Offenburg - Zell-Weierbach

Gasthaus »Sonne« soll ortsbildprägend bleiben

Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
21. Januar 2016

©Iris Rothe

In einer Stellungnahme befürwortet Baubürgermeister Oliver Martini den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das ehemalige Gasthaus »Sonne«, der mit einer Erhaltungssatzung kombiniert werden könnte. Insolvenzverwalter Martin Mildenberger ist davon nicht begeistert.

Thomas Schmidt, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortschaftsrat Zell-Weierbach, hatte mit einem Schreiben vom 7. Januar an OB Edith Schreiner seine Sorge um die Zukunft des Gasthauses »Sonne« (Foto) in Zell-Weierbach zum Ausdruck gebracht. Baubürgermeister Oliver Martini antwortet nun wie folgt: »Der Bereich um das Gasthaus ›Sonne‹/Obertal ist in der Tat ein gestalterisch sensibler Bereich, unter anderem, da hier noch einige ortsbildprägende und zum Teil denkmalgeschützte Bausubstanz vorhanden ist. Daher wurde dieser Bereich neben anderen auch im Konzeptentwurf des Ortsentwicklungskonzeptes (OEK) Rebland entsprechend benannt.« 
Er teile die Sorge um die Zukunft des Hauses, nachdem die bisherige gastronomische Nutzung aufgegeben wurde und die künftigen Eigentumsverhältnisse unklar seien, so Martini. »Da sich nun der Zeitpunkt für die Veräußerung der Liegenschaft konkretisiert hat, werden wir dem Planungsausschuss und dem Gemeinderat vorschlagen, als ersten Schritt den Beschluss über die Aufstellung eines Bebauungsplans und –falls notwendig – einer Veränderungssperre zu fassen«, heißt es in Martinis Stellungnahme weiter.
Bereits in der Ortschaftsratssitzung am 9. Dezember seien planerische Instrumente zur Erhaltung ortsbildprägender Bausubstanz diskutiert worden. Neben einem Bebauungsplan stelle die Erhaltungssatzung eine geeignete rechtliche Möglichkeit dar. Für die notwendige städtebauliche Begründung einer solchen Satzung liege mit dem aktuellen Konzept des OEK eine erste Grundlage vor. Diese ist laut Martini weiter zu vertiefen und für den Geltungsbereich zu begründen, da durch eine solche Satzung auch Reglementierungen für die Nutzbarkeit von bestehenden Gebäuden und Grundstücken festgelegt werden können. 
»Da derzeit noch keine abschließende Aussage über die rechtliche Zulässigkeit und Möglichkeit der städtebaulichen Begründung für den Erlass einer Erhaltungssatzung getroffen werden kann, soll zunächst der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst werden. Dieser könnte dann im Weiteren mit einer Erhaltungssatzung kombiniert werden«, schreibt Martini.
Albert Glatt, CDU-Fraktionsvorsitzender im Offenburger Gemeinderat, nimmt in einem Antrag Stellung zu Martinis Antwort und betont: »Da sich in diesem Bereich Zell-Weierbachs mit dem Verkauf des ehemaligen Gasthauses ›Sonne‹ und einer sehr bald endenden Frist zur Abgabe von Kaufangeboten die Ereignisse förmlich überschlagen, beantrage ich eine ausführliche Information des Planungsausschusses zu Beginn der nächsten Sitzung am 25. Januar.«
Wie  Insolvenzverwalter  Martin Mildenberger gestern auf OT-Anfrage mitteilte, gibt es am Donnerstag, 28. Januar, einen Besichtigungstermin mit Interessenten vor Ort. »Bisher sind es vier bis sechs Interessenten«, erklärte Mildenberger. Diese können bis Donnerstag, 11. Februar, ihre Kaufangebote für die »Sonne« abgeben, teilte Mildenberger mit, endgültig sei die Frist aber nicht. »Wenn danach noch ein super Angebot kommt, wird das natürlich berücksichtigt«, erklärte der Insolvenzverwalter, der von der neusten Entwicklung nicht begeistert ist. Sie mache das Objekt für Interessenten »unattraktiver«, wenn diese damit rechnen müssen, »ein halbes Jahr darauf zu warten, ob ihre Pläne genehmigt werden« beziehungsweise sich manches Vorhaben aufgrund der Richtlinien nicht realisieren lasse. 

