"Eselsbrücken"

Elias Errerd stellt seine Kunst im Antiquariat Müller in Offenburg aus

Autor: 
Mario Müller
Lesezeit 4 Minuten
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17. Mai 2021
Elias Errerd (links) zeigt Kunst im Antiquariat von Ottmar Müller.

Elias Errerd (links) zeigt Kunst im Antiquariat von Ottmar Müller. ©Mario Müller

Eine kleine Brücke zurück zur Normalität soll die Ausstellung „Eselsbrücken“ des Künstlers Elias Errerd bieten, die zurzeit im Antiquariat Müller in der Hindenburgstraße zu sehen ist.

Ottmar Müller steht in der Tür seines kleinen Ladens gegenüber des Offenburger Amtsgerichts und schaut auf die verregnete Hindenburgstraße. Im Hintergrund stehen zahlreiche Regale, in denen allerlei alte Bücher und Geschichten zu finden sind. „Wegen Renovierungsarbeiten war das Schaufenster meines Ladens lange verhangen“, berichtet Müller. Er habe dann seinen Freund, den Künstler Elias Errerd, kontaktiert und ihm einen Vorschlag unterbreitet. „Ich sagte ihm: Elias, ich habe ein großes leeres Fenster, falls du etwas damit tun willst, melde dich!“ Errerd habe freie Hand gehabt – wenige Tage später stand er mit einer Idee vor der Tür.

Improvisation gefordert

Der 38-Jährige Offenburger Künstler habe schon immer eine besondere Beziehung zur Kunst gehabt: „Es hilft mir, mich selbst auszudrücken und die Kunst sprechen zu lassen“, sagt Elias Errerd. Nach der Anfrage von Ottmar Müller habe er zunächst etwas Anlauf gebraucht. „Ich arbeite als Kunstlehrer am Kloster-Gymnasium. Das ist zurzeit nicht einfach“, erzählt er mit Hinblick auf die Corona-Zeit. Normalerweise gebe ihm sein Beruf Struktur im Leben, doch die sei zurzeit gestört: „Im Moment ist viel Improvisation gefordert“. Ohne Struktur komme ein Gefühl der Unsicherheit auf. Das verarbeite er auch in seinen Kunstwerken. Mit seiner Arbeit wolle er die Menschen wieder aktivieren und unterstützen und ihnen Sicherheit zurückgeben.

Die Ausstellung mit dem Thema „SLSBRCKE“ (Eselsbrücke) ist nun im Schaufenster des Antiquariats Müller zu bewundern. Die Bilder sind von außen mit Pappschildern abgedeckt. Diese wirken gleichzeitige als Reservierungskarten. Besucher können die Pappe entfernen und sollen dadurch die Möglichkeit haben, diese am 6. Juni gegen die darunterhängende Druckgrafik einzutauschen. Das Thema spiele unter anderem darauf an, den Menschen eine „Brücke“ zurück zum normalen Leben zu bieten.

Vorfreude wecken

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Auch, dass es insgesamt 56 Druckgrafiken sind, sei kein Zufall, erklärt Errerd: „Zugrunde liegt auch hier eine sogenannte Eselsbrücke, die gerne von Grundschülern verwendet wird: Acht mal Sieben ist Sechs-und-Fünfzig“, erklärt Errerd. Der Künstler demons­triert die Zahlenfolge von sieben bis fünf auch noch einmal mit seinen Fingern.

„Ich wollte den Menschen wieder einen Anreiz geben, hinauszugehen in diesen besonderen Zeiten“, erklärt Errerd. Er erinnere sich an die Vorfreude zurück, die er früher immer empfunden habe, wenn er auf die Eröffnung einer neuen Kunstausstellung gewartet habe. Diese Vorfreude wolle er auch bei den Betrachtern seiner Kunst wecken.

Der persönliche Kontakt mit anderen Menschen fehlt dem Kunstlehrer, vor allem durch den Online-Unterricht. Aus diesem Grund lässt es sich Errerd auch nicht nehmen, einige seiner Kunstwerke vor Ort zu signieren. „Als Lehrer befinde ich mich zurzeit auf der Sonnenseite, da möchte ich den Leuten etwas zurückgeben“.
Wenn Elias Errerd nicht gerade seiner Tätigkeit als Kunstlehrer nachgeht, verbringt er viel Zeit in seinem Garten, erzählt er. „Ich habe einen recht großen, ökologischen Garten“ berichtet er. Dieser enthalte neben vielen Pflanzen zum Beispiel auch Laubhaufen für Igel. Die Arbeit im Garten nehme viel Zeit in Anspruch, biete aber einen idealen Ausgleich zu seiner Tätigkeit als Lehrer. Dass er damit auch einen kleinen Teil zum Klima- und Naturschutz beitragen kann, spiele für ihn ebenfalls eine Rolle.

Noch bis Ende Mai

Die Ausstellung mit den Kunstdrucken von Elias Errerd kann noch bis Ende Mai in der Hindenburgstraße vier angeschaut werden. Eine leere Getränkekiste erlaubt es auch kleineren Gästen die weiter oben hängenden Kunstwerke zu erreichen. „Ich hoffe, die Kunst findet wieder ihren Platz in der Gesellschaft“, bemerkt Elias Errerd unter Zustimmung von Ottmar Müller.

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