Offenburg

Ein Wein mit großer Geschichte

Autor: 
Volker Gegg
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04. Dezember 2012
Volker Gegg

Volker Gegg

Der Klingelberger, laut Peter Wohlfahrt, »ein weltweit nicht austauschbares Produkt«, soll als Marke weiter bekanntgemacht werden. Winzer, Fachjournalisten, Fachleute und Weinfreunde trafen sich auf Schloss Staufenberg zum »1. Klingelberger 1782 Symposium« des Fördervereins.

Durbach. Als Plattform zum fachlichen Austausch zwischen Winzern und Weinfreunden, so war am Sonntagnachmittag die Premiere des Symposiums des Fördervereins Klingelberger 1782 angelegt. Elf Weinbaubetriebe in der Ortenau sind mittlerweile Mitglied (siehe Kasten). 1782 wurde auf dem 1,6 Hektar großen Klingelberg direkt neben Schloss Staufenberg auf Veranlassung von Markgraf Karl Friedrich von Baden mit 8000 Riesling-Setzlingen nicht nur der erste sortenreine Weinberg im ganzen Südwesten angebaut, sondern gleichzeitig ein Synonym für hervorragende Rieslinge geschaffen. Heute ist der Klingelberger laut dem deutschen Weingesetz das einzige anerkannte Synonym für Rieslingweine und damit laut Aussage der Fördervereinsmitglieder zu einer richtigen Marke geworden, die auch richtig vermarktet werden müsse. Nicht nur eine Podiumsdiskussion stand beim ersten Symposium auf dem Programm, sondern auch die Vorstellung der besten Weine mit dieser regionalen Besonderheit.

Historisches Erbe pflegen

Der Förderverein selbst, der sich nach den Feierlichkeiten zum 225. Geburtstag des Klingelbergers im Jahre 2007 gegründet hat, hat sich auf seine Fahnen geschrieben, das historische Erbe weiter auf hohem Niveau zu pflegen. Deshalb gehören zu den Kriterien für einen Wein mit einem »Klingelberger 1782«-Etikett nach Aussage von Mitgliedswinzer Andreas Laible junior nicht nur eine strikte Mengenreduzierung auf 50 Hektoliter pro Hektar Rebfläche (üblich sind 90 Hektoliter) und ein Mindestmostgewicht von 90 Grad Öchsle, sondern auch die Beschaffenheit des Bodens, die Meereshöhe sowie ein Mindestverkaufspreis von 15 Euro pro Flasche.

Es braucht »Storytelling«

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Bei der Podiumsdiskussion mit dem Schirm- und Hausherrn Bernhard Erbprinz von Baden und SWR-Nachrichtensprecher Günther Laubis als Moderator diskutierten auch Fachjournalisten aus Holland, Winzer aus Italien sowie Sommeliers, Fachbuchautoren und der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes, Peter Wohlfahrt, mit. »Um ein Produkt gut vermarkten zu können, benötigt man auch eine Geschichte, die dahintersteht, ein sogenanntes Storytelling«, erklärte Sonja Höferlin, Geschäftsführerin der Vermarktungsgesellschaft Badischer Wein GmbH. »Und da haben wir hinter dem Klingelberger aber eine richtige und nachprüfbare Geschichte«, so Bernhard von Baden. Für Peter Wohlfahrt ist der Klingelberger ein weltweit nicht austauschbares Produkt, ein Wein mit Geschichte und Geschichten. Andreas Laible wünscht sich allerdings, dass in Sachen Marketing die Besonderheiten des Klingelbergers mehr zum Vorschein gelangen, während Gault-Millau-Autor und Weintester Otto Geisel den Klingelberger 1782 sogar als »Leuchtturmprojekt« für den bewussten Weingenuss bezeichnete.

Auch im benachbarten Ausland werde das Klingelbergerprojekt mit großem Interesse beobachtet, wie die Vertreter der elsässischen Winzer bestätigten. »Wir haben da eine tolle Sache, die es einfach verlangt, weiter bekanntgemacht zu werden«, brachte es die Vorsitzende des Fördervereins, Tina Schey, auf den Nenner.

Die Mitglieder

Zu den Fördervereinsmitgliedern gehören derzeit: Durbacher Winzer eG; Andreas Laible, Markgraf von Baden, Graf Wolff Metternich, Andreas Männle, Heinrich Männle, Oberkircher Winzer, Schloss Ortenberg, Weinhaus Schwörer, Weingut Vollmer, Zeller Abtsberg Winzer eG.

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