Acht Folgen im Offenburger Tageblatt

Gengenbach: Neue Serie "Mythos Hukla" startet in einer Woche

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16. April 2021
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Waren national wie international Botschafter für Qualität made in Gengenbach: die Hukla-Laster.

Waren national wie international Botschafter für Qualität made in Gengenbach: die Hukla-Laster. ©Ulrich Marx

Das Offenburger Tageblatt startet heute in einer Woche achtteilige Reihe über das Unternehmen Hukla, das die Stadt Gengenbach seit 1951 prägt. Es geht um Aufschwung, Blüte, Niedergang und neue Pläne.

Wer heute den Namen Hukla hört, denkt in erster Linie an die Industriebrache am Stadteingang von Gengenbach, den derzeit laufenden Abbruch der Produktionshallen und den Stillstand bei der Revitalisierung dieses insgesamt rund 17 Hektar großen Geländes. Dabei war es dieses Unternehmen, das Gengenbach nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs Arbeitsplätze und damit Wohlstand schuf.

Hukla, das war der Inbegriff von Wertarbeit, von sozialem Fortschritt und vor allem der Entwicklung der Stadt selbst. Wer weiß, ob es beispielsweise ohne dieses Unternehmen Anfang der 1960er-Jahre schon den Bau des Gymnasiums gegeben hätte.

In der Serie „Mythos Hukla“ spürt das Offenburger Tageblatt den Anfängen nach, die 1936 mit der Verlagerung der Werkzeugfabrik und der Gründung der Matratzenfabrik in Haslach begann und 1951 in Gengenbach ein weiteres großes Kapitel schrieb.

Zeitzeugen berichten

Es kommen noch heute lebende Zeitzeugen zu Wort, etwa der mittlerweile 90-jährige Maschinenbaumeister Viktor Gänzle oder Domenico Montalti (82), der als einer der ersten Italiener aus den Abruzzen kam und sich bei Hukla eigentlich nur Geld für eine Vespa verdienen wollte, aber dann sein ganzes Leben blieb

Zeitweise betrug der Stand der Mitarbeiter in Gengenbach rund 2500, annähernd die Hälfte davon waren Gastarbeiter aus 19 Nationen sowie nach dem Krieg vor allem Heimatvertriebene und Flüchtlinge. Sehr stark war auch der Anteil von Elsässern in den Jahrzehnten der Blütezeit.

Das hatte natürlich Folgen für die städtische Infrastruktur, vor allem den Straßenbau. Dabei hat ­Hukla Haslach nie ganz verlassen und produzierte auch dort noch, etwa Matratzen. Ohne Hukla gäbe es die Nordspange nicht, denn der Verkehr zu Schichtende und Schichtbeginn verstopfte vor allem die Leutkirchstraße. In dieser Zeit fanden sich Menschen zusammen, die quasi als Vorläufer der Grünen Liste anzusehen sind.

Hukla fasste nicht nur in Gengenbach Fuß, sondern fand Absatzmärkte in ganz Europa, in Asien und in den USA. Also errichtete Hukla dort Niederlassungen und beschäftigte zeitweise rund 6000 Menschen. Wer „Huklaner“ war, war angesehen. Dann kamen nach den Insolvenzen Jahre des Stillstands. Doch schon liegen weitere Pläne vor. So sollen auf einem Teil des Areals 2024 die ersten Wohnhäuser entstehen.

In diese Serie eingebunden werden sollen auch möglichst viele Menschen. Daher die ­Bitte: Schreiben Sie uns an rgz@reiff.de Ihre Erinnerungen, was Hukla für Ihr Leben bedeutet hat oder noch bedeutet.

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Der Serienfahrplan

23. April: Die Anfänge: Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Schramberg. Eugen Klaussner baute ab 1936 die Firma seines Vaters aus und nannte sie ihm zu Ehren Hukla.

30. April: Die Gastarbeiter: Waren es anfangs Heimatvertriebene und Flüchtlinge, kamen schon in den 1950er-Jahren die Gastarbeiter. Domenico Montalti war einer der ersten.

7. Mai: Städtebau: Das rasante Wachstum der Hukla hatte Auswirkungen auf den Städtebau in Gengenbach. Es wurde viel Wohnraum für die Mitarbeiter gebraucht.

14. Mai: Der Verkehr: Mit dem unternehmerischen Erfolg kamen auch Probleme. Vor allem der Verkehr zu den Schichtwechseln verstopfte vor allem die Leutkirchstraße.

21. Mai: Der Niedergang: Nach dem jahrzehntelangen Erfolg wurde es für Hukla immer schwerer, schließlich kamen Insolvenzen. Dieser Verlust schmerzt die Stadt noch heute.

28. Mai: Die Suche: Viele Jahre tat sich auf dem ­Hukla-Areal nichts mehr. Dabei hatten die Verantwortlichen nach Alternativen gesucht, aber keinen Durchbruch erzielt.

4. Juni: Der Rückblick: Ehemalige Beschäftigte erzählen, was sie empfinden, wenn sie den Abbruch ihrer einstigen Arbeitsstätte sehen.

11. Juni: Die Pläne: Die Stadt Gengenbach und die Firma Aliseo ringen darum, das Areal bestmöglich zu revitalisieren, etwa mit Wohnbau. Das OT gibt einen Ausblick.

 

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