Sie blickt auf ein bewegtes Leben

Elsa Kaltenbrunn aus Ebersweier ist 80 Jahre alt geworden

Autor: 
Rosa Harmuth
Lesezeit 3 Minuten
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15. Dezember 2018
Elsa Kaltenbrunn wurde 80 Jahre.

Elsa Kaltenbrunn wurde 80 Jahre. ©Gerhard Harmuth

Am Freitag feierte Elsa Kaltenbrunn ihren 80. Geburtstag. Geboren in Donaueschingen, aufgewachsen in Hüfingen, kam sie durch die Hochzeit mit ihrem Mann Anton 1967 nach Ebersweier. Man trifft sie im Ort auf Festen, Konzerten und Geburtstagen.

»Ich bin die Einzige, die überlebte«, sagt sie und spricht von drei Schwestern, die leider schon starben, bevor sie ebenfalls als Frühgeburt zur Welt kam. Ihr Leben sei überschattet gewesen von Entwicklungsverzögerungen, Armut und Kummer, erklärt sie. Die Kindheit verbrachte sie überwiegend in einem Kinderheim: »Ich war so mager, dass ich beim Essen oft eine Extra-Portion bekam«, erinnert sie sich. »Mit zwei Jahren konnte ich immer noch nicht laufen.« Als Zehnjährige fand sie liebevolle Aufnahme in einer Schwarzwälder Pflegefamilie.

Zahlreiche Bilder sind für sie wie Wegzeichen entlang »verschlungener Lebenspfade«. Sie legt ein Einzelfoto einer Frau mit Spitzenkragen auf den großen Wohnzimmertisch: »Das ist meine Urgroßmutter Amalie von und zu Maus, sie lebte in einem Schloss in Blumenfeld.« Auf einem weiteren Bild deutet sie auf ein kleines Mädchen: »Da sitze ich mit Samtkäppchen neben der Uroma auf der Ofenbank.«

Elsa Kaltenbrunn erzählt lebhaft. Man sieht ihr an, wie gerne sie in Erinnerungen schwelgt. Schließlich holt sie ein vergilbtes Zeugnis aus dem Schrank und zeigt es strahlend. Dies ist der Beweis dafür, dass sie trotz aller Schwierigkeiten »das Schaffen« gelernt und gute Arbeit in einem Haushalt geleistet hat. Als »ehrliche und fleißige Hausgehilfin« genoss sie das Vertrauen einer Metzgersfamilie: »«Sie hat alle ihr übertragenen Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt«, steht in der Urkunde mit Firmenstempel.

Das wusste wohl auch ihr zukünftiger Mann Anton zu schätzen, den sie bei einer Tanzveranstaltung des Radfahrvereins in Blumberg kennenlernte. 1967 heirateten die beiden und Elsa schenkte zwei gesunden Kindern das Leben. »Zufriedenheit und Zusammenhalt in der Familie« nennt sie auch heute noch ihr »größtes Glück«. Ja, sie kann sich von Herzen freuen! Es scheint, als seien alte Verletzungen längst vernarbt.

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Leider verstarb ihr Mann schon im November 1991. Das Fahrrad, das er ihr zum 40. Geburtstag schenkte, steht noch draußen. Obwohl sie heute nicht mehr damit fahren kann, will sie das Vehikel niemals hergeben. 

Genannt »Mausi«

Die »Mausi«, wie sie von manchen im Dorf scherzhaft genannt wird, nimmt das Leben wie es kommt. Ob gut oder schlecht, sie interessiert sich für jeden und alles was im Dorf geschieht. An langen Winterabenden strickt sie Socken. Seit 1997 zählt sie zu den eifrigsten Sängerinnen in der Chorgemeinschaft und besucht regelmäßig den Frauentreff (früher Hausfrauenbund). Man trifft sie auf Festen, Konzerten und Geburtstsfeiern. Doch zu ihrem 80. gönnt sie sich einen Ausflug. »Da bin ich mal nicht daheim!«, sagt sie vergnügt. 

Sie feiert ihr Wiegenfest auf mehrere Tage verteilt. »Dann hab ich mehr davon«, ist sie überzeugt. 

Mit Sohn Siegfried und dessen Familie wohnt sie im umgebauten Elternhaus ihres Mannes, das ihr zur Heimat wurde. Dankbar genießt die 80-Jährige jede Art der Begegnung. Doch am meisten freut sie sich immer noch über die Verbundenheit mit den Familien von Sohn und Tochter. Vier Enkel und ein Urenkel gratulieren der Oma und freuen sich mit vielen Gästen über ihren leckeren Kuchen. 

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