Kunstmuseum Hurrle ist seit Sonntag zu

"Es war ein Highlight für die Kunstszene“

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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14. Oktober 2019

Neun Jahre lang gab es im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach neben der Privatsammlung von EIgentümer Rüdiger Hurrle auch immer wieder Sonderausstellungen zu sehen. Am Sonntag war das Museum letztmals geöffnet. ©Volker Gegg

Nach einer letzten Führung haben sich am Sonntagabend für immer die Türen des Museums für Aktuelle Kunst im Haus „Vier Jahreszeiten“ in Durbach geschlossen. Die Räume des privaten Kunstmuseums von Rüdiger Hurrle sollen künftig für den Hotelbetrieb genutzt werden.

Es lag schon eine Art von „bedrückender“ Stimmung am Sonntagnachmittag im Obergeschoss des Best-Western-Hotels „Vier Jahreszeiten“ in Durbach. Am Sonntag ging mit dem letzten Öffnungstag des Museums für Aktuelle Kunst nicht nur für die Kunstszene am Oberrhein nach neun Jahren eine Ära zu Ende. Die Privatsammlung des Durbacher Kunstmäzens Rüdiger Hurrle, verbunden mit stetigen Sonderausstellungen renomierter Kunstschaffender, zog Kunstkenner aus ganz Europa in den goldenen Weinort, zumal Hurrle sich mit seiner Sammlung moderner Kunst auf die Zeit ab 1949 konzentriert hat. 

„Ein großer Jammer, dass Sie aufhören“, schrieb eine Besucherin aus Düsseldorf dem Museumsbesitzer ins Gästebuch bei ihrem letzten Besuch im zum Museum ausgebauten Obergeschoss des Hotelgebäudes. Ein anderer Museumsgast wünschte sich zum Abschluss noch eine DVD mit den Höhepunkten der vergangenen Jahre. 

Eröffnung groß gefeiert

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„Wir hatten hier stets sehr interessierte Besucher. Viele Gäste sind aus der Schweiz, ganz Deutschland und Frankreich speziell zu uns gekommen, um die bedeutenden Werke, die hier zu sehen waren, erleben zu können“, sagte Museumsmitarbeiterin Ingrid Schulze-Bahl. Noch gut kann sie sich an den Eröffnungstag am 1. Juli 2010 erinnern, „das wurde hier ganz groß gefeiert“. 

Seit die Schließung des Museums vor drei Wochen bekannt geworden war, habe sich die Besucherzahl „deutlich erhöht“, wie Schulze-Bahl berichtete, „da kommen doch viele noch mal, um das Museum zu erleben“. Mit der Ausstellung schloss am Sonntagnachmittag gleichzeitig auch das Museumscafé, welches ebenfalls vom Mitarbeiterteam betreut wurde. Dekoriert sind die Räumlichkeiten mit Drucken des Offenburger Künstlers Stefan Strumbel. „Bis auf zwei Motive haben wir alle Drucke verkauft“, verriet Schulze Bahl. Einen „Schlussverkauf“ werde es allerdings nicht geben. 

Ein halbes Dutzend Museumsbesucher führte am Sonntagnachmittag Kunstkennerin Christiane Öztat zum letzten Mal durch die Sonderausstellung „Kunst, Kosmos, Oberrhein“, bevor bereits am gestrigen Montag die Abräumarbeiten begannen. Einige Werke von Bert Jäger, dessen Ausstellung vergangener Woche schon zu Ende ging, waren bereits abgehängt. „Die nächsten Wochen sind wir jetzt mit den Abbauarbeiten beschäftigt, bevor wir hier aufhören“, bedauerte Schulze-Bahl. 

„Wirklich schade, dass heute zum letzten Mal hier offen ist. Für uns war das hier in Durbach ein richtiges Highlight für die Kunstszene. Denn hier konnte man auch Kunst entdecken, die nicht so bekannt war oder die zuvor noch nie ausgestellt worden ist“, sagte eine Besucherin aus Basel, die mit ihrem Ehemann angereist war. „Für uns gehörte das Museum jedenfalls neben dem Frieder-Burda-Museum und der Sammlung Würth im Elsass zu den privaten Kunstmuseumsperlen  hier am Oberrhein.“  
Wie bereits berichtet, werden die Räumlichkeiten für den Hotelbetrieb benötigt.

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