Hintergrund

Denkmalschutz

Auch der ehemalige »Sonne«-Wirt Joachim Busam hat sich in der Debatte zu Wort gemeldet. Er betont, dass das »im Jahr 1968 angebrachte sogenannte und angeblich ortsbildprägende Fachwerk lediglich eine fünf Zentimeter starke Bretter-Attrappe ist, wie sie als Häuser-Fachwerk nie gebaut worden wäre.
Darüberhinaus war die eigentliche Fachwerkkonstruktion des Gebäudes vorher immer durch einen groben Putz verdeckt und damit weder von innen noch von außen sichtbar.«
Busam verweist auf eine Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde im Regierungspräsidium Freiburg aus dem Jahr 2012. »Der historische Dokumentationswert des Gebäudes ist somit stark geschwächt«, steht dort in Bezug auf die Verbretterung. 
Und weiter: »Zudem kann man sich bei der vorhandenen geringen Wertigkeit der Bausubstanz kaum entziehen. Deshalb stimmen wir den Planungen des Bauherrn zu unter Verlust der Denkmaleigenschaft.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Adolf Frey feiert heute, Samstag, seinen 85. Geburtstag.
vor 1 Stunde
Hohberg - Niederschopfheim
Adolf Frey aus Niederschopfheim feiert am Samstag seinen 85. Geburtstag. Der ehemalige Busfahrer war ein Weltenbummler, spielte Flügelhorn und Trompete. Wie er sein Wiegenfest feiert.
vor 1 Stunde
Noch bis Sonntag, 23.59 Uhr, voten!
Über 9000 Menschen haben beim Ortenau-Check schon ihren Wohn- oder Heimatort bewertet. Damit es vielleicht sogar noch 10.000 Teilnehmer werden, ist noch bis Sonntag, 23.59 Uhr, Gelegenheit zum Abstimmen.
Am Sonntag, 9. Juni, werden Gemeinde- und Ortschaftsräte gewählt. Dasselbe gilt auch für den Kreistag und die Europawahl.
vor 1 Stunde
Ausblick auf die Gemeinderatswahlen
Bei den Gemeinderats- und Ortschaftsratswahlen am 9. Juni wird es in Berghaupten, Gengenbach und Ohlsbach Veränderungen geben. Einige Kandidaten treten nicht mehr an. Das Offenburger Tageblatt fasst die Ausgangslage zusammen.
Die Kita Erlenweg in Altenheim (hier beim Sommerfest) wird erweitert. Eine tragende Rolle spielt dabei der mächtige Spitzahorn (rechts zu sehen).
vor 2 Stunden
Neuried - Altenheim
Die Neurieder Gemeinderäte hörten sich den Vorentwurf von Architekt Thomas Gantner für den evangelischen Kindergarten in Altenheim an. Was der plant und wie es weitergeht.
In Offenburg hängen vergleichsweise wenig falsch geparkte Fahrzeuge am Abschlepphaken. In diesem Jahr wurden bislang 45 blecherne Störenfriede abgeschleppt.
vor 2 Stunden
Verschärfung geplant
Ist Offenburg ein Falschparker-Paradies? Die Stadt genießt jedenfalls nicht gerade den Ruf, beim Thema "Abschleppen" knallhart vorzugehen. Das könnte sich im Herbst ändern.
Die "Macher" der Schutterwälder Kleiderkammer suchen dringend neue Räume (von links): Ursula Doll, Manfred Lang, Domenic Preukschas, Jutta Spinner, Tatjana Schuksnova, Adelinde Schuh, Olga Herr und Rosa Achmadova.
vor 3 Stunden
Ohne Räume vor dem Aus
Die vom Schutterwälder Netzwerk "Miteinander" und einigen Ukrainerinnen betriebene Kleiderkammer muss Ende Juni auszuziehen. Nun werden neue Räumlichkeiten gesucht.
Baubürgermeister Oliver Martini (rechts), Clemens Schönle sowie Gemma Fernandez erläuterten, welche Überraschungen es bei den Sanierungsarbeiten im Anna-von-Heimburg-Haus gab und wie man darauf reagiert hat. 
vor 4 Stunden
Ein großes Überraschungs-Ei
Auch wenn von außen kaum etwas zu sehen ist, so schreitet im Inneren des denkmalgeschützen Anna-von-Heimburg-Haus die Sanierung voran. Bis zum März 2025 soll alles fertig sein.
Um Liebe geht es in Geschichten aus Afrika und dem Mittelalter am Abend in Ohlsbach.
vor 4 Stunden
Samstagabend im "Zipfelhusen"
