Stehende Ovationen

Einfach genial: Besucher der Durbacher Nachlese begeistert

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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05. November 2017

(Bild 1/3) ©Volker Gegg

Pianistin der Weltklasse, Kästner-Lyrik, Comedy und ein exzellentes Familienorchester: Die Besucher der sechsten Durbacher Nachlese waren restlos begeistert. Das vierstündige Programm an vier Schauplätzen mit gemeinsamem Finale war ein wahres Kulturhighlight in der Ortenau. Katie Mahan, Martin Seidler, Markus Kapp und »Family Affair«, boten zusammen einen perfekten Hörgenuss. 
 

Die Besucher der Durbacher Nachlese reisen mittlerweile aus ganz Deutschland zu diesem besonderen kulturellen Highlight nach Durbach. Wie in den Vorjahren konnte Initiator und Organisator Günther Laubis am Samstagabend über 350 Gäste in der Weinstube von Schloss Staufenberg zur traditionellen Finalrunde willkommen heißen. Auch in diesem Jahr waren sämtliche Veranstaltungen in den vier beteiligten Weinbaubetrieben ausverkauft. 

Und auch in diesem Jahr schaffte es der SWR-Nachrichtenredakteur und Moderator, kulturelle Hochkaräter ins Durbachtal zu locken. Sei es die weltbekannte amerikanische Pianistin Katie Mahan, der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist Markus Kapp aus Offenburg, die elsässische Band »Family Affair« oder der aus der SWR-Sendung »Kaffee oder Tee?« bekannte Moderator Martin Seidler. 

Das Prinzip der »Durbacher Nachlese« ist ungewöhnlich, hat sich aber seit sechs Jahren als wirklich genial entpuppt. Die beteiligten Künstler präsentieren sich in einem ersten Teil in einem Weingut, bevor der Kulturabend nach einer 90-minütigen Pause zur gemeinsamen Zugabe in die markgräfliche Weinstube auf den Staufenberg geht.
 
Akrobatik am Cello

Im Holzfassgewölbekeller von Heinrich und Sylvia Männle zeigte die Straßburger Familienband »Family Affair«, was musikalisch in ihr steckt. Catherine, eine wahre Akrobatin am Cello mit toller Gesangstimme, überzeugte und begeisterte dabei ebenso wie ihre anderen fünf musizierenden Familienmitglieder. Balladen wie »Nothing else matters«, groovige Rocksongs und eigene Kompositionen gehören zum Repertoire der Band. 

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200 Sitzplätze, mehr gehen in den Winzersaal der Durbacher WG gar nicht rein, saßen Punkt 16 Uhr auf ihren Stühlen, als der aus Offenburg stammende Kabarettist Markus Kapp mit seinem Soloprogramm »Wir schweifen App« startete. Allein die Comedian-Auszeichnungen, die Kapp in diesem Jahr überreicht wurden, wie etwa der SWR 3-Comedypreis, sind beachtlich. Noch beachtlicher war, wie der Pädagoge, Diplom-Theologe, Komponist und Autor innerhalb weniger Sekunden das Durbacher Publikum in seinen Bann zog. 

Für alles gebe es heutzutage die richtige App auf dem Handy, »aber wirklich für alles?«. Kapp gab mit eigenen Songs und Aktionen die richtige Antwort dazu, selbstverständlich in bester Kabarett-Manier, so wie man es von dem Entertainer gewohnt ist. 
Dass der »Emil und die Detektive«-Autor Erich Kästner auch hinreißende Lyrik zu Papier gebracht hat, das hat den SWR-Fernsehmoderator Martin Seidler schon seit Langem fasziniert. Zusammen mit seinem Kumpel und Arbeitskollegen Peter Grabinger hat er das Poesie-Werk »Kästners 13 Monate« unterhaltsam vertont, und im Familienweingut Huber beeindruckten beide mit ihrem lyrisch-musikalischen Vortrag. Außergewöhnlich und ein eindrucksvolles Hör­erlebnis war es, ein Gedicht zu den Pianoklängen des Volkslieds »Sah ein Knab ein Röslein stehn« oder anderen bekannten Konzertstücken zu erleben. 

Derzeit steht die Weltklasse-Musikerin Katie Mahan in Salzburg auf der Bühne. Zur Nachlese machte die junge Steinway-Pianistin eine Ausnahme und reiste zu ihrem Konzert nach Durbach. Mahan präsentierte von George Gershwin bekannte, aber auch unbekannte Werke. »Ich war zuvor kein Klavier-Fan, aber als ich Mahan zum ersten Mal gehört habe, war ich gleich begeistert«, erklärte Laubis. Begeistert zeigte sich auch ihr Publikum in der Weinstube auf Schloss Staufenberg nicht nur bei ihrem Solovortrag am Nachmittag, sondern auch beim großen Finale am Abend. 

Mit dem Gershwin-Hit »Rhapsody in Blue« mit allen Teilnehmern auf der Bühne ging nach vierstündigem Kulturgenuss ein unvergesslicher Abend zu Ende. Ob Volksbank-Vorstand Andreas Herz, dessen Kreditinstitut seit Anfang an die Nachlese sponsert, oder Hausherr Prinz Michael von Baden, sie spendeten wie die anderen 350 Gäste minutenlang stehend Applaus.

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