"Klosterbräustuben" Unterharmersbach allenfalls verhalten optimistisch

Gastgewerbe: Der große Ansturm blieb aus

Autor: 
Hans-Peter Wagner
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. Juni 2020

(Bild 1/2) Philipp (von links), Sven und Paul Lehmann vom Hotel „Klosterbräustuben“ sind verhalten optimistisch. ©Hans-Peter Wagner

Die Beherbergungsbranche ist allenfalls verhalten optimistisch nach den Corona-Lockerungen. Das Hotel „Klosterbräustuben“ vermisst das Busgeschäft als wichtigste Einnahmequelle.

Wieder einmal hat sich für Hotelier Paul Lehmann von den „Klosterbräustuben“ in Unterharmersbach eine Hoffnung zerschlagen. Denn die Öffnung der Gastronomie und des Hotels brachte nicht den Befreiungsschlag, den er sich für seinen Betrieb  nach der zehnwöchigen Schließung ersehnt hatte. Bisher war der Klosterbräuwirt immer zuversichtlich, doch nun spürt man bei ihm die Angst, wie es bei ihm weitergeht. 

Zwar kommen die Einheimischen und Freunde zum Essen, aber: „Bei uns im Schwarzwald geht man nicht täglich essen, sondern eher einmal in der Woche, wenn es hochkommt. Ich bin sehr dankbar, dass die Gäste von nah und fern uns so die Treue zeigen. Doch zum Überleben müssen weitere Einnahmequellen zum Laufen gebracht werden.“ 

Immer wieder rufen Gäste an und wollen buchen. Doch diese Gäste wollten schon über Pfingsten kommen, vor allem um Wellness machen. Doch die Wellnessanlagen mit Schwimmbad, Sauna und Ruheraum sind bis 6. Juni geschlossen. Paul Lehmann: „Leider warten wir wieder einmal vergebens auf die mit der Öffnung des Wellnessbereiches verbundenen Vorschriften und Einschränkungen, damit wir sie den anfragenden Gästen weitergeben können.“ 

Sorgenkind Busreisen

Große Sorgen bereitet ihm auch das Busgeschäft, die wichtigste Einnahmequelle für das Hotel. Während in anderen Bundesländern schon Reisebusse fahren dürfen, gibt es in Baden-Württemberg für Reisebusse noch keinen festen offiziellen Termin und schon gar keine Vorschriften, die mit der Fahrterlaubnis für Reisebusse verbunden sind. Es rufen zwar  Busunternehmen an und fragen nach. Doch ohne zu wissen, wie viele Personen in  in Reisebussen mitfahren dürfen, kommt auch keine Buchung zustande. 

Paul Lehmann: „Ich habe kein gutes Gefühl, denn vom dem Schrecken der Coronakrise und den Ausgangsbeschränkungen müssen sich die Leute erst mal erholen und tief durchatmen. Sie schreien nicht Hurra und stürmen in den nächsten Bus zur Fahrt in eine unbekannte Welt. Wenn jetzt auch noch bei uns die Weihnachtsmärkte und als Folge die schon fest gebuchten Reisen abgesagt werden, geht es wirklich an unsere Existenz.“ 

- Anzeige -

Aber Hoffnung gibt es, dass bald wieder Familienfeiern, die in den letzten Monaten gestrichen wurden, wieder erlaubt werden. Sie sind ein wichtiger Einnahmenposten im Jahresbudget. Auch hofft Lehmann, dass der feste Kundenstamm, den er in den letzten Jahren mit Elsässern aufgebaut hat, bald wieder über die Grenze kommen darf, um bei ihm Gast zu sein. 

Bei diesen Aussichten geht wieder der Anflug eines Lächelns über sein Gesicht: „Wenn ab Ende Juni doch noch das Busgeschäft anläuft und wir täglich 40 unserer 140 Betten belegen können, sind wir dankbar. Und wenn wieder unser Wellnessbereich wie gewohnt läuft und genutzt werden kann, dann sind nochmals mit einem dicken blauen Auge davon gekommen“

„Kleebad“ Zell a. H.

