Renovieren oder neu bauen?

Evangelisches Pfarrhaus in Zell kommt auf den Prüfstand

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13. Oktober 2018

Um die Zukunft des evangelischen Pfarrhauses mit dem Gemeindesaal im Erdgeschoss geht es in der Gemeindeversammlung am Dienstag, 16. Oktober. ©Dietmar Ruh

Die evangelische Kirchengemeinde Zell steht vor weitreichenden Entscheidungen: Soll das Pfarrhaus mit Gemeindesaal verkauft oder renoviert werden? Und soll bei einer Verkaufsentscheidung ein Neubau an der Kirche erfolgen? Eine Gemeindeversammlung am Dienstag soll ein Stimmungsbild bringen.

Die evangelische Landeskirche, zu der 600 Kirchengemeinden von Mannheim bis zum Bodensee gehören, hat ein Liegenschaftsprojekt gestartet, das die Immobilien der einzelnen Kirchengemeinden unter die Lupe nimmt. Hintergrund sind sinkende Finanzmittel der Kirche, was zum Nachdenken über Einsparungen, besonders im Immobilienbereich, zwingt. »Prokiba«  ist eine kircheneigene Gesellschaft mbH, die Projekte im Bereich kirchlichen Bauen berät und entwickelt. Die Gesellschaft hat eine Bestandsaufnahme gemacht.

Auch in Zell a. H. war »Prokiba«, hat den Ist-Zustand untersucht und mögliche Varianten berechnet. Wie Pfarrer Reinhard Monninger auf Nachfrage mitteilt, ist vor allem das Pfarrhaus mit Gemeindesaal aus dem Jahr 1959 nicht mehr zeitgemäß und zudem energetisch sanierungsbedüftig. 

Wohnung zu groß

»Die Pfarrwohnung ist viel zu groß und der Zugang zum Pfarrbüro ist nicht behindertengerecht, bei einer Renovierung müsste auch über einen Fahrstuhl gesprochen werden«, nennt Reinhard Monninger Gründe, die gegen eine aufwendige Sanierung sprechen würden. Man wisse auch nicht, so Monninger, welchen Platzbedarf ein neuer Pfarrer braucht. Für Monninger steht in wenigen Jahren der Ruhestand an. Ob sein Nachfolger die große Wohnung im Pfarrhaus mit Garten braucht oder überhaupt will, könne nicht vorhergesagt werden. Falls das Pfarrhaus veräußert werden sollte, würde die Kirchengemeinde für den künftigen Pfarrer eine Pfarrwohnung anmieten.

Würde das Pfarrhaus verkauft, hat für diesen Fall »Prokiba« Alternativen vorbereitet. Diese bestehen in einem Neubau unterhalb der Kirche. »Falls wir neu bauen, würde die Kirche gleich mitsaniert«, so Reinhard Monninger. 

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Für einen Neubau gibt es zwei Varianten. Beides wären Zweckbauten. Im räumlich größeren Entwurf wäre neben Büroräumen ein Gemeindesaal von rund 100 Quadratmetern integriert. Dieses Gebäude würde etwas von der Kirche abgerückt gebaut und über einen Steg mit dem Gotteshaus verbunden. 

Bei der kleineren Variante handelt es sich um einen Anbau direkt an die Kirche. Hier wäre kein separater Gemeindesaal vorgesehen. »Man könnte den Kirchenraum dazu nutzen«, so Pfarrer Monninger. 
Beide Neubauten hätten den Vorteil, dass sie durch eine gute Isolation weniger Nebenkosten produzieren als das in die Jahre gekommene Pfarrhaus.

Meinungsbild

Was Sanierung oder Neubauten nach ersten Schätzungen kosten werden, wird bei einer außerordentlichen Gemeindeversammlung mitgeteilt, zu der die Kirchengemeinde am Dienstag, 16. Oktober, ab 19 Uhr in den evangelischenGemeindesaal einlädt. 

Dabei möchte Pfarrer Reinhard Monninger auch alle Details der insgesamt drei Varianten vorstellen. Ziel ist, ein Meinungsbild zu erhalten. »Die Gemeindeversammlung hat beratende Funktion, danach entscheidet der Kirchengemeinderat. 
Das letzte Wort hat dann die evangelische Landeskirche«, erläutert Monninger den Ablauf. »In einem Jahr sollten alle Entscheidungen getroffen sein, ab 2022 könnten die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden. 2023 sollten dann Renovierung oder aber Neubau fertig sein«, erklärt Monninger.

»Die Kirchengemeinde und der Kirchengemeinderat stehen vor einer wichtigen Entscheidung für kommende Jahrzehnte«, wirbt Pfarrer Monninger um rege Beteiligung der insgesamt rund 2100 Gemeindemitglieder an der Gemeindeversammlung.

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