Jahreshauptversammlung

Feuerwehr berichtet über besondere Herausforderungen

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 4 Minuten
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19. September 2021
Erstmals in der Oberrheinhalle: Die Hauptversammlung der Feuerwehr Offenburg fand wieder mit vielen Leuten statt.

Erstmals in der Oberrheinhalle: Die Hauptversammlung der Feuerwehr Offenburg fand wieder mit vielen Leuten statt. ©Manfred Vetter

Am Freitag hielt die Feuerwehr Offenburg eine etwas andere Hauptversammlung ab.

So traf man sich erstmals in der Oberrheinhalle. Im Mittelpunkt standen nicht die feuerwehrtypischen Einsätze, sondern die pandemiebedingten Herausforderungen. Max Kiefer trat als ehrenamtlicher Stellvertreter des Kommandanten zurück. Als Nachfolger wurde Bernhard Denne gewählt.

Kommandant Peter Schwinn sah zurück auf zwei Jahre, in denen allen viel auferlegt wurde. Man habe gemeinsam hervorragend gehandelt und die Probleme gut gelöst. „Offenburg war sehr belastet. Wir mussten uns um vieles kümmern.“ Der Corona-Stab wurde im Lehrsaal der Feuerwehr aufgebaut, mit eigener IT- und Kommunikationsinfrastruktur. Die Feuerwehr war eingebunden in die Beschaffung von Schutzmasken und Schutzkleidung, die „beste Idee, die OB Steffens haben konnte“. Und als der Transport von Frankfurt nach Offenburg daran zu scheitern drohte, dass das Material nur in Kartons und nicht auf Paletten gepackt war, konnten dank der Kontakte von Peter Schwinn THW und Feuerwehr die begehrte Ware holen und der Betrieb im Klinikum aufrechterhalten werden.

„Eigentlich stand das Jahr 2020 unter einer anderen Prämisse. Was da auf uns zurollte, war immens“, so Peter Schwinn. Der neue Brandschutzbedarfsplan sollte umgesetzt werden. Dabei war die Feuerwehr in der Lage, allen Aufgaben eines Oberzentrums gerecht zu werden. Da Peter Schwinn im Krisenstab gebunden war, übernahm Stellvertreter Nils Schulze das Tagesgeschäft. Der Probebetrieb wurde komplett eingestellt. Es wurde ein Zweischichtsystem eingeführt, in dem auch Ehrenamtliche zum Einsatz kamen. Es gab mit 620 Alarmierungen zehn weniger als 2019, wobei die Brandmeldeanlagen weniger Fehlalarme verursachten. Das Schutzziel von 90 Prozent wurde erreicht, indem der erste Löschzug innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung vor Ort war.
Erreicht wurde das durch das Vernetzen der Abteilungen, das Verteilen von Sonderaufgaben auf die Abteilungen und das Aufstocken der hauptamtlichen Wache auf 23 Kräfte.

Die Planungen für das Feuerwehrgerätehaus West sind abgeschlossen, der Baubeginn verzögert sich wegen des Einspruchs eines Anwohners. Die Planungen für das Gerätehaus Rebland sollen in diesem Jahr begonnen werden. Dort wird auch das neue Tanklöschfahrzeug TLF 3000 stationiert, speziell ausgerüstet für die Waldbrandbekämpfung.

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Die Atemschutzwerkstatt wurde umgebaut und saniert, entspricht jetzt den aktuellen Anforderungen an die Hygienestandards. Davon profitieren 31 angeschlossene kommunale und drei Werkfeuerwehren. Ein Highlight ist die neue Reinigungs- und Desinfektionsanlage, die mit der Firma Meiko entwickelt wurde.

In großer Runde

Oberbürgermeister Marco Steffens freute sich, dass man sich nach zwei Jahren wieder in der großen Runde treffen durfte und machte gleich ein großes Kompliment: „Unsere Feuerwehr kann Krise, kann in disrutpiven Zeiten damit umgehen. Und Kommandant Peter Schwinn war ein wichtiger Begleiter und Berater.“ Es gab in den eineinhalb Jahren große Veränderungen. Er dankte allen Blaulichtorganisationen für ihren Einsatz, für die gute Zusammenarbeit. Marco Steffens: „Wir konnten uns aufeinander verlassen.“ Offenburg hat es als Oberzentrum geschafft, eine Situation zu bewältigen, die über das normale Maß hinausging – mit der Feuerwehr und mit vielen Ehrenamtlichen.
Ein Höhepunkt war die Beschaffung der Schutzkleidung, auch wenn das Stadtoberhaupt wegen der unüblichen Vorkasse selbst in der Haftung war. „Aber wir haben dadurch Menschenleben gerettet“, so Marco Steffens. „Auch wenn es zu teuer war. Damals ging es darum, überhaupt etwas zu bekommen.“ Es war eine Herzensangelegenheit, das Zentrale Impfzentrum nach Offenburg zu bekommen, auch wenn die Fristen sehr knapp waren.

Der OB lobte die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute, die in 90 Prozent der Fälle rechtzeitig vor Ort waren. „Es ist ihre Leistung, dass Sie so schnell am Einsatzort waren.“

Stolz zeigte er sich, dass die Feuerwehr mit der Meiko eine weltweit einzigartige Anlage entwickeln und beschaffen konnte zur Reinigung der Atemschutzausrüstungen.

Kein Stillstand

Aber es wird keinen Stillstand geben. In zehn Jahren wird Offenburg anders aussehen. Die Veränderungsprozesse müssten aktiv gestaltet werden. Das stellt auch an die Feuerwehr neue Herausforderungen. So wird das neue Klinikum die medizinische Versorgung in der Zukunft sichern mit seiner hohen Professionalität. Aber auch die Feuerwehr muss in der Lage sein, im Notfall wirksam zu helfen. In Offenburg wird es mit 20 Kilometern den längsten Bahntunnel in Deutschland geben. Die Feuerwehr Offenburg wird dafür die feuerwehrtechnische Planung übernehmen. Mit der Landesgartenschau wird die Infrastruktur der Stadt verbessert. Marco Steffens: „Das ist Stadtsanierung vom Feinsten, nicht nur eine Blümchenschau.“ Außerdem investiert Offenburg viel in die Bildung. Die Stadt braucht viele Innovationen, um die 50 000 Arbeitsplätze erhalten zu können.

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