Das Hotel-Gasthaus „Kleebad“ in Zell a. H. ist ein Traditionsbetrieb und punktet auch durch seine ruhige Lage am Badwald. Es ist schon 1650 in den Chroniken erwähnt.   Seit 1860 befindet sich das „Kleebad“ im Familienbesitz. Das bedeutet Verantwortung für Hotel, Gastronomie – und Gäste. Juniorchef Georg Heitzmann hat in den besten Häusern der Schweiz gearbeitet, im Eden Roc in Ascona oder im Tschuggen Grand Hotel in Arosa. Heute kocht er zu Hause im „Kleebad“. 

Natürlich ist die Corona- Krise am „Kleebad“ auch nicht spurlos vorbeigegangen. Über zwei Monate keine Gäste im Haus – das war eine neue Erfahrung. Aber mit Renovieren und Verbesserungen wurde die Zeit gut genutzt. Als nun vor 14 Tagen wieder geöffnet wurde, kamen gleich die Stammgäste zum Essen und um dabei die Ruhe und die wunderschöne Aussicht über Zell zu genießen. Georg Heitzmann achtet auf die Vorgaben der Landesregierung und die Einhaltung der Hygienevorschriften. Zur Umsetzung dieser Vorgaben ist eine gute Organisation im Vorfeld unerlässlich, da durch die Vorgaben weniger Tische zur Verfügung stehen. Manchmal reichte der Platz gar nicht aus. Zehn Tische auf der Terrasse und zehn in der Gaststube sind schnell besetzt. 

Sehr schleppend verliefen bei der Wiedereröffnung die Zimmerbuchungen. Für Pfingsten gab es nur wenige Anfragen. Georg Heitzmann: „Das war für uns aber keine Überraschung. Wir wussten, dass die Übernachtungen im Hotel nur zögernd anlaufen würden. Da konnte man fast auf den nahegelegenen Wohnmobilplatz neidisch werden, der über Pfingsten prall gefüllt war. Die Leute haben alle noch ein bisschen Angst vor neuen Corona-Wellen und nehmen vorsichtshalber ihr eigenes Wohn- und Schlafzimmer mit.“

