Bürgermeister Markus Vollmer und Fraktionsvorsitzende gaben Überblick

Einwohnerversammlung: so ist es um Ortenberg bestellt

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 4 Minuten
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06. Dezember 2018

Ortenbergs Bürgermeister Markus Vollmer. ©Archiv

Bei der Einwohnerversammlung in der vollbesetzten Schlossberghalle zogen Bürgermeister Markus Vollmer und die drei Fraktionsvertreter Bilanz und gaben auch einen Ausblick in die Zukunft. Die Ortskernsanierung ist voll im Gange und die Gemeinde plant den Anschluss an die Wasserversorgung Kleine Kinzig sowie den Erwerb des ehemaligen Bahnhofgebäudes. 

Bürgermeister Markus Vollmer demonstrierte mit seinen virtuellen Puzzleteilen am vergangenen Montagabend bei der jährlichen Einwohnerversammlung anschaulich, was Rat und Verwaltung in den nächsten Jahren bewegen wird. Die ersten Schritte der städtebaulichen Erneuerung im Ortskern sind durch die neue Zufahrt zum Dorfplatz sowie den Bau des Seniorenzentrums bereits getan. Die ersten Bewohner sind im Seniorenzentrum eingezogen. Bis Mitte nächsten Jahres wird der erste Bauabschnitt der Umgestaltung der Offenburger Straße zwischen Von-Berckholtz-Schule und Ochsen-Kreuzung fertig sein. Über 500 000 Euro investierte die Gemeinde in den Erwerb von Räumlichkeiten für eine Hausarztpraxis damit der bisherige Mediziner weiterhin im Ort praktizieren kann. In wenigen Wochen soll die Praxisgemeinschaft eingeweiht werden. Das Raiffeisen-Gebäude, wo der Arzt davor war, soll im nächsten Jahr einem Neubau weichen. Mit Fördergeldern aus dem Landessanierungsprogramm wird es möglich sein, den bisher auf zwei Standorte untergebrachten Bauhof zentral auf dem Gelände des ehemaligen Obsthofes Herp in der Bruchstraße unterzubringen. Doch werde der Umbau weit teuerer als geplant. Aufgrund aktueller arbeitsrechtlicher- und brandschutzrechtlicher Bestimmungen wird die Gemeinde nach dem Umbau rund eine Million Euro in die Hand nehmen müssen. Vor drei Jahren war man noch von einem Investitonsvolumen in Höhe von 500 000 Euro ausgegangen. 

Gemeinderat und Verwaltung sehen das ehemalige Bahnhofsgebäude als ortsbildprägend an. »Das Gebäude wurde uns zu einem annehmbaren Preis angeboten«, erläuterte Vollmer. Um es zu erhalten, plant die Gemeinde in den nächsten Monaten das Anwesen zu erwerben. 

Bereits vor drei Jahren stand im Zuge des Anschlusses an Offenburg ein Beitritt an den Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig auf der Agenda. »Die Sache wird nun konkret«, so Vollmer. Bisher bezieht die Gemeinde ihr Trinkwasser zusammen mit Ohlsbach aus vier Tiefbrunnen. »Durch einen Anschluss wären wir abgesichert, wenn wir da mal Probleme hätten«, so Vollmer weiter. Der Wasserbezug würde allerdings für die Ortenberger Abnehmer etwas teuerer als bisher. Allerdings in einem verträglichen Rahmen, wie Vollmer vorrechnete. »Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 40 Kubikmeter wären das im Jahr die Kosten für eine Schorle in Höhe von 2,66 Euro.« 

Finanziell steht Ortenberg gut da (wir berichteten). Wenn das Vermögen von rund 23 Millionen auf die Einwohner umgerechnet würde, kämen auf jeden Ortenberger 10 000 Euro bei einem derzeitigen Schuldenstand pro Einwohner von 608 Euro. »Wenn wir die Kredite herausrechnen,  die bei anderen Gemeinden in einem Eigengebetrieb ausgewiesen sind, wären wir in Ortenberg ebenfalls schuldenfrei«, argumentierte der Bürgermeister. 

Daten und Fakten

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Mit der Ortskernsanierung ist Ortenberg laut Vollmer fit für die Zukunft – mit Bausteinen, die weit über die heutige Generation hinausgehen. Die drei Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat (Matthias Buggle (CDU), Victor Witschel (BfO/SPD) und Trutz-Ulrich Stephani (FDP) erläuterten in Daten und Fakten den aktuellen Stand der Gemeinde. 

So ist Ortenberg seit dem vergangenen Jahr um 16 Einwohner auf 3448 Einwohner gewachsen und hat mit 31 Geburten und neun Neubürgern einen höheren Zuwachs als im Vorjahr. Erfolg im Kampf gegen Vermüllung, Lärm und Benutzung unberechtigter Wege brachte der von der Gemeinde beauftragte Sicherheitsdienst. Statt mit 220 Anzeigen 2017 wurden in diesem Jahr nur noch 65 Fälle zu Anzeige gebracht. 

Ortenbergs Kultur feiert 2019 ein besonderes Ereignis. Zum 100. Todestag des aus Ortenberg stammenden Künstlers Ernst Berg plant die Gruppe KiR ab Januar im Rathaus eine Ausstellung über das Lebenswerk des überregional erfolgreichen Künstlers. 

Ein Dauerthema ist das Raumproblem der katholischen Kita St. Elisabeth. Die Notlösung in Form eines Gruppencontainers im Garten der Einrichtung soll einer finalen Lösung weichen. Kuratorium und Rat sind derzeit auf Lösungssuche. Mit 700 000 Euro jährlich ist die Kita für die Gemeinde nach wie vor der höchste Zuschussposten im Haushalt. 

58 Personen sind derzeit in der Anschlussunterbringung in Ortenberg beheimatet. Damit wurde die Aufnahmeverpflichtung für 2019 erfüllt. 

Nach wie vor fließt viel Geld in den Untergrund Ortenbergs. Allein für die Kanalsanierung Winzerkellerweg und Sommerhäldele wurden 570 000 Euro investiert. Die Ortskernsanierung insgesamt wird rund fünf Millionen Euro kosten. Aktuell läuft ein Antrag auf Förderung des Rad- und Fußwegenetzes. Froh waren im vergangen Sommer nicht nur die Winzer sondern auch einige Obstbauern über den Tiefbrunnen beim Sportplatz. Insgesamt 2800 Kubikmeter Wasser wurden über die Trockenperiode zum Selbstkostenpreis entnommen. 

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