Abschied nach Kommunalwahl

Gengenbach: "Sie werden im Rat eine Lücke hinterlassen"

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11. Juli 2019

(Bild 1/3) Der Gemeinderat (vorne, von links): Gerdi Himmelsbach, Daniela Ahne (beide CDU), Markus Schilli (Grüne Liste Gengenbach), Bürgermeister Thorsten Erny, Andrea Ahlemeyer-Stubbe und Heike Kaminiski (beide SPD), Dieter Wissing (Grüne Liste). Mittlere Reihe (von links): Markus Späth (Freie Wähler), Wolfgang Junk, Hannelore Doll und Dieter Halsinger (alle Grüne), Kathrin Traunecker-Schmid (SPD), Karl Heinz Claassen (Freie Wähler), Bernhard Rauer (CDU). Hintere Reihe (von links): Reinhard Bischler und Wolfgang Rappenecker (Freie Wähler), Manuel Wild, Achim Fuchs, Michael Jülg (alle CDU), Jens Wußler (Freie Wähler), Peter Ahlborn und Ulrich Hilscher (beide Grüne). Claudia Wußler (CDU) fehlt auf dem Bild. ©Thomas Reizel

Der neue Gengenbacher Gemeinderat ist verpflichtet. Bürgermeister Thorsten Erny verabschiedete herzlich sieben Gemeinderät, besonders Gerda Bohnert, die mehr als 44 Jahre in der Kommunalpoltik engagiert war. Mit Markus Schilli stellt die Grüne Liste Gengenbach einen Bürgermeister-Stellvertreter.

Bürgermeister Thorsten Erny verabschiedete am Mittwochabend vor der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats sieben verdiente Mitglieder, die sich teils nicht mehr zur Wahl gestellt hatten. Dabei ging er in aufsteigender Reihenfolge vor (Amtszeiten in Klammern).
◼ Albert Wußler (2015-2019): »Sie haben ihre Arbeit im Gemeinderat sehr ernstgenommen, Ihre Präsenz bei Veranstaltungen war vorbildlich«, sagte Erny. Für 25-jährige Mitgliedschaft im Ortschaftsrat Reichenbach erhielt Wußler bereits beim Neujahrsempfang eine Ehrung des Gemeinde- und des Städtetags.
◼ Markus Müller (2015-2019: »Das Ehrenamt hatte für ihn immer einen hohen Stellenwert.« Markus Müller war auch 15 Jahre im Ortschaftsrat Schwaibach in Verantwortung. 
◼ Lieselotte Schilli (2014-2019): »Trotz Mehrfachbelastung, trotz ihrer unternehmerischen Tätigkeit, trotz der Aufgaben als zweifache Mutter haben Sie Veranwortung übernommen,« lobte Erny. Schilli ist aber erstmals im Ortschaftsrat Bermersbach dabei.
◼ Simon Morlok (2009-2019): »Es wird wohl immer schwerer, als junger Familienvater Beruf, Familie, Ehrenämter und die Gemeinderatsarbeit miteinander zu vereinbaren. Auch ihm dankte Erny sehr, weil er die Entscheidungen der Stadt entscheidend mitgeprägt hat.
◼ Karin Traunecker (2009-2019): Sie war zehn Jahre im Gemeinderat, davor 20 Jahre im Ortschaftsrat Reichenbach.  »Dass Kommunalpolitik Spaß machen kann, hat sie wohl ihre Kinder spüren lassen. Sonst wäre ihre Tochter Katharina nicht in ihre Fußstapfen getreten. Karin Traunecker wurde beim Neujahrsempfang namens des Städte- und des Gemeindetags geehrt.
◼ Wolfgang Ruthinger (1999-2019): Er war für Bürgermeister Erny in 20 Jahren Gemeinderat und 17 Jahre als Ortsvorsteher von Schwaibach »stets ein guter und verlässlicher Vertreter dieser Ortschaft«. Ruthinger sei ein Teamplayer, der zielorientiert an eine Sache herangeht. »Es zeichnet ihn aus, dass er keinen egoistischen Blick auf seine Ortschaft hat, sondern immer einschätzen konnte, was machbar und umsetzbar ist« Ruthinger hinterlasse eine »so nicht zu füllende Lücke«.
◼ Wilhelm Schrempp (2015-2019): Er war zwar kein gewähltes Mitglied des Gemeinderats, gehörte ihm als Ortsvorsteher von Bermersbach aber beratend an. Nach dem Tod von Stefan Grimm ließ er sich in die Pflicht nehmen. »Motiviert und interessiert machte er sich an die Arbeit und bezog alle Abteilungen der Stadtverwaltung ein.
◼ Gerda Bohnert (1975-2019): »Eigentlich ist ein Mitwirken über eine so lange Zeit ein Lebenswerk, und zwar ein ganz besonderes«, lobte Bürgermeister Thorsten Erny. Der Dank, der ihr zustehe, sei kaum in Worte zu fassen. Gerda Bohnert war erste Bürgermeister-Stellvertreterin, auch unter Ernys Vorgänger Michael Roschach. »Gerda Bohnert ist in besonderer Weise Vorbild und hat viele Personen zur Mitarbeit und Nachahmung motiviert. Menschen wie ihr haben wir es zu verdanken, dass das Ehrenamt in Gengenbach so ausgeprägt ist«, sagte Erny und ergänzte sehr persönlich: »Sie haben die Entwicklung der Stadt in den Jahrzehnten ihres Wirkens maßgebend beeinflusst. Sie werden hier im Gemeinderat wahrlich eine Lücke hinterlassen.«

