Mehr Vielfalt für den Wald

Forsteinrichtungswerk 2021 bis 2030 im Schutterwälder Rat abgesegnet

Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
12. April 2021
Wie es in den kommenden zehn Jahren im Schutterwälder Wald weitergehen soll wurde dem ­Gemeinderat mit dem Forsteinrichtungswerk vorgestellt.

Wie es in den kommenden zehn Jahren im Schutterwälder Wald weitergehen soll wurde dem ­Gemeinderat mit dem Forsteinrichtungswerk vorgestellt. ©Iris Rothe

Ziele für den Wald und mehr Baumarten: Dem Forsteinrichtungswerk für die Jahre 2021 bis 2030 ist im Zuge der jüngsten Schutterwälder Ratssitzung einhellig zugestimmt worden.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Schutterwälder Gemeinderat dem Forsteinrichtungswerk 2021 bis 2030 für den Gemeindewald Schutterwald einhellig zugestimmt. Dieses hat zum Inhalt, den gesamten Betriebsablauf im Hinblick auf die langfristigen Zielsetzungen räumlich und zeitlich zu ordnen, die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes aufeinander abzustimmen und sie nachhaltig zu sichern. Darin erfolgt auch die Festsetzung der nachhaltigen Nutzung in Form eines Hiebsatzes in Festmetern, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

In der Sitzung anwesend waren Forsteinrichter Matthias Wenzel, Revierleiter Markus Gutmann, Simeon Springmann, Amt für Waldwirtschaft des Landratsamts (Forstamt), sowie der Forstwirtschaftsmeister der Gemeinde Schutterwald, Josef Müller. Sie haben das Forsteinrichtungswerk gemeinsam erarbeitet.

Ziele bereits formuliert

Dem Rat ist in der Sitzung vom 17. Juni 2020 der Haushalts- und Bewirtschaftungsplan Forst 2021 für den Gemeindewald von Markus Gutmann und Simeon Springmann bereits erläutert worden. Der Gemeinderat hat den Planungen einstimmig zugestimmt (wir berichteten). Ziele und Wünsche des Waldbesitzers, in diesem Fall die Gemeinde Schutterwald, wurden damals schon formuliert. So soll auf Naherholung und Klimaschutz besonderen Wert gelegt werden. Auch die Brennholzversorgung der Bürger vor Ort nehme einen traditionell hohen Stellenwert ein. Die Gemeinde wünscht sich auch, dass die Eichenbestände langfristig erhalten werden können, wie es in der damaligen Sitzung formuliert wurde.

Forsteinrichter Matthias Wenzel hat die Inhalte und Ergebnisse im neuen Forsteinrichtungswerk in der aktuellen Sitzung nun final vorgestellt. So beträgt die forstliche Betriebsfläche des Gemeindewalds insgesamt 263,5 Hektar, wovon 256 Hektar Holzbodenfläche sind. Der Hiebsatz wird auf 5,7 Erntefestmeter pro Jahr und Hektar festgelegt, was insgesamt 14 652 Erntefestmetern entspricht.

Als laufenden Volumenzuwachs wurden 6,2 Erntefestmeter pro Hektar und Jahr festgesetzt. Die Jungbestandspflege soll auf 40,8 Hektar Arbeitsfläche erfolgen. Die Verjüngungsplanung geht von 25,7 Hektar aus, wovon 14,3 Hektar auf die Naturverjüngung und 11,4 Hektar auf Anbau entfallen, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht.

- Anzeige -

Vogelschutzgebiet

Neben der Holzwirtschaftlichen Funktion ist der Wald laut Wenzel auch für den Klimaschutz und die Naherholung wichtig. Waldbiotope mit Erlen, Ulmen und Eschen befinden sich auf zwölf Prozent der Gesamtfläche, wobei Ulmen und Eschen seltener würden. Ein Prozent der Fläche seien FFH-Schutzgebiete. „Das ist eine relativ kleine Fläche und darum geschützt“, so Wenzel. Auch ein Vogelschutzgebiet mit seltenen Arten ist dabei, die laut Wenzel aber gut mit der Waldwirtschaft in Einklang zu bringen sei.

„Mit der Klimaerwärmung ist alles nicht mehr so klar wie früher. Wir planen mit einer gewissen Unsicherheit 100 Jahre im Voraus“, erläuterte Wenzel weiter. Nicht mehr jeder Standort sei auch für jede Baumart geeignet. Eine gewisse Resilienz, also Widerstandskraft des Waldes, werde immer wichtiger. Deshalb soll die Baumartenvielfalt in Zukunft auch größer werden.

1900 war der Gemeindewald laut Wenzel noch zum größten Teil ein Eichenwald (heute liegt der Anteil an Roteichen bei 29 Prozent). 15 Prozent entfielen 1900 dazu auf Eschen, zehn Prozent auf Erlen, zehn Prozent auf Hainbuchen und zehn Prozent auf sonstige Baum­arten. Zwischenzeitlich habe die Esche an Anteilen gewonnen, bis hin zu 34 Prozent.