Im Zuge der Veranstaltungsreihe „Ohlsbacher Kultur“ findet am Samstag, 20. April, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus „Zipfelhusen“ ein Abend mit Märchen und Musik statt. Auftritte haben Erzählerin Sigrid Voigt und das Klarinettenensembel "Finest Clarinets".
Am 9. Juni sind Kommunalwahlen. Auch im Kulturzentrum Zell wird gewählt.
vor 5 Stunden
Gemeinderäte im Tal werden neu gewählt
Die Gemeinde- und Ortschaftsrats-Wahlen am 9. Juni werden im Tal auf jeden Fall Veränderungen in den Gremien bringen, denn zahlreiche Mandatsträger hören auf. Auch eine Stimmenkönigin.
Kassenverwalterin Petra Hertwig, Elisabeth Braun und Barbara Oschwald-Häg (von links) beraten und informieren im eigens für die Nachbarschaftshilfe geschaffenen Büro im Rathaus Waltersweier.
vor 8 Stunden
Neue Helfer sind immer willkommen
Versammlung der Nachbarschaftshilfe Waltersweier: So viele Einsätze wurden 2023 absolviert und über diese Zertifizierung freut man sich besonders.
Der neue Empfangstresen im Foyer wird zu zwei Seiten passierbar sein.
vor 9 Stunden
Freizeitbad in Revision
Am Montag endet der Umbau des Offenburger Freizeitbads Stegermatt. Ein umgestaltetes Foyer mitsamt neuem Kassensystem soll in der kommenden Saison für kürzere Wartezeiten sorgen.
Schäuble-Nachfolger bei „Kälte-Huber“ zu Besuch (von links): Bärbel Huber, Hannes Grafmüller (MIT), Johann Riemenschneider, Claudius Wurth, Jens Herbert (Vorsitzender CDU-Stadtverband), Klaus Lauble, Ben Huber, Bundestagsabgeordneter Stefan Kaufmann, Joe Huber, Anne Nickert, Daniel Huber, Beatrice Geiler und Helga Gund.
vor 11 Stunden
Stefan Kaufmann bei "Kälte-Huber"
Schäuble-Nachfolger in Offenburg zu Gast: Der CDU-Bundestagsabgeordnete, Stefan Kaufmann, hat die Firma Peter Huber Kältemaschinenbau SE besucht.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Alles andere als ein Glücksspiel: die Geldanlage in Aktien. Den Beweis dafür tritt azemos in Offenburg seit mehr als 20 Jahren erfolgreich an.
    17.04.2024
    Mit den azemos-Anlagestrategien auf der sicheren Seite
    Die azemos Vermögensmanagement GmbH in Offenburg gewährt einen Einblick in die Arbeit der Analysten und die seit mehr als 20 Jahren erfolgreichen Anlagestrategien für Privat- sowie Geschäftskunden.
  • Auch das Handwerk zeigt bei der Berufsinfomesse (BIM), was es alles kann. Hier wird beispielsweise präsentiert, wie Pflaster fachmännisch verlegt wird. 
    13.04.2024
    432 Aussteller informieren bei der Berufsinfomesse Offenburg
    Die 23. Berufsinfomesse in der Messe Offenburg-Ortenau wird ein Event der Superlative. Am 19. und 20. April präsentieren 432 Aussteller Schulabsolventen und Fortbildungswilligen einen Querschnitt durch die Ortenauer Berufswelt. Rund 24.000 Besucher werden erwartet.
  • Der Frühling steht vor der Tür und die After-Work-Events starten auf dem Quartiersplatz des Offenburger Rée Carrés.
    12.04.2024
    Ab 8. Mai: Zum After Work ins Rée Carré Offenburg
    In gemütlicher Runde chillen, dazu etwas Leckeres essen und den Tag mit einem Drink ausklingen lassen? Das ist bei den After-Work-Events im Rée Carré in Offenburg möglich. Sie finden von Mai bis Oktober jeweils von 17 bis 21 Uhr auf dem Quartiersplatz statt.
  • Mit der Kraft der Sonne bringt das Unternehmen Richard Neumayer in Hausach den Stahl zum Glühen. Einige der Solarmodule befinden sich auf den Produktionshallen.
    09.04.2024
    Richard Neumayer GmbH als Klimaschutz-Pionier ausgezeichnet
    Das Hausacher Unternehmen Richard Neumayer GmbH wurde erneut für seine richtungsweisende Pionierarbeit für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die familiengeführte Stahlschmiede ist "Top Innovator 2024".