Aus dem Gemeinderat

Gengenbach sucht nach Lösungen für den Einzelhandel in der Altstadt

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31. Juli 2021
Wie kann der Einzelhandel in Gengenbach gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Stadt und die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung.

Wie kann der Einzelhandel in Gengenbach gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Stadt und die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung. ©Thomas Reizel

Debatte im Gemeinderat über ein von der Stadt Ggengenbach angestoßenes Konzept zur weiteren Entwicklung. Ein Gutachter schätzt die Struktur grundsätzlich positiv ein, doch es gibt auch andere Ansichten, etwa von Geschäftsfrau Nina Ahne.

Wie kann der Einzelhandel in der historischen Altstadt Gengenbach gestärkt werden? Die Stadt sucht auf diese Frage eine Antwort und hat deshalb vor dem Hintergrund weiterer Planungen nach einer Besprechung mit dem Regierungspräsidium Freiburg, dem Regionalverband, Handelsverband sowie Industrie- und Handelskammer die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung Ludwigsburg (GMA) damit beauftragt, Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

Deren Prokurist Gerhard Beck stellte am Mittwochabend dem Gemeinderat erste Erkenntnisse vor. Die dezentrale Lebensmittelversorgung sei gut, weil die Märkte nicht nur mit dem Auto, sondern auch zu Fuß und mit dem Fahrrad erreichbar sind. Der regionale Lebensmittelhandel sei der Gewinner von Corona, wogegen Fachgeschäfte, etwa Schuhe und Textilien, durch den schon vorhandenen Konkurrenzdruck des Internets noch weiter verloren hätten.

Dennoch gebe es in Gengenbach noch 87 Einzelhandelsbetriebe. „Damit kann sich die Stadt zwar nicht mit der Metropole Offenburg messen, steht aber im Vergleich zu Städten gleicher Größenordnung gut da.“ Weil die Ladenflächen aber häufig gering seien, stelle sich die Frage, ob aus zwei Geschäften eines zu machen ist oder ungenutzter Raum als Verkaufsflächen umgewidmet werden kann. In einem nächsten Schritt will Beck als nächstes mit den Geschäftsinhabern sprechen. Diese Erkenntnisse sollen als Grundlage weiterer Schritte dienen.

Nina Ahne (Schreibwarengeschäft Ahne) und Mitglied der CDU-Gemeinderatsfraktion, äußerte sich jedoch skeptisch. „Ich habe schon einige GMA-Gutachten gesehen. Sie zeichnen schon ein rosiges Bild der Innenstadt“, hielt sie entgegen.

Furcht vor „Geisterstadt“

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Gengenbach verzeichne einen erheblichen Frequenzverlust, es gebe ein Geschäftesterben, einige noch inhabergeführte Geschäfte fänden keine Nachfolger, weshalb weitere Aufgaben zu erwarten seien. Im Gegensatz zum GMA-Prokuristen Beck sieht Ahne im Raum Zell kaum ein Einzugsgebiet, weil sich die Zeller eher nach Haslach orientieren. „Ich wünsche mir eine Entwicklung, dass wir nicht wie Rotenburg ob der Tauber, in der es nur noch Gastronomie und Souvenirläden gibt, eine Geister-Touristenstadt werden.“

Bürgermeister Thorsten Erny (CDU) wies Ahnes „Geisterstadt“-Bild zurück. „Man muss fair bleiben. Wenn ich Geisterstadt höre, dann fahren Sie in andere Städte unserer Größenordnung“, hielt der Bürgermeister der Geschäftsfrau entgegen. Gerhard Beck erklärte, dass der Tourismus Chance und Risiko zugleich sei. „Wenn ich mir aber andere Städte mit 11 000 Einwohner ansehe, die keinen Tourismus haben, dann kämpfen die an ganz anderen Fronten als Gengenbach.“

Er stimmte Nina Ahne allerdings zu, dass die Stadt zu gastronomielastig sei. „Aber wenn ich nur den Einzelhandel ansehe und sage, dass er wieder so wie früher sein muss, verpasse ich auch viel.“

Reinhard Bischler (Freie Wähler) mahnte, die Ortschaften nicht zu vergessen. „In Fußbach kann man keine Weckle mehr kaufen. Also fährt ein Vermieter vier Kilometer nach Gengenbach, weil er seinen Gästen ja zum Frühstück was hinstellen muss.“

Beck verwies darauf, dass im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum den Schwerpunkt Nahversorgung gibt. „Aber ohne massive Unterstützung aus der Bevölkerung geht das nicht. So ein Geschäft kann man nicht gewinnorientiert führen, da müssen die Bürger mit anpacken.“

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