Wegen Coronavirus

Gengenbacher Kinzigtalhalle wird zur Blutspendezentrale

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26. März 2020

(Bild 1/2) Der Bestand an Blutkonserven ist teilweise alarmierend. ©DRK Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen.

Gengenbach wird von Montag, 30. März, bis Freitag, 3. April, Zentrum für Blutspenden, weil sämtliche dezentralen Termine abgesagt sind. In der Kinzigtalhalle wird unter strengen Corona-Vorschriften täglich von 13 bis 18 Uhr Blut abgenommen. „Der Bestand hat im Bereich des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/ Hessen teilweise alarmierende Tiefstände erreicht“, erklärt Michael Jülg, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins.

Herr Jülg, wie ernst ist die Lage?
Die Bestände sind dramatisch gesunken, vor allem in den Blutgruppen A+, A-, 0+ und 0-. Diese werden besonders häufig benötigt. Bei selteneren Gruppen ist der Bestand noch zufriedenstellend, doch auch das kann sich täglich ändern.

Jeder, der schon einmal bei einer Blutspende war, wird vorher gefragt, ob er eine Infektion oder Erkältung hatte und im Zweifel nicht zugelassen, um jedes Risiko für Empfänger von Spenden auszuschließen. Wie soll das in Corona-Zeiten funktionieren? Die Dunkelziffer ist ja sehr hoch.
Jedem, der zu uns kommt, wird schon am Eingang der Kinzigtalhalle Fieber gemessen. Wer eine Temperatur ab 37,5 Grad aufweist, wird grundsätzlich ausgeschlossen. Vorab kann sich jeder schon selbst informieren. Auf der Internetseite www.blutspende.de gibt es unter der Rubrik Blutspender einen kleinen Fragenkatalog, an dem man sich orientieren kann. Und in der Kinzigtalhalle sind Ärzte präsent, die im Zweifel entscheiden. Wer aber weiß, dass er vor Kurzem in einem Risikogebiet war oder Kontakt zu jemandem hat, der dort war oder schon infiziert ist, muss zu Hause bleiben.

Gibt es Unterschiede zu einer normalen Blutspendeaktion? Und wenn ja, wie sehen diese aus?
Es gibt sie. Das fängt schon mit dem erwähnten Fiebermessen am Eingang an und setzt sich in dem Bemühen fort, so wenig wie möglich Menschen in die Halle zulassen. Nach der Spende werden die Menschen nicht mehr zu einer Ruheliege geführt, sondern bleiben in der Blutabnahme, bis sie aufstehen können. Es gibt auch keinen gewohnten Imbiss mit offen zugänglichen Salaten und Speisen, sondern nur ein Lunchpaket mit abgepackten Lebensmitteln. Getränke werden nur aus verschlossenen Flaschen angeboten.

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Wenn möglichst wenig Menschen gleichzeitig in der Halle sein sollen, muss man sich wahrscheinlich anmelden.
Genau. Wir raten dringend davon ab, einfach in die Kinzigtalhalle zu kommen, weil sich dann Warteschlangen bilden könnten. Es gibt ebenfalls unter www.blutspende.de die Möglichkeit, das online zu erledigen.

Aber was tun Menschen, die kein Internet haben und nicht einfach kommen dürfen?
Diese haben zwei Möglichkeiten. Entweder wenden sich diese an Angehörige oder Bekannte, die einen Internetanschluss haben. Sie können aber auch bei uns im Ortsverein anrufen. Dann übernehmen wir das.

Die Gengenbacher Blutspendewoche richtet sich ja auch an umliegende Städte und Gemeinden, etwa Biberach, Nordrach, Oberharmersbach und Zell a. H. Werden Sie personell aus diesen Ortsvereinen unterstützt?
Das ist vorerst nicht nötig. Es ist so geplant, dass jeweils fünf Mitglieder des Gengenbacher Ortsvereins täglich vor Ort sind. Das müsste eigentlich ausreichen. Aber wir können schnell reagieren, wenn das erforderlich werden sollte.

Hintergrund

Informationen über Blutgruppen

Auf der Homepage des DRK-Blutspendedienstes findet sich eine Fülle von interessanten Informationen rund um das Blut und seine Gruppen. Die häufigste ist A. Das OT listet sie der Reihe nach auf mit Prozentsatz in der Bevölkerung.

A positiv: 37 Prozent
A negativ: 6 Prozent

0 positiv: 35 Prozent
0 negativ: 6 Prozent

B positiv: 9 Prozent
B negativ: 2 Prozent

AB positiv: 4 Prozent
AB negativ: 1 Prozent

Somit gehören 84 Prozent der Menschen den Gruppen A und O an. Diese fehlen besonders, weil diese am häufigsten benötigt werden, doch auch die selteneren sind gefragt.Leider reicht die Zahl derer, die regelmäßig Blut spenden, kaum noch aus, denn der Bedarf wächst stetig durch eine immer älter werdende Bevölkerung und durch erfolgreiche neue Methoden der Medizin, bei denen Blut eine bedeutende Rolle spielt, teilte der Blutspendedienst mit.

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