Und wie sind die Aussichten für den Rest des Jahres? Georg Heitzmann: „Das wird sich zeigen. Den Umsatz vom letzten Jahr werden wir voraussichtlich nicht mehr erreichen können, nach zehnwöchiger Corona-Schließung.“ 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 3 Stunden
Durchgangstor bleibt vorübergehend verschlossen
Weil Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in Langhurst nicht einsammeln, haben sich zwei Bürger beschwert. Eine Lösung zu finden, ist laut Verwaltung jedoch nicht so einfach.  
vor 13 Stunden
Neuried - Dundenheim
Welche Flächen sind bereits vorhanden und können als Lebensstätten für Insekten dienen? Der Ortschaftsrat  Dundenheim hat sich mit der Frage der Eh-da Flächen beschäftigt.
vor 14 Stunden
Hohberg
Gemeinderat Hohberg will mit knapper Mehrheit und geheimer Abstimmung den Gallenbünd nicht  in den Außenbereich erweitern und somit zwei private Bauvorhaben ermöglichen.
vor 14 Stunden
Gaswerkstraße in Offenburg
Die Volksbank und die Stadt Offenburg wollen gemeinsame Sache machen und in einem neuen Parkhaus in der Gaswerkstraße öffentliche Stellplätze schaffen. Der Planungsausschuss hakte am Mittwoch genau nach. 
vor 15 Stunden
Blick vom Media Tower aufs LGS-Gebiet
Die Kommission für die Vergabe der Landesgartenschau machte am Dienstag in Offenburg Station. Im Herbst entscheidet das Kabinett in Stuttgart über die Vergabe. OB Steffens ist guter Dinge, dass es klappt.
vor 16 Stunden
Mehrere Einsätze der Feuerwehr
Am Dienstag waren ab 9.30 Uhr Ampelsysteme, Bildschirme, Kassen und vieles mehr in der Stadt lahmgelegt. Erst flackerten die Lichter, dann war für eine Stunde der Strom weg.
vor 19 Stunden
Kapuzinerbruder Jeremias
Der Kapuziner-Provinzial Bruder Christophorus verabschiedete in der Zeller Wallfahrtskirche Bruder Jeremias und segnete ihn für seine neue Aufgabe in der spanischen Stadt am Jakobusweg. Er leistet dort nicht nur Pilgerseelsorge.
vor 21 Stunden
Früher stand es im Bürgerpark
Eigentlich ist die Plastik „Lichtkomposition“ bei einem Projekt für den Platz der Verfassungsfreunde entstanden. Inzwischen ziert das Kunstwerk das Gelände des Offenburger Freizeitbads.
vor 21 Stunden
Coronavirus
Die Fessenbacher Musiker haben ihre Musikinstrumente ausgepackt und sich zur ersten Probe auf dem Schulhof getroffen. Zum ersten Treffen hat der Dirigent Märsche und Polkas mitgebracht.
14.07.2020
Abgebrochene Saison
Für die Faustball-Gemeinschaft Griesheim war es klar, ihre Hauptversammlung unter Beachtung aller Hygienerichtlinien abzuhalten und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.
14.07.2020
Welche Bedenken die Räte haben
Ein Anruflinientaxi soll künftig die Randzeiten des ÖPNV in Offenburg abdecken. Die Stadt verspricht sich mehr Verlässlichkeit und direktere Fahrtwege. Im Verkehrsausschuss gab es auch Vorbehalte.
14.07.2020
Schutterwald
Die Elternbeiträge für die Schulkindbetreuung könnte möglicherweise teurer werden. Der Grund ist unter anderem ein neuer Vertrag zwischen der Caritas und der Gemeinde, der für mehr Transparenz und unbefristete Verträge der Mitarbeiter sorgen soll.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das edel-graue Parkett schafft eine klare Raumstuktur.
    06.07.2020
    Im grenznahen Neuried werden Wohnträume wahr
    Holz ist ein wunderbarer Werkstoff für den Innenausbau: Er ist durch und durch natürlich und passt sich den Anforderungen an. Dabei ist er genauso individuell wie die Menschen, die in den vier Wänden leben. Wer seinen Wohntraum in Holz verwirklichen will, ist bei marx Design in Holz in Neuried an...
  • Willkommen zu Hause: Stressless® steht für Komfort und Entspannung. Modell: Tokyo Linden Sand.
    02.07.2020
    Stressless®: Raus aus dem Alltag, rein ins Zuhause
    Möbel RiVo ist eine der führenden Adressen für anspruchsvolles Einrichten und Wohnen in Baden. Das Möbelhaus in Achern-Fautenbach ist Partner ausgewählter Marken und präsentiert mit Stressless® norwegischen Komfort. Die Welt des exklusiven Möbelherstellers wartet im Stressless®-Studio darauf,...
  • Kai Wissmann präsentiert am Donnerstag, 16. Juli, die Gewinner der Shorts 2020.
    25.06.2020
    Trinationales Event: Großes Finale am 16. Juli
    Die Shorts lassen sich nicht ausbremsen, auch nicht von einer weltweiten Pandemie: Das trinationale Filmfestival der Medienfakultät der Hochschule Offenburg wird diesmal komplett online ausgerichtet. Die Filme sind donnerstags und sonntags ab 19 Uhr im Live-Stream hier abrufbar. Das große Finale...
  • Eine reduzierte Formensprache, robuste Materialien und eine seriöse Optik zeichnen Möbel von Musterring aus.
    25.06.2020
    Möbel RiVo in Achern: Wohnwelt auf 8000 Quadratmetern
    Bei der Einrichtung zählt einzig und allein der persönliche Geschmack. Und Geschmack ist bekanntlich vielseitig. Gerade deshalb bietet das Einrichtungshaus Möbel RiVo in Achern-Fautenbach eine riesige Auswahl an Markenkollektionen von Top-Designern und -Herstellern wie Musterring.