Heute liegt dieser Anteil aufgrund des Eschentriebsterbens nur noch bei elf Prozent. Der Bergahorn kam mit der Zeit in die Baumartenpalette hinzu. Diese soll auch „mit klimaverträglichen Baumarten und solchen, die wenig vertreten sind, erweitert werden“, so Wenzel, auch „Exoten“ können hinzukommen und auf Eichen werde wieder viel Wert gelegt.

Der Schutterwälder Wald sei ein verhältnismäßig junger Wald: „Eine sehr große Fläche der Bäume ist unter 80 Jahre alt“, wie der Forsteinrichter erklärte. Im vergangenen Jahrzehnt sei der geplante Hiebsatz etwas überschritten worden, da habe „2015 das Eschentriebsterben richtig zugeschlagen“.
Aktuell gibt es laut Wenzel rund 30 Baumarten im Schutterwälder Wald. „Wir wollen mit Platanen und Nussbaum­arten noch mal mehr Vielfalt und Arten, die mit trockenen Bedingungen gut klarkommen, reinbringen.“ Die Böden seien ein Plus, da sie eine große Wasserspeicherfähigkeit besitzen. Wenzel ist sich sicher, dass die Gemeinde „auch in 50 Jahren noch einen stabilen Wald hat“. Man müsse aber davon wegkommen, auf nur eine Baum­art zu setzen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Evi Lehmann vom Biberacher "Figaro":" Das Kundenverhalten at sich geändert".
vor 17 Minuten
Testpflicht vergrault Kunden der Friseure
Seit Einführung der Testpflicht für den Friseurbesuch bleiben aus vielerlei Gründen die Kunden weg. Die Friseursalons haben dennoch Mehrarbeit durch Umsetzung der Vorschriften.
Mit der Firma Hukla wuchs auch die Stadt Gengenbach. Dieses leider undatierte Foto stammt aus dem Archiv des ehemaligen Stadtfotografen Friedrich Strohm, das er nach seinem Tod dem Museum Haus Löwenberg vermacht hat. Dieses digitalisiert und archiviert diesen Schatz, gefördert vom Land Baden-Württemberg. Das Bild zeigt, dass Hukla vor der Erweiterung erst einmal Platz schaffen musste.
vor 18 Minuten
Serie Mythos Hukla (3)
Der dritte Teil der Serie "Mythos Hukla" beschreibt, wie die in Haslach gegründete Matratzenfabrik wächst und zum Global Player wird. Das hat Folgen für den Städtebau in Gengenbach. Die Bereiche Amselberg, Binzmatt und die Kinzigvorstadt wachsen mit.
Kriz La Fraize | United we Stream
vor 8 Stunden
Die Martin Elble Kolumne
Er kennt die Ortenau und das Elsass, liebt Musik, Kunst, Kultur und Kulinarik: Über das Beste, was es davon dies- und jenseits des Rheins gibt, berichtet DJ Martin Elble alle zwei Wochen in seiner Kolumne „OG Distrikt“ im Offenburger Tageblatt.
Bei adeligen jungen Damen nicht ganz konsequent ...
vor 8 Stunden
Das Beste der Woche
Eigentlich hilft in dieser Karikatur einer Epoche nur Satire. Nur darf man dann nicht erwarten, dass einen irgendjemand versteht. Das ist manchmal schade - und manchmal ist es das nicht.
Tauben gehören zum Offenburger Stadtbild. Oftmals zieht es sie aufgrund des Nahrungsangebots in die Innenstadt, aber auch Brunnen sind als Wasserquelle attraktiv.
vor 9 Stunden
Stadt sieht keinen Handlungsbedarf
Hat Offenburg ein Taubenproblem? Die Stadt sagt nein, Mitglieder eines Tierschutz­vereins fordern ­hingegen ein betreutes Taubenmanagement samt Taubenhaus im Vinzentiusgarten.
Bürgermeister Klaus Jehle ließ sich auch im zweiten Testzentrum testen (von links): Sarina Coels (Filialleitung), Klaus Jehle, Jacqueline Müller (Testerin) und Tanja Jäger (Testerin). 
vor 9 Stunden
Testen gegen Corona
In Hohberg gibt es jetzt eine zweite Möglichkeit, sich schnell auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen zu lassen. Der dm-Markt in Hofweier ist jetzt mit von der Partie.
Ein Kommentar von Thomas Reizel.
vor 10 Stunden
Gengenbach
Zu den möglichen Standorten von Fahrradbügeln in Gengenbachs Altstadt und der Kommunikation zu diesem Thema kommentiert Lokalredakteur Thomas Reizel
Vor dem Reisebüro sind 13 hüfthohe Fahrradbügel im Gespräch. Dagegen wehrt sich Inhaberin Andrea Zimmermann und beklagt, dass sie das nicht von der Stadt, sondern aus dem OTerfahren hat.
vor 10 Stunden
Gemeinderat Gengenbach
