Erst am Ende kam das Weihnachtslied

Gelungene Premiere: Adventskonzert der »Hick Ups«

red/flo
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15. Dezember 2018
Wie facettenreich A-cappella-Gesang sein kann, zeigten einmal mehr die »Hick Ups« beim Adventskonzert in St. Fidelis.

Wie facettenreich A-cappella-Gesang sein kann, zeigten einmal mehr die »Hick Ups« beim Adventskonzert in St. Fidelis. ©privat

Zu einer Premiere hatten die »Hick Ups« aus Offenburg in die Fideliskirche eingeladen. Zum ersten Mal gestalteten sie ein Adventskonzert. Der Einladung des Karlsruher Jazzchors »Jazzika« waren die Offenburger am ersten Adventssonntag gefolgt, am zweiten Advent wurde das Programm dem Offenburger Publikum dargeboten.

Mit filigranen Klängen eröffnete »Jazzika« den Abend mit dem Stück »Lux Aurumque«. Schwungvoll ging es mit »The World for Christmas« von der schwedischen Gruppe The Real Group weiter, bevor bekannte Weihnachtsweisen in Arrangements von Pentatonix zu hören waren. Dezent an der Trommel begleitet von Chorleiter Frederik Diehl verbreiteten die Sängerinnen und Sänger von »Jazzika« mit den rhythmisch ausgefeilten Stücken gute Laune. 

Ihre große Bandbreite an stimmlichen Variationsmöglichkeiten zeigten sie bei »All creatures of our God and King«, einem Song von Anders Edenroth (The Real Group).  Danach ging es schnurstracks nach Hollywood; zwei wunderbare Arrangements von Kirby Shaw wurden so überzeugend dargeboten, dass man meinte, jeden Moment müsste Santa Claus einschweben. Das begeisterte Publikum ließ die Sängerinnen und Sänger von Jazzika nicht ohne eine Zugabe ziehen.

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Nun übernahmen die »Hick Ups«. Obwohl sie kein einziges »echtes« Weihnachtslied in ihrem Programm hatten, gelang es ihnen vortrefflich, die von den Karlsruhern geschaffene Stimmung zu übernehmen. Mit dem Beatles-Stück »In my Life« eröffneten sie ihren Konzertpart, ein Lied, in dem es um die große Dankbarkeit für Selbstverständlichkeiten geht. Danach folgten zwei Abendlieder – der Abendsegen aus der Humperdinck-Oper Hänsel und Gretel in jazzigem Arrangement und ein indianischer Abendgesang. Begeisterung löste der Weihnachtswunsch der Hick-Ups-Frauen aus: »Mr. Sandman, bring me a dream.« Mit viel Schwung ging es weiter mit »Butterfly« der Gruppe Rajaton und dem bekannten »Viva la vida« von Coldplay. In beiden Songs zeigten die »Hick Ups«, wie facettenreich A-cappella-Gesang sein kann. Sicher einer der Höhepunkte des Abends waren die beiden samischen Lieder, die die 17-köpfige Gruppe unter der Leitung von Nicole Seckinger darbot. 

Die für uns völlig fremdartige Sprache und die ganz besonderen Klänge verzauberten das Publikum, und man spürte die Faszination, die der Chor bei diesen Stücken empfindet. Mit Leonard Cohens »Hallelujah« schlossen die »Hick Ups« ihren Programmteil. 

Nach der geforderten Zugabe gab es als gemeinsames Stück zum Abschluss noch mal einen echten Höhepunkt. Im raffinierten Arrangement von Gene Puerling kam der Klassiker »Silent Night« in einem völlig neuen Gewand daher. Die beiden Chöre harmonierten stimmlich hervorragend, die jazzigen Harmonien wurden genüsslich ausgekostet – rundum, bei diesem etwas anderen Adventskonzert passte alles. Vielleicht sind die »Hick Ups« ja auf den Geschmack gekommen. Das Publikum würde sich freuen.

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