Zell am Harmersbach

Ein Zirkus der Extraklasse

Autor: 
Andrea Bohner
Lesezeit 3 Minuten
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03. Dezember 2013

(Bild 1/2) »Manege frei« für Zirkuskunst und Musik hießt es beim beeindruckenden Cäcilienkonzert der Stadtkapelle Zell in der Ritter-von-Buß-Halle. ©Andrea Bohner

Ein einmaliges Konzert­erlebnis servierte die Stadtkapelle Zell am Samstag ihren rund 500 Gästen: In der Manege konnten Akrobaten, Jongleure und ein Clown bestaunt werden, während die Musiker ein abwechslungsreiches Programm darboten.

»Manege frei« lautete das Motto des Cäcilienkonzerts, das bis aufs i-Tüpfelchen liebevoll umgesetzt wurde. So konnten die Besucher ihre Karten vor der Ritter-von-Buß-Halle an der fahrenden »Zirkus-Kasse« erstehen, die genauso stilecht mit roten Lämpchen beleuchtet war wie die »Manege« im Inneren.

So mancher mag in dieser wunderbaren Zirkuswelt vergessen haben, dass er eigentlich in einem Konzert saß. Wie aus einem Märchen entsprungen erschienen die Artisten des »Zirkus Karambolage« der Förderschule: Ob der Gang über Glasscherben oder ein rollendes Brett mit gleichzeitiger Jonglage:  Zu Melodien des weltberühmten Tournee-Zirkus »Cirque du Soleil« boten die Jungs Atemberaubendes, und zum Finale wurde sogar Feuer gespuckt.

Genauso spektakulär die Darbietungen von zehn Akrobaten aus dem Zeller Turnverein. Tobias Schwendemann und seine Truppe präsentierten bei »Fiesta Della Costa« eine schwindelerregende Stuhlnummer – Höhepunkt war eine Pyramide auf vier aufeinander gestellten Stühlen! Ab und zu blickte »Zirkusdirektor« und Dirigent  Siegfried Rappenecker da schon mal kurz über seine Schulter, ob bei der wagehalsigen Darbietung noch alles in Balance war – während das Publikum gespannt den Atem anhielt. Ähnliches galt für die rasante Barren-Nummer, welche die Stadtkapelle mit dem Rock-Klassiker »Final Countdown« begleitete.

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Clown sorgte für Lacher

Doch was wäre ein Zirkus ohne Clown? Wunderbar poetisch waren die Einlagen von »Clown Rabe«, der mit seiner nostalgischen Drehorgel Gereimtes zum Thema »Glück« vortrug oder zu der Filmmusik von »Un Jour au Cirque« aus den 1930er-Jahren magische Seifenblasen in den Zirkus-Himmel steigen ließ.  Fast schien es, als wären die »guten alten Zeiten« wieder da – bis die Seifenblasen platzten und der berühmte Zirkus-Marsch »Einzug der Gladiatoren« von Julius Fucik für begeistertes Mitklatschen sorgte.
Neben Magie bot »Clown Rabe« aber auch Anlass für viele Lacher: Vergnügt verfolgten die Besucher seinen Machtkampf mit »Zirkusdirektor Rappenecker«, der den ganzen Abend über anhielt: Gleich zu Beginn stiftete der Spaßmacher im Hornregister Verwirrung, und nach der Pause versuchte er gar, das Konzert musikalisch an sich zu reißen.  

Der Zeller Zirkus war als Gesamtkunstwerk beeindruckend, doch auch musikalisch wurden zahlreiche Highlights geboten. Katrin Bleier bewies bei ihrem furiosen Klarinetten-Solo namens »Immer kleiner« etappenweise, dass das Holzblasinstrument auch ohne Schalltrichter und ohne Unterstück noch richtig gut klingt. Und am Schluss der Darbietung blieb nur noch das Mundstück übrig.

Es erklangen weiter Melodien aus Kalmans Operette »Die Zirkusprinzessin«, Jacob de Haans »La Storia« und aus dem Musical »Der Zauberer von Oz«, wobei besonders das wunderschön gespielte »Somewhere over the rainbow« die Herzen berührte. Den Vogel in puncto Gemütsbewegung schoss aber Martin Harter mit seinem tollen Trompetensolo zu »O mein Papa« ab. Das sentimentale Stück wollten die Zuhörer als letzte von vier Zugaben unbedingt noch einmal hören. Alle Gäste waren sich einig, einen zauberhaften Abend erlebt zu haben.

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