Ein Geburtsparcours im Bürgerpark

Elterninitiative Mother Hood veranstaltete ein Sommerfest

Autor: 
Kirsten Pieper
Lesezeit 3 Minuten
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26. Juli 2018

Beim Sommerfest von Mother Hood am vergangenen Sonntag im Bürgerpark gab es viele Mitmach-Aktionen, wie einen Geburtsparcours, bei dem die Kleinen etwa durch einen Tunnel kriechen konnten. ©Isabell Steinert

Beim Sommerfest der Elterninitiative Mother Hood drehte sich alles um das Thema Geburt. Klar, dass auch die He­b-ammen einen wichtigen Part übernahmen und über ihre Arbeit, aber auch über ihre Sorgen informierten. Bei einer Diskussion versicherten Eltern und Hebammen, ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren zu wollen.

Der Bürgerpark und das Stadtteilzentrum Innenstadt standen am vergangenen Sonntag ganz im Zeichen der Geburt. Und ganz nach dem Motto des Hesse-Gedichts »Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne« hatte die Regionalgruppe Offenburg/Ortenau der Elterninitiative Mother Hood den Bereich um das Stadtteilzentrum liebevoll als Erlebnisraum mit vielen Aktionen für Eltern und Kinder gestaltet. Denn auch bei einer Geburt kommt es auf etliche Details an, die stimmen müssen, damit sich Mutter und Kind wohlfühlen und den Start ins Leben achtsam und selbstbestimmt gestalten können. 

Um das Thema Geburt auch schon den ganz Kleinen zu vermitteln, hatten Sarah Schulze und Caro Betz von Mother Hood einen Geburtsparcours entworfen. An fünf Stationen, darunter Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett oder Kindheit, galt es, Besonderheiten dieser Lebensphase nachzuvollziehen. So konnten die Kleinen etwa durch einen mit Kissen gefüllten Tunnel kriechen, der den Geburtskanal darstellen sollte, oder mit einem dicken Kissen vor dem Bauch gebunden versuchen, sich Schnürsenkel zuzubinden. Am Ende des Parcours gab es für alle Kinder eine Kugel Eis.

Neben Kinderschminken, dem Sportmobil der Stadt Offenburg und einem kleinen Markt mit vielen Dingen rund um Kinder und Geburt gab es Workshops und Vorträge zu Themen wie Babyzeichensprache, Aktionen wie Kinderlieder zum Mitsingen oder Entspannungsübungen für Eltern und Kinder sowie eine Ausstellung von Martyna Lingenfelder zum Thema Stillen. 

Frauen sind stark

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Besonders ins Auge fielen Fotografien von Geburten, die im Familienzentrum ausgestellt waren. Die Fotografin Isabell Steinert versteht es, mit ihrer Kamera die besonderen Momente zwischen Anstrengung, Kraft, Stärke, Erschöpfung und Glück einzufangen, die eine Geburt ausmachen. Zur Geburtsfotografie kam die Freiburgerin, als sie in einem Geburtshaus auf den Phillipinen arbeitete. »Eine selbstbestimmte Geburt fördert das Selbstbewusstsein von Frauen«, sagt Steinert. Mit ihren Fotos möchte sie das Bild von Geburten in der Öffentlichkeit verändern: »Viele Frauen aus der ganzen Welt, die meine Bilder auf Instagram sehen, 
schreiben mir, dass sie durch meine Fotos keine Angst mehr vor der Geburt hatten.«

Das Thema Angst wurde auch bei der Diskussionsrunde am Nachmittag zwischen Hebammen und Eltern aufgegriffen. Denn oft spiele Angst vor und während der Geburt eine große Rolle, sei aber kontraproduktiv für einen positiven Geburtsverlauf, wie Renate Darrmann, freie Hebamme aus Ettenheim, erläuterte. 

Eine Mutter aus dem Publikum etwa äußerte ihr Bedauern darüber, dass der Kontakt zu ihrer Hebamme so schnell nach der Geburt beendet war, dabei habe sie noch so viele Fragen zu den Themen Abstillen oder Ernährung gehabt. Meike Kolfenbach, Hebamme und Schulleiterin der Hebammenschule Lahr, ermunterte die Frauen: »Geben Sie Ihre Unzufriedenheit an die Politik und die Öffentlichkeit weiter, sonst treten wir auf der Stelle.«

Am Ende der Gesprächsrunde versicherten sich die Eltern von Mother Hood und die Hebammen, auch weiterhin sehr eng zusammenarbeiten zu wollen, damit sich die Situation in der Geburtshilfe nicht verschlechtert, sondern verbessert. 

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