Durbach

Eine Lage als Qualitätsbegriff

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 2 Minuten
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26. Juli 2013

Der Klingelberger stand im Mittelpunkt eines Symposiums auf Schloss Staufenberg. ©Volker Gegg

Die Mitglieder des Fördervereins »Klingelberger 1782« wollen die Ortenauer Spezialität auch weit über den eigenen Kellerrand hinaustragen. Zum zweiten Mal traf man sich nun zum Klingelberger-Symposium, um mit Winzern, Fachjournalisten und Fachleuten über den »Grand Cru Badens« zu diskutieren.

Durbach. Als Plattform zum fachlichen Austausch zwischen Winzern und Weinfreunden war auch die zweite Auflage des Symposiums des Fördervereins »Klingelberger 1782« am Sonntag auf Schloss Staufenberg angelegt. Zwölf Weinbaubetriebe in der Ortenau zwischen Oberkirch und Ortenberg sind mittlerweile Mitglied im Förderverein. »1782 hat mein Vorfahr Carl Friedrich von Baden hier Rieslingstöcke zum ersten Mal reinsortig anbauen lassen. Damit wollte er nicht nur die Arbeit der Winzer stärken, sondern auch die Qualität«, erklärte Schirmherr und Gastgeber Bernhard Prinz von Baden vor den rund 100 Weinfreunden aus ganz Baden.
Der Klingelberg steht mittlerweile für sich als Qualitätssymbol, die eigentliche Rebsorte, der Riesling, ist dabei fast zur Nebensache geworden. »Dies ist die einzige Ausnahme in Deutschland, wo der Wein mit einer Lage bezeichnet wird und nicht mit der eigentlichen Rebsorte. In Frankreich und Italien ist das aber sehr oft der Fall«, verriet der Hotelier, Fachbuchautor und Weinsachverständige Otto Geisel. Der Klingelberger ist zu einem Qualitätsbegriff geworden, dafür macht sich seit über zwei Jahren auch der Förderverein stark und betitelt den Klingelberger 1782, der unter genauen Kriterien von den Mitgliedsbetrieben ausgebaut wird, gar als »Grand Cru Badens«.
Hinter einem guten Wein muss auch eine Geschichte stecken, verriet Albert de Jong, Weinjournalist aus den Niederlangen. Das sogenannte Storytelling ist auch eine Voraussetzung, die Weine aus Baden über Deutschland hinaus gut zu vermarkten. »Und hinter dem Klingelberger steht eine Geschichte, der ist Geschichte«, brachte es der Moderator der Podiumsdiskussion Günther Laubis auf den Punkt.
Geschäftssinn fehlt
Das Interesse an deutschen Weinen, besonders an Weißweinen wie dem Riesling, nimmt nicht nur in Holland, sondern auch in ganz Europa, Übersee und Asien stetig zu. »Der deutsche Winzer ist ein Winzer aus Leidenschaft, nur leider oft kein guter Geschäftsmann«, stellte de Jong allerdings fest. So sei der Preis für eine Flasche deutschen Weins eher eine Vergütung für die Arbeit, spiegele aber nicht den tatsächlichen Wert wider. Dies hätten die Winzer in anderen Ländern wie Italien, Frankreich oder Spanien schon längst erkannt, stellten die Podiumsdiskussionsteilnehmer einhellig fest.
Nach der rund einstündigen Podiumsdiskussion konnten die geladenen Gäste nicht nur die einzelnen Klingelberger 1782 der Mitgliedsbetriebe verkosten, sondern auch als Stärkung kleine Häppchen im Schlosshof von Schloss Staufenberg genießen.

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