Offenburg - Bühl

Gelebter Artenschutz in Bühl

Autor: 
Anita Mertz
Lesezeit 2 Minuten
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13. Juli 2016

(Bild 1/3) Der Schwalbennachwuchs fühlt sich in den Ställen beim Reiterverein Offenburg offensichtlich wohl. Sogar ein kleines Lehmloch wurde als Grundlage für den Nestbau der Rauchschwalben dort angelegt. ©Anita Mertz

Kaum ein Vogel vereint so viel menschliche Sympathie auf sich wie die Schwalbe. Doch der Lebensraum dieser Vögel wird immer weiter eingeschränkt. Nicht so in Bühl. 
 

Wer kennt sie nicht, die Weisheiten »Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer« oder »Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück«? Rauch- oder Mehlschwalben fühlen sich in einer von Menschen geprägten Umgebung grundsätzlich wohl. Ideale Voraussetzungen also für eine harmonische Koexistenz. 

»Früher gehörten, typisch für die Dorfer, Ställe zu den Häusern. Da fanden speziell die Rauchschwalben ausreichend Platz für ihren Nestbau«, erklärt Heinz Breithaupt, stellvertretender Vorsitzender beim Nabu, Gruppe Offenburg. 
Dennoch gehen ihre Bestände seit Jahren zurück, so der Naturschützer. Wesentliche Ursachen dafür seien fehlende Nistmöglichkeiten sowie ein Mangel an geeignetem Material für den Nestbau.

Große Unterstützung
Ein wahrer Glücksgriff gelang Breithaupt, als er den Offenburger Reiterverein für seinen Artenschutz gewinnen konnte: Die riesigen Stallungen nahe der Kinzig im Offenburger Ortsteil Bühl beherbergten schon immer zahlreiche Schwalbenpopulationen. Im Vorsitzenden des Reitervereins, Peter Borutta, und in dessen Frau Silvia Peter-Borutta, zuständig für Organisation und Beschaffung, fand der Naturschützer große Unterstützung.
 
Breithaupt konnte seine Nester, die er seit vielen Jahren selbst baut und die sehr gut von den Vögeln angenommen werden, zusätzlich zu den vorhandenen anbringen. So sind rund 30 Nester in den großen Ställen des Reitervereins belegt, freut sich Breithaupt. 

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Etwa vier Junge drängen sich irgendwann im Nest. »Ungefähr drei Wochen dauert es, bis die jungen Rauchschwalben ausfliegen«, so Breithaupt. Bei zwei bis drei Bruten pro Jahr herrsche da ein reger Flugverkehr. 
Seit vielen Jahren unterstützt  der Naturschützer die Rauchschwalben mit seinen Nestern Marke »Eigenbau«. In vorgefertigte Formen gießt er eine Mischung aus Gips, Sägemehl und Wasser. 

Natürliches Lehmloch
Aber natürlich versucht er auch mit verschiedenen Maßnahmen den natürliche Nestbau der Rauchschwalben zu unterstützen. »Dazu brauchen die Tiere in erster Linie  kleine Lehmpfützen. Dazu noch kleine Halme, kurzes Gras und Federn.« Hier freut sich Breithaupt ganz besonders über den Reiterverein Offenburg, der  spontan aktiv wurde: Im Außenbereich hat der Vorsitzende Borutta eine kleines Lehmloch geschaffen. 

Eine angebrachte Tafel weist auf die Schwalbenpopulationen in den Ställen hin und  bittet darum, in dem vielleicht merkwürdig Anmutenden eine große und wichtige  Unterstützung für den Nestbau der Rauchschwalben zu sehen.  

Hintergrund

Baumaterial fehlt

Früher bauten Rauchschwalben ihre Nester gerne an offenen Kaminen oder Rauchfängen, daher der Name. Doch längst bevorzugen sie Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder inzwischen auch Carports. Beim Baumaterial kann den sympathischen Dauer-Zwitscherern eine stets feucht gehaltene Lehmpfütze helfen. 
Tipp: Wer Angst vor dem herabfallenden Kot der Vögel hat, dem empfiehlt Nabu 30 Zentimeter breite Bretter, die etwa 50 Zentimeter unter den Nestern angebracht werden. mz

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