Offenburg

26-Jähriger zückt Messer auf Trauerfeier – zwei Verletzte

Autor: 
Bastian André
Lesezeit 2 Minuten
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16. Mai 2018
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(Bild 1/4) ©Benedikt Spether

Eine Trauerfeier mit knapp 200 Gästen in der Offenburger Otto-Hahn-Straße ist am Mittwochnachmittag eskaliert: Trauergäste gerieten aneinander, im Streit flogen Fäuste, dann zückte ein Mann ein Messer. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an – es gibt Verletzte und eine Festnahme.

Großeinsatz der Polizei in Offenburg: Mehrere Einsatzkräfte sind am Mittwoch kurz vor 15 Uhr in die Otto-Hahn-Straße ausgerückt, nachdem ein Streit bei einer Trauerfeier im dortigen Zentrum der alevitischen Gemeinde eskaliert sein soll. Die Straße wurde an der Stelle komplett gesperrt, mehrere Polizeiautos standen auf dem Gelände.

Wie die Polizei berichtet, kam es gegen 14.40 Uhr zu dem Streit. Gäste der Trauerfeier seien zunächst verbal aneinander geraten, dann entwickelte sich eine Schlägerei. Ein 26-Jähriger zückte schließlich ein Messer und verletzte zwei Männer im Alter von 24 und 34 Jahren, heißt es. Der Tatverdächtige sei festgenommen worden. Einer der Männer sei leicht, der andere schwer verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Lebensgefahr bestehe nicht. Beide Verletzten wurden in das Offenburger Klinikum gebracht.

200 Trauergäste vor Ort

Knapp 200 Gäste sollen sich auf der Trauerfeier aufgehalten haben, weshalb mehrere Polizisten im Einsatz waren. Das zeitnahe Eintreffen der ersten Polizeistreifen habe die Lage schnell unter Kontrolle gebracht, so die Polizei.

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Es habe sich um eine jesidische Trauerfeier gehandelt, wie die stellvertretende Vorsitzende der alevitischen Gemeinde gegenüber der Mittelbadischen Presse erläuterte. Die Gemeinde habe die Räumlichkeiten an die Gäste vermietet. Zeugen berichteten, die Trauerfeier galt einer im Iran verstorbenen Frau. Die Trauernden waren aus weiten Teilen Deutschlands angereist, um gemeinsam Abschied zu nehmen. Noch vor dem Essen sei es dann jedoch zu dem Streit gekommen. 

Hintergründe noch unklar

Die Hintergründe zu der gewalttätigen Auseinandersetzung sind laut Polizei noch nicht bekannt. Einem Sprecher zufolge soll es sich um »eine familiäre Angelegenheit« gehandelt haben. Einen Zusammenhang zu dem noch ungeklärten Mord an einem 43-Jährigen bei Ortenberg in der Freitagnacht schließen die Ermittler derweil aus. Ebenso gebe es keine Anhaltspunkte für einen politischen oder religiösen Hintergrund.

Den Nachmittag über waren die Polizisten vor Ort damit beschäftigt, bei einer großen Anzahl von Zeugen Aussagen und Personalien aufzunehmen. Die Otto-Hahn-Straße musste bis etwa 15.45 Uhr wegen des Polizeieinsatzes gesperrt bleiben. Die Sperrung hatte für größere Verkehrsbehinderungen in Offenburg gesorgt.

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