Beitritt zur WSO beschlossen 

Erhalt der Eichen steht im Technischen Ausschuss im Fokus

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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14. März 2018

Blick auf den Stadtwald, Offenburgs grüne Lunge: Die Natur stellt die TBO vor die Herausforderung, die Eichen, die dort einen schweren Stand haben, zu erhalten und gleichzeitig den bedrohten Heldbock, einen Schädling, zu schützen. ©Ulrich Marx

Der Technische Ausschuss der Stadt Offenburg hat am Mittwochabend den Beitritt der TBO zur Waldservice Ortenau eG (WSO) abgesegnet. Weitere Waldgrundstücke sollen außerdem angekauft und ein Schlepper für 370.000 Euro angeschafft werden.

Der Sachstandsbericht von Alex Müller, Leiter der Technischen Betriebe, fiel am Mittwoch in der Sitzung des Technischen Ausschusses kurz und komprimiert aus. »In Offenburg haben wir den Lebensraumtyp Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Vor allem für Eichen ist der Standort jedoch schwierig«, erklärte Müller. Deshalb sei es eine zentrale Aufgabe, die Eichen zu erhalten und zu pflegen, da man im Stadtwald diesen Lebensraumtyp erhalten möchte.

Eine Besonderheit im Stadtwald sei das Vorkommen des Heldbocks, ein vom Aussterben bedrohter Käfer. Lediglich ein Brutbaum am Fischerheim Waltersweier sei bislang bestätigt worden. »Grundsätzlich ist der Käfer ein Schädling. Wir werden dennoch versuchen, großflächig, um den Lebensraum herum, nicht zu wirtschaften. Den ein oder anderen Schaden an den Eichen müssen wir dann verkraften«, sagte Müller. 

Ein weiterer Punkt, den Müller ausführte, war der Eintritt in die Genossenschaft Waldservice Ortenau (WSO). Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft könne von Kommunen des Ortenaukreises erworben werden. Die TBO übernehme zwei Anteile für Kosten in Höhe von einmalig 2500 Euro. »Wir wollen uns bewusst in die Genossenschaft einbringen und haben dadurch auch Zugriff auf den Fuhrpark der WSO«, berichtete der TBO-Leiter. 

Schlepper notwendig?

Dennoch soll aufgrund der klimatischen Veränderungen eine öffentliche Ausschreibung eines Sechs-Rad-Forstspezialschleppers durchgeführt werden. »Die durchschnittliche Temperatur ist gestiegen, und auch die Niederschläge in den Wintermonaten nehmen zu. Die Zeit von Oktober bis Februar ist nicht mehr vollständig nutzbar. Durch den fehlenden Frost brauchen wir Fahrzeuge, die den Bodendruck verringern«, rechtfertigte Müller den Kauf eines Schleppers. Das Fahrzeug sei außerdem bei Sturmschäden hilfreich.

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Für Regina Heilig (CDU) ein Widerspruch. Die veranschlagten Kosten von 370.000 Euro seien nicht gerade wenig. Mit der Mitgliedschaft bei der WSO solle man doch Zugriff auf solche Maschinen haben. Gleichzeitig stellte sie die Frage, ob dann andere Kommunen, die ebenfalls in der WSO sind, Zugriff auf die Offenburger Fahrzeuge haben. 

Jederzeit Maschine einsetzbar

Gerhard Schröder (SPD) sieht in dem Kauf einen Vorteil: »Für die Holzernte braucht es einen genauen Zeitpunkt. Wenn wir eine eigene Maschine besitzen, können wir jederzeit darauf zugreifen.« Unter dem Gesichtspunkt, die Kräfte zu bündeln, begrüßte er den Eintritt in die WSO.

Entscheidend für den Ankauf eines Schleppers sei der Grad der Nutzung, so Müller. Im Bergwald arbeite die TBO auch in den Sommermonaten, sodass ganzjährig das Fahrzeug genutzt werde. »Wenn wir das Fahrzeug besitzen, dürfen wir entscheiden, wann die Maschine genutzt wird«, sagte er. Vor allem aber wegen des Holzeinschlags sei der Eintritt in die WSO von Vorteil, da hier zukünftig mehr Flexibilität möglich sei, und man auch Unterstützung der Genossenschaft erhalte. Der Ausschuss stimmte dem Eintritt in die WSO einstimmig zu.

Den Ankauf von Waldstücken segneten die Mitglieder  des Technsichen Ausschusses ebenfalls ab, auch wenn Fragen aufkamen, wo, wieso und zu welchem Preis diese eingekauft werden sollen. »Mit dem Ankauf möchten wir einen gewissen Ausgleich schaffen, um Stellen stilllegen zu können und größere zusammenhängende Räume zu bilden«, erklärte Müller. Der Preis für die Flächen richte sich nach Schätzungen.

Hintergrund

TBO-Chef Müller nennt Zahlen

2017 sei wegen des Baus des Freizeitbads ein bewegtes Jahr für Alex Müller, Leiter der Technischen Betriebe Offenburg, gewesen. Die Größenordnung des abgerissenen Altbestands werde derzeit noch geprüft und beeinflusse den Jahresabschluss mit circa 600.000 Euro. »Einige Steuerprüfungen sind ebenfalls noch offen, sodass wir Geld zurückerhalten oder zahlen müssen«, sagte Müller. Nach einer ersten Kalkulation müsse die TBO rund 150.000 Euro nachzahlen, die jedoch im Rahmen des Wirtschaftsplans lägen. Der März sei sehr erfolgreich gewesen, trotz der geringen Menge an Holz: »Wir haben gute Preise und ein Großteil der Esche geht nach Südostasien.«

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