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Die Wahlen im neuen Gemeinderat

Nach der Verabschiedung verdienter Mitglieder aus dem Gengenbacher Gemeinderat (siehe Artikel rechts oben) hat sich das neue Gremium am Mittwochabend konstituiert. Es standen dabei ein Reihe von Wahlen an.
◼ Bürgermeister-Stellvertreter: Markus Schilli (Grüne Liste Gengenbach) wurde bei zwei Gegenstimmen und zwei ungültigen Stimmen zum Nachfolger von Gerda Bohnert in geheimer Abstimmung gewählt. Eine Stimme entfiel auf Dieter Halsinger. Zweiter Stellvertreter ist Achim Fuchs (CDU), dritter Stellvertreter Wolfgang Räpple (Freie Wähler).
◼ Ortsvorsteher Bermersbach: Einstimmig fiel die Wahl auf Manfred Armbruster als Nachfolger für Wilhelm Schrempp. Erste Stellvertreterin ist Claudia Wußler (CDU), zweiter Stellvertreter ist Christian Stulz (Freie Wähler).
◼ Otsvorsteher Reichenbach: Amtsinhaber Markus Späth (Freie Wähler) wurde einstimmig wiedergewählt. Erster Stellverteter ist Albert Wußler (CDU), zweiter Stellvertreter Roland Wußler (Freie Wähler).
◼ Ortsvorsteher Schwaibach: Mit allen Stimmen wählte der Gemeinderat Bernhard Rauer (CDU) als Nachfolger von Wolfgang Ruthinger. Seine Stellvertreter sind Daniel Harter (CDU) und Franz Gießler (Freie Wähler).

Hintergrund

Meilensteine seit 2014

Bürgermeister Thorsten Erny listete die wichtigsten Entscheidungen im Gemeinderat in fünf Jahren auf:
◼ Neubau der Kindertagesstätte am Löwenbergpark.
◼ Sanierung der Engelgasse.
◼ Einrichtung des Schülferforschungszen-trums Xenoplex mit Mensa und Mediathek.
◼ Neubau der Mehrzweckhalle Reichenbach.
◼ Gründung der Wohnbau Gengenbach GmbH.
◼ Aufnahme des Klosterplatzes und des Rathauses in ein Landessanierungsprogramm.
◼ Das Interkommunale Gewerbegebiet Kinzigpark I.
◼ Behandelt wurden 844 öffentliche und 474 nichtöffentliche Tagesordnungspunkte.

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