Live-Video am Samstag

Narren rufen auf: So sieht Hemdglunker in Corona-Zeiten aus

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22. Januar 2021

(Bild 1/3) Die Stadt Gengenbach ist närrisch herausgeputzt. Die Narrenzunft hat die Spättle über die Straßen der Altstadt gezogen. Heute, Samstag, wäre eigentlich der Hemdeglunker-Umzug dran. Doch dieses Brauchtum fällt Corona zum Opfer. Aber: Der Narrenrat hat sich etwas einfallen lassen. ©Thomas Reizel

Die Gengenbacher Fasend fällt zwar nicht aus, ist aber wegen Corona stark beeingträchtigt. Normalerweise wäre am Samstag kein Durchkommen in der Stadt, doch der Schalk muss trotzdem geweckt werden.

„Schalk wach uf, Schalk mach mit, Schalk kumm ra s’isch Fasendszit!“ Hunderte, wenn nicht Tausende Hemdeglunker gaben vor dem Gengenbacher Niggelturm alles, um den Schalk aus seinem Tiefschlaf zu reißen.

Doch nur das Rufen hätte nicht gereicht, denn vermutlich schnarcht der Schalk so laut, um diesen Lärm zu übertönen: Rätschen, Pfannen, Töpfe, Holzlöffel, Tröten und weitere Lärminstrumente waren nötig, um ihn aus den Federn zu holen.

In diesem Jahr ist alles noch schwieriger. Denn wegen der Corona-Vorschriften dürfen sich keine Menschen vor des Narren Schlafgemach versammeln. Allerdings muss der Schalk ja trotzdem geweckt werden.

Doch der Gengenbacher Narrenrat hatte eine Idee: „Zieht alle das Nachthemd an und lärmt ab 18 Uhr aus allen Fenstern der Stadt.“ Und das möglichst so laut, wie es nur irgendwie geht. Punkt 18 Uhr werden auch die Glocken des Turms läuten.

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Die Glocken tönen

Zunftmeister Michael Armbruster wird das natürlich alles beobachten und nachschauen, ob der Schalk tatsächlich schon aufgestanden ist. „Und wenn nicht, zerre ich ihn aus dem Bett“, erklärt er auf OT-Nachfrage. Wenn das geglückt ist, tönen wieder die Glocken des Niggelturms.

1991 ist die Fasend schon einmal stark eingeschränkt gewesen, damals wegen des Irak-Kriegs. Michael Armbruster kann sich nicht mehr so gut erinnern: „Damals war ich neun Jahre alt.“ Kurzfristig wurde der beliebte „Heitere Abend“ in der Kinzigtalhalle abgesagt. „Aber die Narren sind auf den Strohhof und haben intern in kleinem Rahmen das Programm aufgeführt“, berichtet Michael Armbruster.

„Fasend für alle“

Jetzt, unter Coronabedingungen, ist selbst das nicht mehr möglich. Trotzdem hat sich die Zunft nicht unterkriegen lassen und aus den noch vorhandenen Möglichkeiten das Bestmögliche gemacht. „Wir machen dieses Mal Fasend für alle“, hofft der Zunftmeister auf große Resonanz der Online-Angebote. Von der Schalk-Erweckung wird es ein Video geben unter www.schalk.live

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