Die Imker sind mit dem langen Sommer zufrieden

Eine perfekte Ernte beim Honig

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 3 Minuten
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10. September 2018

Josef Bau (links) und Helmut Wetzel neben der Honigschleuder. Sie haben gut lachen, denn die Honigernte war in diesem Jahr sehr gut. Sie freuen sich vor allem, weil sie sortenreinen Blütenhonig ernten konnten. Hier sind es Kirschblüten- und Robinienhonig. ©Manfred Vetter

Das langanhaltende schöne Wetter war perfekt für Bienen – die Honigernte ist außergewöhnlich.

»Ich habe in meiner Zeit als Imker noch nie so viel Blütenhonig geerntet wie in diesem Jahr«, zieht Josef Bau, Vorsitzender des Imkervereins Zunsweier und des Kreisimkervereins Bilanz. »Die Kannen sind damit voll. Außerdem konnte man noch mit etwas Glück Waldhonig ernten, wenn die Bienen am richtigen Standort waren.«
Die Völker kamen meist gut über den Winter, in den Kälteperioden konnten die Varroamilben effektiv bekämpft werden. Trotzdem mussten einige wenige Imker Bienenverluste hinnehmen. Josef Bau: »Wer seine Hausaufgaben als Imker gemacht hat, kam gut ins Frühjahr.«

Starke Völker

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Mit der Kirschblüte setzte das gute Wetter ein. Alles blühte früher als sonst. »Die Bienen konnten in dieser Zeit starke Völker aufbauen«, steuert Wanderwart Helmut Wetzel bei. »So eine lange Schönwetterperiode habe ich noch nie erlebt.« Besonders schön für die Imker: Sie konnten sortenreine Blütenhonige ernten: Robinien, Kastanien und Linden blühten hintereinander und so üppig, dass man den Honig trennen konnte. »Das war eine perfekte Ernte«, freut sich Josef Bau.
Durch den schnellen Wechsel der Blüten waren die Imker allerdings gefordert. Sie mussten ständig in ihren Völkern arbeiten. Daher hatten viele gar keine Zeit, um in die Kalkgebiete zu wandern, wo sie sonst Löwenzahn und Rapshonig bekommen. Aber wer die Mühe auf sich nahm, wurde auch dort reich belohnt.
Ab Mitte Juni kam die Waldhonigernte dazu. Die Erträge beim Fichtenhonig waren gut. Allerdings war auch schwer zu schleudernder Honig dabei, hauptsächlich in den höheren Lagen des Schwarzwalds. Da konnten schon 500 Meter entscheidend über Erfolg oder Misserfolg sein. Mit etwas Glück vermochte man auch noch etwas Tannenhonig zu ernten, auch wenn deren Tracht erst spät begann – ab Mitte Juli.
Die Waldtracht strapazierte die Bienenvölker stark, zumal es ungewöhnlich spät im Jahr war. Die Völker wurden zusehends schwächer, da die Bruttätigkeit ab Anfang Juli zurückgeht. 
Nach der Waldtracht mussten die Völker gleich gegen die Varroamilben behandelt werden. Nachdem die Imker den Waldhonig aus den Kästen geholt haben, mussten sie schon mit der Winterfütterung beginnen. Jedes Volk bekommt nach und nach rund 20 Kilogramm Honigsirup, um den Winter überleben zu können. 

Das Winterfutter

Helmut Wetzel: »Wir müssen den Waldhonig aus den Kästen herausnehmen, weil er ballastreich ist. Die Bienen würden im Winter daran eingehen.« Zuckersirup ist arm an Ballaststoffen und wird von den Bienen gut vertragen. Blütenhonig würde kristallisieren und ist deshalb als Winterfutter ungeeignet.
Einen Schönheitsfehler gab es doch: Wer seine Bienen in der Vorbergzone stehen hatte, bekam oft Einträge von Kirschsaft. Die Bienen holten den Saft, weil die Kirschessigfliege die Früchte angestochen hatte und die süße Flüssigkeit austrat. Diese Masse darf nicht Honig genannt werden, ist dunkelrot, fast schwarz. Sie ist reich an Ballaststoffen, ist deshalb auch als Winterfutter ungeeignet und muss von den Imkern entsorgt werden.

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