Zell am Harmersbach

Einblicke in den historischen Bahnhof

Autor: 
Dietmar Ruh
Lesezeit 3 Minuten
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11. Dezember 2014

Der Historische Verein Zell möchte mit der Ausstellung »Historische Schaufenster« Einblicke ins Innenleben des Bahnhofs geben, wie es früher mal war. ©Dietmar Ruh

Die Harmersbachtalbahn besteht in diesem Jahr 110 Jahre. Für den Historischen Verein Zell rückt anlässlich dieses Jubiläums der Bahnhof der Stadt in den Fokus: Ab dem 11. Januar sollen Besucher durch »Historische Schaufenster« Einblicke erhalten, wie der Betrieb im Bahnhof früher ablief und aussah.

»Das Ganze hat 2013 mit der Reparatur der historischen Bahnhofsuhr angefangen«, so Betram Sandfuchs, Vorsitzender des Historischen Vereins Zell am Dienstag bei einem Pressegespräch zur neuesten Idee der Zeller Historiker, die den Zeller Bahnhof im Rahmen einer Ausstellung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken soll. Vor über einem Jahr wurde die Bahnhofsuhr repariert, seither ziehen die Mitglieder des Vereins sie einmal die Woche auf und sorgen dafür, dass sie Reisenden pünktlich die Zeit für Abfahrt und Ankunft der Harmersbachtalbahn anzeigt.

»Wir wollten danach Zug um Zug das gesamte Erscheinungsbild des historischen Zeller Bahnhofs verbessern«, so Sandfuchs, dessen Mitstreiter daraufhin eine ganze Liste mit Verschönerungsarbeiten aufstellten. Einiges davon ist bereits abgehakt, so wurden Gartenanlage und Blumenkästen am Gebäude nach historischem Vorbild rekonstruiert. »Wir werden uns weiterhin darum bemühen«, so der Vorsitzende.

Schmuckstück
Doch nicht nur äußerlich ist der Zeller Bahnhof ein Schmuckstück, das einer Modell-Eisenbahn entsprungen zu sein scheint. Auch im Innern schlummern im seit 1998 unbenutzten Erdgeschoss Schätze aus längst vergangenen Betriebszeiten. »2014 kam dann in unserer Hauptversammlung die Frage auf, was wir mit dem Innenleben des Bahnhofs anfangen können, solange noch keine Entscheidung über die künftige Verwendung des städtischen Gebäudes gefallen ist«, berichtete Sandfuchs.

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So sichteten die Historiker die Utensilien, die vom einstigen Bahnhofsbetrieb übrig waren. Und da war einiges zu finden: vom alten Diensttelefon über den Fahrkartenschalter samt -schrank bis zum Stehtisch, der die Reisenden vor dem Schalter in zwei Gruppen teilte. Mit zehn Mitgliedern säuberte der Historische Verein die Gegenstände, auch im Hinblick darauf, sie der Nachwelt zu erhalten – egal, welche Nutzung das Gebäude des Bahnhofs einmal haben wird.

Zunächst einmal soll das Innenleben aber einer breiteren Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Der 110. Geburtstag der Harmersbachtalbahn in diesem Jahr war hierfür willkommener Anlass. Die geplante Ausstellung der besonderen Art wurde indes zusammen mit den Museumsfreunden und der Stadt Zell anders als gewohnt konzipiert. Durch »Historische Schaufenster« – im Klartext sind das drei Fenster und zwei verglaste Türen – sollen Besucher von außen einen Einblick in den früheren Bahnhofsbetrieb erhalten. Zu sehen gibt es dann Bahnhofsutensilien, aber auch historische Fotos mit Kurzkommentaren aus Bauzeit und Betrieb der Harmersbachtalbahn. Außen hängt an der Wartehalle ein Banner mit Erklärungen zur Bahn, im Volksmund »Bähnle« genannt.

Durchgehend geöffnet
Öffnungszeiten gibt es nicht, zu jeder Zeit können Interessierte einen Blick auf die beleuchteten Räume werfen. Das E-Werk Mittelbaden unterstützt die Ausstellung mit einem Betrag von 1000 Euro. 

Die Ausstellung läuft ab Sonntag, 11. Januar, und ist vermutlich bis zum Juni des nächsten Jahres zu sehen. Am Eröffnungstag ist um 11 Uhr zunächst eine kleine Feier im Foyer des Storchenturm-Museums geplant. Bertram Sandfuchs hofft, dass auch Passanten und Bahnreisende einfach mal einen Blick auf die Ausstellung werfen. Einen Blick der sich lohnen könnte.

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