Der Gemeinderat will mehr Stellplätze für Räder und E-Bikes schaffen, doch dagegen regt sich Protest. Andrea Zimmermann vom TUI-Reisecenter lehnt diese ab und fühlt sich übergangen.
Auch ohne Feierlichkeiten wurde in Ebersweier ein Maibaum geschmückt und aufgestellt. Das fanden scheinbar nicht alle toll.
vor 10 Stunden
Video entlarvt Täter
Während der Maibaum mit seinen 15 Metern seit 1. Mai sicher in Fessenbach steht, ist der Ebersweierer Baum Opfer von Vandalismus geworden. Dank Videoüberwachung wurden die drei Täter jedoch gefunden.
Felix und Till von Zweierpasch sammeln Zigarettenstummel ein.
vor 10 Stunden
#fillthebottle Challenge
„Die Zeiten verlangen Umweltschutz, auch wenn das Coronavirus­ uns alle umtreibt“, erklären Felix und Till von Zweier­pasch. Nach bereits sieben #FillTheBottle-Challenges in Freiburg und Kehl kommen die Musiker und Aktivisten am 1. Mai nach Offenburg, heißt es in einer Pressemitteilung.
Viele Tiere sind mittlerweile in der Stadt heimisch geworden: Nutrias schwimmen durch den Unteren Mühlbach, die vielen Tauben werden zur Plage in der Innenstadt, Wildtiere wie Waschbär und Marder suchen nach Futter und Turmfalken sich Nistmöglichkeiten in der Stadt. Selbst Füchse wagen sich vorsichtig vor.
vor 10 Stunden
Nutria, Taube und Co.
Immer mehr Tiere erobern nach und nach auch die Stadt. Während Tauben bereits zum Stadtbild gehören, schwimmen in Offenburg auch immer öfter Nagetiere durch die Gewässer, Singvögel brüten in den Hecken und Tiere aus dem Wald suchen Futter in den menschlichen Abfällen.
Viele Tiere sind mittlerweile in der Stadt heimisch geworden: Nutrias schwimmen durch den Unteren Mühlbach, die vielen Tauben werden zur Plage in der Innenstadt, Wildtiere wie Waschbär und Marder suchen nach Futter und Turmfalken sich Nistmöglichkeiten in der Stadt. Selbst Füchse wagen sich vorsichtig vor.
vor 10 Stunden
Nutria, Taube und Co.
Immer mehr Tiere erobern nach und nach auch die Stadt. Während Tauben bereits zum Stadtbild gehören, schwimmen in Offenburg auch immer öfter Nagetiere durch die Gewässer, Singvögel brüten in den Hecken und Tiere aus dem Wald suchen Futter in den menschlichen Abfällen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • So bleibt Zeit für die Trauer: Das Bestattungshaus Heizmann nimmt den Hinterbliebenen gerne alle Formalitäten ab. 
    05.05.2021
    Bestattungshaus Heizmann ermöglicht digitales Abschiednehmen
    Das Bestattungshaus Heizmann geht mit eigenem Online-Gedenkportal neue Wege in der Trauerkultur. Ziel ist es, den Hinterbliebenen die Möglichkeit zu geben, sich an den Verstorbenen zu erinnern - auch in Zeiten von Corona.
  • Willkommen in der NOVELLUS-Familie! Die 390-köpfige Mannschaft soll weiter wachsen.
    30.04.2021
    Q-FOX® - Gemeinsam erfolgreich!
    Die NOVELLUS-Gruppe ist eine Unternehmensgruppe mit integrierten Services und Solutions für die moderne Arbeitswelt. Sie besteht aus zehn spezialisierten Inhaltsgesellschaften und ist in Baden, dem Elsass und der Pfalz einer der führenden Partner der regionalen Wirtschaft für umfassende IT- und...
  • Die Experten der Azemos vermögensmanagement gmbh verwalten das Kapital der Kunden mit Sorgfalt.
    28.04.2021
    azemos vermögensmanagement gmbh setzt auf Stabilität, Qualität, Wachstum und Werte
    Trotz immenser Pandemie-Belastungen hat sich die Erholungsrallye an den Börsen auch im ersten Quartal 2021 fortgesetzt, allerdings mit einem Paradigmenwechsel. Die Experten der azemos vermögensmanagement gmbh in Offenburg haben den Markt fest im Blick und arbeiten mit Strategie und viel...
  • Ihr Auto ist bei Simon Autoglas in besten Händen: Schäden an der Frontscheibe werden unkompliziert behoben.
    26.04.2021
    Ihr Fachmann aus Schutterwald für Scheibentausch, Reparatur und Folierungen
    Ein Steinschlag – und schon ist es passiert: Im Lack ist ein ärgerlicher Kratzer oder in der Frontscheibe eine Macke, die sich mit jeder Erschütterung zum großen Riss auswachsen kann. In dem Fall kennt der TÜV kein Pardon. Mit Simon Autoglas in Schutterwald gehören solche Malheure der Vergangenheit...