Neues Projekt

Bekommt Elgersweier eine eigene Fahrradstraße?

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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19. Juni 2021
Elgersweier könnte eine Fahrradstraße kriegen. Interessierte Bürger machen sich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild.

Elgersweier könnte eine Fahrradstraße kriegen. Interessierte Bürger machen sich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild. ©Volker Gegg

Elgersweier könnte eine Fahrradstraße bekommen, noch aber haben vor allem Anwohner viele Bedenken. Beim Vor-Ort-Termin wurde diskutiert über Sinn und Zweck des Projekts.

Noch ist nichts geplant oder soll vollzogen werden, die Idee einer Fahrradstraße durch Elgersweier ist momentan nur angedacht und liegt im Bereich des Möglichen. Aus diesem Grund gab sich die bei der Stadt für Verkehrsplanung und den Radfahrverkehr zuständige Fachfrau Amrei Bär beim Bürgerbeteiligungs-Termin in Elgersweier noch sehr zurückhaltend mit ihren gewählten Formulierungen. „Jedenfalls ist die Einrichtung solcher Fahrradstraßen politisch stark gewollt. Es gibt hier aber für Elgersweier noch keinen fertigen Plan, sprich kein Konzept“.

Ortsvorsteher-Stellvertreter Erich Spinner freute sich jedenfalls, 30 interessierte Einwohner und auch einige Ortschaftsratskollegen begrüßen zu können. Eine Fahrradstraße ist ein speziell ausgeschilderter Straßensabschnitt, in dem Fahrradfahrer bevorrechtigt sind. So müssen sie sich dort nicht an das Gebot „Rechts vor Links“ an jeder Straßeneinmündung halten und haben Vorfahrt.

Auch das Fahren in einem Pulk ist auf einer Fahrradstraße möglich, da die Radler dabei von anderen Verkehrsteilnehmern nicht überholt werden dürfen. Fahrradstraßen werden laut Bär grundsätzlich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern angelegt. Parkflächen sind möglich, werden aber extra ausgewiesen und markiert. Auch aus dem Hintergrund heraus, das sogenannte „Dooring“, sprich das Zusammenprallen von Radfahrern mit unvorsichtig geöffneten Autotüren zu vermeiden.

In Elgersweier soll die Fahrradstraße von der Gartenstraße über die Kirchstraße mit Überquerung der Kreisstraße zur Straße „zum Großen Deich“ erfolgen bis hin zum Kinzigdamm und damit mit Anschluss an das Offenburger Radwegenetz. „Können Sie sich das hier für Elgersweier vorstellen und welche Anregungen und kritischen Punkte haben Sie dazu“, regte Bär die Diskussion am Treffpunkt am Dorfbrunnen vor der Pfarrkirche an.

„Sowieso Tempo 30“

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„Wenn die Parkplätze markiert werden, verlieren wir unseren Parkplatz direkt vor unserem Grundstück auf dem wir sowieso nur einen Parkplatz zur Verfügung haben“, argumentierte eine Anwohnerin der Kirchstraße. „Wir haben hier sowieso einen 30er-Bereich und meines Wissens ist hier noch nie etwas passiert mit Radfahrern“, so ein weiterer Teilnehmer.

Christiane Koffler stellte die Frage nach dem Sinn des Ganzen. „Eine Fahrradstraße ist doch etwas für Großstädte und nichts für eine dörfliche Gemeinde. Sollte man da nicht erst in der Kernstadt damit anfangen?“. Kritisch sehen Teilnehmer auch den regelmäßigen Bus- und Lkw-Verkehr durch die Kirchstraße, welcher wohl nicht zu einer Fahrradstraße passen würde. Auch das Eltern-Taxi für die Kita und die Lehrkräfte, die ständig direkt vor der Schule parken und nicht den dafür notwendigen Parkplatz nutzen, kommen zur Sprache.

„Den Eltern-Taxi-Verkehr könnte man ja auf den Parkplatz umleiten, da sind es nur ein paar Schritte zur Kita oder zur Schule“, erläuterte Bär zu den Anwohnereinwänden. Ein weiterer Anwohner kritisierte, dass in Sachen Verkehrspolitik in Elgersweier ein Gesamtkonzept fehle, denn noch immer geht ein reger Durchgangsverkehr vom Industriegebiet durch den Ort obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist: „Was passiert, ist bisher nur Stückwerk, keine ganzheitliche Lösung und die sollte man hier erst einmal von Seiten der Stadt angehen, bevor an eine Fahrradstraße gedacht ist“.

Eine Bikerin wünschte sich eine längst geforderte Ausleuchtung des Radfahrwegs ins Industriegebiet und nach Offenburg während ein anderer Zuhörer kritisierte, dass ein Radweg im Industriegebiet plötzlich ins Nichts führt statt weiterzuführen.

Die Liste von Bär mit Beiträgen der Teilnehmer war jedenfalls reichlich gefüllt, als nach einer guten Stunde die Veranstaltung in der Kirchstraße zu Ende ging.

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