Jubiläum

Freie Fasentgemeinschaft Montenegro feiert 111. Geburtstag

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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22. Januar 2018

So stellt man sich urig gelebte Fasent vor: Die Freie Fasentgemeinschaft Montenegro feierte mit Ausstellungseröffnung, Festbankett, Narrenbaumstellen und Narrenparty mit mehr als 1000 Gästen ihren 111. Geburtstag.

Was für eine Jubiläumsnacht am Samstag in der Schlossberghalle und im Partyzelt auf dem Dorfplatz. Und was für ein wunderschönes, familiäres und uriges Festbankett mit Ausstellungseröffnung am Freitagabend. Die Freie Fasentgemeinschaft Montenegro feierte am Wochenende ihren 111. Geburtstag, granatenmäßig schön und nicht nur für die Käfersberger und Ortenberger, sondern auch für die anderen Gäste ein unvergessliches Jubiläumsfest mit allem, was dazugehört.

»Wir wollen uns heute Abend feiern«, startete Vogt Martin Bürkle am frühen Freitagabend den ersten Programmpunkt des Jubiläumswochenendes, die Eröffnung der Sonderausstellung im Rathaus. »Auch für mich war es spannend zu sehen, welche Schätze über unsere Freie Fasentgemeinschaft in den Kellern und Speichern bisher schlummerten«, sagte Vogt.

Die Mitglieder staunten mit ihren Gästen über historische Artefakte wie die erste Fahne der Montenegriner, die 1905 als Gesangverein »Fortschritt« Käfersberg starteten und seit 1907 als Freie Fasentgemeinschaft fungieren. Vieles ist noch bis Aschermittwoch in den Etagen des Rathauses zu sehen. Die urige Drehorgel fehlt ebenso wenig wie großformatige Gruppenfotos, alte Urkunden und Zeitungsberichte.

Beeindruckendes Bild

Die »Rebstibberer« des Musikvereins sorgten bei der närrischen Vernissage für den richtigen Ton zur Einstimmung auf den nachfolgenden Jubiläumsabend. 280 geladene Gäste, überwiegend in den Fasentgemeischafts-Farben kostümiert, boten beim Blick durch die Tischreihen in der Schlossberghalle ein beeindruckendes Bild. Es wurde ein Abend ohne »Narri« und »Narro«, stattdessen mit mehreren »Monte-Negro«, »Bach-Brägel« und einigen »Dingeli-Spättle«-Rufen. 

Martin Bürkle, seit 17 Jahren im Amt und fünfter Vogt der Fasentgemeinschaft, warf in seiner launigen Festansprache einen Blick in die Vereinsgeschichte. »Den ersten Kredit erhielten wir damals vom Offenburger Sonnenwirt«, verriet Bürkle. Mehr als 250 000 Euro sowie Tausende von Arbeitsstunden wurden in den vergangenen Jahrzehnten in den Vogtskeller investiert, vor drei Jahren erwarb die Fasentgemeinschaft auch das »Scharfe Eck« am Lindenplatz. »Von der Sparkassenstiftung sind uns vor einigen Tagen 8000 Euro zugesprochen worden«, freute sich Bürkle.

»Aus einer einst skurrilen Idee ist einer der größten Ortenberger Vereine geworden«, sagte Bürgermeister Markus Vollmer, der in dem Gebäude geboren wurde und heute noch lebt, wo einst die Fasentgemeinschaft gegründet wurde. Käfersberg, einst von den Ortenbergern belächelter Ortsteil, wo es noch keinen Strom- und Wasseranschluss gab und allein der Lindenbrunnen der Wasserversorgung diente, sei heute zum Nobel-Wohnort und »Beverly Hills« von Ortenberg geworden, sagte Vollmer und überreichte einen Geldsack mit 111 Euro-Münzen.

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Karnevalistisches Dreigestirn

Auch die »Dingeli-Spättle« gratulierten ihrer Schwesterzunft. Spättlemeister Gunther Seckinger kostümierte Bürkle zusammen mit Bott Martin Kiefer und Fahnenträger Kai Isenecker als karnevalistisches Dreigestirn, bevor die Köpfe in den Waschzuber getaucht und ordentlich gedingelt wurden. Ein mit Schorle gefüllter Drei-Liter-Römer diente als Jubiläumsgeschenk für das frischgekürte Monte-Dreigestirn. Auch Vereinssprecher Claus Martus gratulierte nach dem Auftritt der Monte-Kids mit ihrem atemberaubenden Showtanz.

Zünftig, allerdings mit viel Regen, ging es am Samstagabend mit dem Aufstellen des Narrenbaums durch die Reblandzünfte weiter. Unter der Regie der Fessenbacher Narrenzunft hievten die Rebländer einen 18 Meter hohen Baum auf den Dorfplatz, bevor mit mehr als 900 Hästrägern und mehreren Hunderten Besuchern die Jubiläumsnacht in der Schlossberghalle sowie im Partyzelt auf dem Dorfplatz weiterging. Auf der Bühne wechselten sich Guggenmusiken, Tanzgruppen und Blaskapellen ab und sorgten bis in den frühen Sonntagmorgen hinein für eine urig- schöne, närrische Stimmung.

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