Offenburg

Faible für Boxsport: Werner Pühler feiert 90. Geburtstag

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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10. November 2018

©Regina Heilig

Am heutigen Samstag feiert Werner Pühler seinen 90. Geburtstag. Der ehemalige Verwalter der Wohnbau Offenburg engagierte sich vorbildlich in 
»seiner« Nordweststadt. 

Geboren wurde der Jubilar am 10. November 1928 in Aschaffenburg als einziges Kind eines Gutsverwalters. Da auch seine Mutter als Küchenchefin berufstätig war, wurde der junge Werner (was damals üblich war) in einer Pflegefamilie untergebracht, wo er Geborgenheit fand. »Das war wie daheim«, erinnert er sich an die Zeit in Eberstadt. 

Nach der Volksschule fing er eine Lehre als Maschinenschlosser bei der Firma Göbel in Darmstadt an, wurde aber bald zum Reichsarbeitsdienst und zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg führte ihn sein Weg nach Oberbayern – der besseren Verpflegung wegen auf einen Bauernhof. 1946 begann die Lehre zum landwirtschaftlichen Gehilfen auf Gut Reichertsried bei Fürstenfeldbruck. 

Schilder hergestellt

Im Juni 1949 kam Werner Pühler nach Achern, um in seinem neuen Beruf zu arbeiten, aber schon im Oktober zog es ihn nach Offenburg – des Boxsports wegen. Im Boxclub »Germania Offenburg« kämpfte er in der Schwergewichtsklasse. Der Jubilar fand Arbeit bei der Firma Boos und Hahn (heute Westiform) als »Schablonierer« bei der Herstellung von Emailleschildern. In dieser Zeit war Offenburg ein Zentrum für die Herstellung von Werbeschildern. Nach 17 Jahren kündigte Pühler seine Stelle, wechselte die Branche und begann, für die Wohnbau Offenburg als Hausverwalter zu arbeiten. Er hatte seinen Traumberuf gefunden: »Ich war hundertprozentiger Hausverwalter, das war mein Metier«, sagt er und lacht. 

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Die Neubauten im Blick

Das Portfolio der Wohnbau umfasste in der Zeit, bis er am 1. Juli 1989 in Rente ging, durchschnittlich zwischen 900 und 1000 Wohnungen, zumeist mit drei Zimmern und einer Größe um die 80 Quadratmeter. Bis heute interessiert sich der Jubilar lebhaft für das Geschehen rund um den Wohnungsbau in Offenburg. Zweimal in der Woche sei er mit dem Auto unterwegs und begutachte den Fortschritt der zahlreichen Baustellen in der Stadt. Dabei gefällt ihm beileibe nicht alles, was er sieht: »Vom Seidenfaden bin ich enttäuscht – das sollte doch ein besseres Viertel werden, und jetzt stehen da zehn Hochhäuser!« 

Werner Pühler und seine Frau Johanna, geborene Münch, die er in Achern kennengelernt hatte, wohnten fast ihr ganzes Leben im selben Karree in der Nordweststadt, nämlich in der Tulla-, der Straßburger- und der Zeppelinstraße. Hier zogen sie ihre Kinder Wolfgang, Ursula und Beate groß und engagierten sich in der Bürgervereinigung, die der Jubilar von 1969 bis 1999 leitete und wo er heute noch Ehrenvorsitzender ist. Auch im betreuten Wohnen im Brünnelesweg ziert ein Bild der Nordweststadt die Wand, ein Blick »von der Windeck her«, gemalt 1993 von Erich Gutmann. 

Johanna Pühler verstarb zum großen Kummer des Jubilars vor zwei Jahren. Viel Kraft gibt dem Träger der Landesehrennadel die Familie mit fünf Enkel- und acht Urenkelkindern. Gefeiert wird heute mit der Familie – und zahlreichen Freunden und Wegbegleitern. 

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