Weinlese des Wein- und Heimatmuseums

Durbacher Museum trottet wie vor 80 Jahren

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 2 Minuten
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19. September 2020

Museumsleiter Josef Werner und Museumsbrenner Gebhard Karcher (vordere Reihe von links) mit freiwillgen Helfern beim Entbeeren der gerade gelesenen Trauben. ©Hubertus Gernoth

Wie zu Großvaters Zeiten haben Freiwillige um Museumsleiter Josef Werner und Brenner Gebhard Karcher bei der Weinlese im Durbacher Museumshof geholfen. Den Wein gibt es beim nächsten „Burefeschd“ zu kosten.

Normalerweise wäre am jetzigen Wochenende rund um das Durbacher Wein- und Heimatmuseum Hochbetrieb mit dem „Buremärkt“ und dem kultigen „Burefeschd“. Allerdings ist im Jahr 2020 infolge der Krise nichts normal, nur das Museum selbst ist heute von 14 bis 17 Uhr und Sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Weinlese an Durbachs kleinstem Weinberg, direkt im Innenhof des Museums, fand allerdings trotzdem statt. 

Alte Rebsorten

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Am Donnerstag wurden die reifen Trauben der rund 200 Weinstöcke von freiwilligen Helfern gelesen. „Wer Lust hatte uns zu helfen, konnte kommen“, erklärte Josef Werner, Museumsleiter und Vorsitzender des Fördervereins Wein- und Heimatmuseum. Zehn Rebsorten stehen auf dem nur wenige Ar großen Gelände zwischen Mühlengebäude und Bienenhaus. „Das sind heute noch aktuelle Weinsorten wie Riesling und Spätburgunder, aber auch Sorten wie Elbling, die früher hier in Durbach angebaut wurden und schon längst nicht mehr verwendet werden“, verrät Werner. 

Das Besondere bei der bereits schon traditionellen Lese-Aktion des Museumsvereins: Direkt an Ort und Stelle wird das geerntete Traubengut verarbeitet. Die dazu erforderliche Gerätschaften gehören natürlich zum Bestand des Weinmuseums. Allerdings sieht modern anders aus. Statt mit einer elektrischen Entbeermaschine geht es im Museumshof nur mit Muskelkraft. „Das Teil ist schon über 80 Jahre alt“, bemerkte Museumsbrenner Gebhard Karcher. „Es wird mittels einer Drehkurbel angetrieben.“ Auch beim eigentlichen Trotten, beziehungsweise Pressen des Traubensaftes, wurde pure Muskelkraft eingesetzt. „Die kleine Trotte nehmen wir auch für das Trotten unseres Apfelsaftes“, sagte Werner. 

Die einzelnen Rebsorten werden bei der Weinbereitung im Museumshof nicht getrennt, sondern gleich als Cuvée ausgebaut. „Das gibt unser Museumströpfle, der hier im Haus verkauft wird und auch beim nächsten ‚Burefeschd‘ 2021 hier zu verkosten sein wird“, sagte der Museumsleiter. Mit Qualität und Menge des Weinjahrgangs 2020 zeigt sich Werner mehr als zufrieden, zumal die beiden Vorstandsmitglieder Hubertus Gernoth sowie Franz Lerch aus ihrem eigenen Bestand noch ein paar Kilo Trauben für das künftige Museumströpfle zur Verfügung gestellt hatten. Nachdem der frischgetrottene Traubenmost in ein Holzfass gefüllt wurde, spendierte der Museumsverein für die Helfer ein Vesper. 

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