Nikolausbrauch

"Eine wichtige Tradition in Unterentersbach"

Von Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 3 Minuten
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02. Dezember 2022
Ortsvorsteher Christian Dumin (von links) und Jonas Armbruster als Nikolaus freuen sich über die Unterstützung durch Martina Rauber. 

(Bild 1/2) Ortsvorsteher Christian Dumin (von links) und Jonas Armbruster als Nikolaus freuen sich über die Unterstützung durch Martina Rauber.  ©Inka Kleinke-Bialy

In Unterentersbach ist alles fürs "Klausern" vorbereitet. Auch der Stab für den Nikolaus hat wieder die richtige Länge, 30 Ruten wurden gebunden – eins hinter die Ohren gibt's damit aber nicht mehr.

Zell-Unterentersbach. Es ist Samstag, 10 Uhr und Hochbetrieb, zumindest in der elterlichen Garage von Jonas Armbruster. Der übt im nun zweiten Jahr das würdige Amt des Nikolaus aus. Mit seinen 28 Jahren „bin ich hier langsam der Opa“, lacht er mit Blick auf die 16- bis 20-Jährigen rings um einen Berg von Birkenreisig, aus denen sie Ruten binden. Diese werden fürs Klausern am Abend vor dem 6. Dezember benötigt. Dann also, wenn die jungen Männer sich mit Schminke in „die Schwarzen“ verwandeln - wenn sie das respekteinflößend-lärmende Gefolge des Nikolaus bilden, der willige Familien in Unterentersbach besucht.

Rund 30 Ruten gilt es zu binden: Zum einen für die zehn bis 15 „Schwarzen“. Weitere rund 15 Ruten werden für jene Häuser in Unterentersbach benötigt, in denen der Nikolaus einkehrt. Schließlich hinterlässt er dort jeweils eine Rute – als symbolisches Instrument für die Eltern, um die Kinder übers Jahr hinweg immer mal wieder an das zu erinnern, was sie dem Nikolaus in punkto Verhalten versprochen haben.

„Früher hat's mit der Rute immer eins hinter die Ohren gegeben“, weiß Josef Pfaff, „aber das ist zum Glück ja schon lange nicht mehr so. Josef Pfaff ist Vorsitzender des Vereins „Schönes Entersbach“, und der hat in diesem Jahr für den Nikolaus Mütze und Stab sowie das Goldene Buch auf Vordermann gebracht, „weil die viele Jahre auf dem Buckel hatten“ und daher starke Gebrauchsspuren aufwiesen.

Vereinsmitglied Martina Rauber war es, die die Bischofsmütze des Heiligen Mannes „aufgehübscht“ hat, das heißt gereinigt sowie ein neues Gummiband angebracht. „Die weißen Stellen sind dadurch zwar nicht reinweiß geworden – aber der Nikolaus ist ja ein alter Mann, da darf seine Kleidung ruhig ein bissel gebraucht aussehen.“

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Zudem hat sie das große Buch, aus dem der Nikolaus den Kindern vor dem Beschenken deren übers Jahr begangene gute und weniger gute Taten vorliest, neu in Goldfolie eingebunden. Nicht mehr zu retten hingegen war der Nikolausstab: Immer, wenn das untere Ende ausgefranst war, sägte man es ab, damit der Stab wieder ordentlich aussah. Zwangsläufig wurde der immer kürzer, der Nikolaus aber nicht kleiner – im Gegenteil. 

Für einen neuen Stab hat nun Josef Pfaff gesorgt, die obere Verzierung jedoch ist original, wohl vor 50 oder 60 Jahren geschmiedet, „wir vom Förderverein unterstützen den amtierenden Nikolaus immer, wenn er um Hilfe bittet.“

In diesem Sinne betont Ortsvorsteher Christian Dumin: „Das Thema Brauchtum und Tradition ist wichtig für den Ort. Wir haben die Nikolauskirche und den Nikolausbrunnen – der Nikolaus ist der Schutzpatron unseres Ortes, von daher ist das Klausern eine wichtige Tradition, die wir als Gemeinde unterstützen.“

In diesem Jahr wird der heilige Mann mit seinem Gefolge übrigens noch ein weiteres Mal im Dorf zu sehen sein, und zwar am 11. Dezember auf dem ersten Unterentersbacher Adventshock. 

Familien, die möchten, dass sie der Nikolaus mit seinem Gefolge am Abend vor dem 6. Dezember besucht, können sich noch bis heute, Samstag, bei Jonas Armbruster anmelden: Telefon 0721/ 47001475, oder per Mail unter nikolaus.unterentersbach@gmx.de.

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