a Liad für di« begleitete Christian Bruder am Akkordeon. 

Mit »Hair Selection« lassen Chor und Orchester zum  Programmschluss die Friedenssehnsucht (»Make love, not war!«) der 1960er-Jahre lebendig werden. Andreas Stiglmeier am Pult und Peter Buß als Chorsänger veranschaulichen diese Zeit zusätzlich mit üppigen Perücken und grellem Outfit. Zur Melodie »Let the sunshine in« strahlen aus dem Meer der Musiker und Sänger die Soprane hell auf. 

Eine der drei erklatschten Zugaben war »Music was my first love«. Geradezu zärtlich bereiten die Instrumentalisten den Weg, auf dem die Sänger wie zum Hochaltar schreiten. Alles mündet in einem glitzernd schimmernden Finale.

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