1925 zum 30-Bestehen der Sanitätskolonne gestiftet

DRK-Ortsverein übergab historische Fahne an das Stadtarchiv

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 2 Minuten
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18. April 2019

Der DRK-Ortsverein übergab die Fahne an das Stadtarchiv: Wolfgang Gall (von links), Marco Steffens, Edith Schreiner, Sascha Koffer, Uli Mast und Antonia Koffer. ©Ulrich Marx

Ein seltenes Kleinod wurde vom Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes am Dienstag offiziell in die Hände des Stadtarchivs übergeben. Es handelt sich um die 1925 geweihte Fahne der damaligen »Sanitätskolonne«, aus welcher der Ortsverein hervor ging.

Es ist einem mutigen Mann zu verdanken, dass der Offenburger Rot-Kreuz-Ortsverein bis zum Umzug in das neue Rot-Kreuz-Zentrum an der Rammersweierstraße vor wenigen Jahren noch seine originale Festfahne im eigenen Besitz hatte. Zwar war es durchaus üblich, dass zu Jubiläen – im Fall Offenburgs wurde im Jahr 1925 das 30-jährige Bestehen der Sanitätskolonne begangen – der späteren Rot-Kreuz-Ortsvereine prachtvolle und teure Fahnen gestiftet wurden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Rahmen der Vereinnahmung auch des Roten Kreuzes für die neuen Machthaber alle Fahnen eingezogen. Auch die Offenburger Fahne hätte nach Stuttgart abgeliefert werden sollen. 

Zum Glück »vergaß« dies der dafür zuständige Bäckermeister Heck, wie die Chronik von 1978 von Heinrich Purrmann ironisch bemerkt. So entging die Fahne der Zerstörung und überstand die Kriegszeiten relativ unbeschadet. Auf einem groberen Trägerstoff aus Seide gefertigt und mit Applikationen versehen, die im Jahr 1925 schon die früher üblichen Handstickereien abgelöst hatten, mit Metalltroddeln umrahmt, weist die Fahne neben einem sichtbaren Wasserschaden vor allem schiere Alterserscheinungen auf. Der Stoff ist brüchig geworden, wenn auch noch nicht entscheidend verblasst. 

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Bereits beim Umzug aus der Ortenberger Straße in die Rammersweierstraße wurde die Fahne dem Stadtarchiv anvertraut. Am Dienstag ging das Erinnerungsstück ganz ins Eigentum der Stadt über, übergeben von der Vorsitzenden des Ortsvereins Edith Schreiner, ihrem Stellvertreter Sascha Koffer, Uli Mast und Schatzmeisterin Antonia Koffer. OB Marco Steffens und Archivleiter Wolfgang Gall nahmen sie entgegen. 

Die Sorge um und für das kostbare Stück obliegt in erste Linie Kuratorin Anne Junk, die auch erklärte, wie die Fahne aufbewahrt wird: In einer speziellen »Fahnenschublade«, flach liegend zwischen säure­freier Pappe und Seidenpapier. Zu sehen wird sie nur bei sehr seltenen Anlässen sein, denn vor allem UV-Strahlung, im Prinzip aber schon jede Bewegung ist Gift für das betagte und zarte Gewebe. 
Begleitet wird die Festfahne übrigens von zwei aufwändig hergestellten Bändern, die die befreundeten Sanitätskolonnen Lahr und Zell a. H. zum Jubiläum 1925 überreicht hatten. 

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