Eltern bleiben entlastet

Gengenbach berechnet Kita-Gebühren wie im Mai

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16. Juli 2020

Der Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen in Kitas bereitet einiges Kopfzerbrechen. Das Foto steht nur symbolhaft und entstand bei der Einweihung der neuen Außenanlage der Kita am Löwenbergpark. ©Stadt Gengenbach

Die Stadt Gengenbach stellt Eltern von Kindergartenkindern auch im Juni beitragsfrei, sofern sie keine Notbetreuung in Anspruch genommen haben. Für diese gelten gestaffelte Sätze.

Die Stadt Gengenbach berechnet die Juni-Elternbeiträge für den Kindergarten wie im Mai. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Das bedeutet, dass diejenigen, die ihre Kinder nicht in eine Kita geschickt haben, nichts bezahlen. Wer eine Notbetreuung in Anspruch genommen hat, bezahlt die Gebühren anteilig nach einer Staffel.

Bei einer Betreuung von bis zu drei Tagen pro Woche  wird die Hälfte der sonst üblichen Gebühr fällig, teilte die Stadt mit. Ab einer Betreuung von vier Tagen pro Woche wird der volle Beitrag in Rechnung gestellt, auch wenn die tägliche Betreuungszeit von der gebuchten Zeit abgewichen ist. Für Kinder, die erst in der zweiten Monatshälfte aufgenommen werden konnten, wird der Beitrag nochmals reduziert. 

Das Land Baden-Württemberg hat infolge der Corona-Pandemie für die Kommunen zwei Soforthilfepakte in Höhe von je 100 Millionen Euro für die Monate April und Mail bereitgestellt. „Für den Monat Juni erfolgte jedoch bisher keine weitere Soforthilfe“, teilte Bürgermeister Thorsten Erny mit. Dennoch werde die Stadt Gengenbach auch im Monat Juni auf einen Teil der Gebühren verzichten.

Millionen-Summe

Was viele nicht wissen: Die Stadt lässt sich die Kindergärten viel Geld kosten, denn die Gebühren decken die Kosten pro Kindergartenplatz nicht annähernd. Im vergangenen Jahr lag der Zuschuss der öffentlichen Hand bei rund 1,8 Millionen Euro. Über das Jahr gerechnet sind das pro Kind 4066 Euro. Wegen der Coronazeiten wird sich dieser Zuschuss deutlich erhöhen, unter anderem wegen gestiegener Personalkosten.

An die freien Träger wurde der entsprechende Anteil an der Soforthilfe bereits weitergeleitet. Der Ausfall der Kindergartengebühren konnte dadurch abgemildert, jedoch bei weitem nicht ausgeglichen werden. Die Stadt Gengenbach trägt somit einen stattlichen Eigenanteil selbst.

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Für große Verunsicherung sorgte im Gemeinderat eine Ankündigung des Gesundheitsamts, dass Eltern ihre Kinder ab September schon beim kleinsten Schnupfen ohne Untersuchung zu Hause lassen sollen. „Ich sehe schon eine Welle auf uns zukommen“, sagte Andrea Ahlemeyer-Stubbe, Fraktionsvorsitzende der SPD, vor dem Hintergrund, wer eigentlich die Kosten trägt, wenn der Kita-Besuch verboten wird.

„Politische Lösung für Eltern“

Gerdi Himmelsbach (CDU), selbst Erzieherin im Waldorfkindergarten, betonte, dass man die Eltern nicht im Regen stehenlassen dürfe, vor allem dann nicht, wenn auch Geschwister einen kranken Kindes zu Hause bleiben müssen. „Eltern haben 20 Betreuungstage daheim, aber sie brauchen mehr“, sagte sie und erklärte, dass dies politisch geregelt werden müsse.

Karl Heinz Claassen, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, erklärte, dass die Stadt Gengenbach nicht alle entlasten könne: „Krankheit betrifft im Übrigen alle Arbeitgeber. Diese gehört zum allgemeinen Lebensrisiko.“

Karin Traunecker-Schmid (SPD), im Hauptberuf Hausärztin, rückte die Debatte in ein medizinisches Licht. „Es besteht kein Grund zur Panik. Spätestens nach 36 Stunden wissen wir, ob ein Kind Corona hat oder nicht. Ist der Befund negativ, dürfen Geschwisterkinder sofort wieder in die Kita.“ Bei entsprechender anderer Diagnose müsse nur das kranke Kind daheim bleiben.

„Testen, testen, testen“

Bürgermeister Thorsten Erny (CDU) sieht wie Claassen die Eltern bei Krankheit ihrer Kinder in der Pflicht. „Es gibt auch Unterstützungsmöglichkeiten über die KfW-Bank. Ich warne davor, dass die Stadt etwas zusagt, was sie nicht halten kann.“ Gleichwohl hoffe er, dass das Gesundheitsamt seine Ankündigung wahrmacht. Diese lautet nach Auskunft von Thorsten Erny: „testen, testen, testen.“

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